Lücke und Vermächtnis: Ist der HSV nach Kuntz-Abgang gewappnet für die Zukunft?

Kuntz (m.) mit Direktor Claus Costa (l.) und Finanzvorstand Eric Huwer
Kuntz (m.) mit Direktor Claus Costa (l.) und Finanzvorstand Eric HuwerČTK / imago sportfotodienst / Oliver Ruhnke

Im Mai 2024 herrschte Tristesse an der Elbe. Es war noch immer da, dieses vermaledeite Murmeltier. Wieder einmal hatte der Hamburger SV knapp den Aufstieg verpasst, von der längst bekannten Leere war die Rede, vom HSV-Fluch, der einfach kein Ende nimmt.

Anfang 2026 ist die Wahrnehmung des lange schlafenden Riesen eine ganz andere - und das ist auch das Verdienst von Stefan Kuntz. Seit seinem Amtsantritt vor anderthalb Jahren hat der Europameister von 1996 jede Menge bewegt.

Kuntz bewies viel Mut, als er den späteren Aufstiegshelden Merlin Polzin als Neuling zum Nachfolger von Steffen Baumgart machte. Seine Entscheidungen saßen insgesamt und vertrieben endlich die bösen Zweitliga-Geister aus dem Volkspark.

Wie geht es beim HSV weiter?

Mit Kuntz' Abschied aus persönlichen Gründen entsteht nun zwangsläufig eine Lücke, so sehr der HSV-Aufsichtsrat auch betont, gewappnet zu sein. Kuntz hatte sich zu einem prägenden Gesicht des neuen HSV entwickelt, der einstige Top-Stürmer zeigte ein feines Gespür in der Lenkung des großen Traditionsklubs.

Nun muss sich der HSV in der Führung rasch neu finden. Störende Nebengeräusche sollte der Klub dringlich vermeiden, um den noch verletzlichen Aufschwung und den ersten großen Schritt zur Wieder-Etablierung in der Bundesliga nicht zu gefährden.