Clemens Fritz schüttelte wütend den Kopf. Das achte Spiel in Folge ohne Sieg? "Diese Zählerei mag ich wirklich gar nicht", schimpfte der Geschäftsführer von Werder Bremen, dem der Frust nach dem nächsten herben Rückschlag ins Gesicht geschrieben stand. Doch auch Fritz realisierte: Werder ist mitten im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga angekommen.
"Wir müssen uns nichts vormachen. Wir können die Tabelle lesen, und wenn du da unten drin stehst, dann musst du dich da wieder rauskämpfen", betonte Fritz, der nach der 0:1 (0:1)-Niederlage bei Bayer Leverkusen von einer "schwierigen Situation" sprach: "Wir malen uns da nichts schön." Denn der Vorsprung der formschwachen Hanseaten auf den Relegationsrang ist nach dem Absturz auf Rang 15 auf mickrige drei Punkte geschrumpft.
Keine Trainerdiskussion an der Weser
Wackelt deshalb sogar Trainer Horst Steffen? Fritz winkte direkt ab. Der Coach besitze "voll und ganz" das Vertrauen, sagte der 45-Jährige, der positiv nach vorne schauen will und versprach: "Wir werden diesen Bock wieder umstoßen."
Und das am besten schnell. Seit dem 7. November (2:1 gegen den VfL Wolfsburg) wartet Werder auf einen Sieg, fünf Niederlagen setzte es in dieser Zeit. "Die Jungs haben deshalb eine Enttäuschung, weil das Ergebnis nicht passt, weil sie sich einfach danach sehnen, auch wieder zu jubeln und zu gewinnen.
Aber sie wissen auch, dass der Weg, den wir da gerade gehen, ein bisschen steinig ist, sich aber gerade eher gut anfühlt", sagte Trainer Steffen, der Hoffnung aus den couragierten Auftritten schöpft.
"Wir werden in Ruhe weiterarbeiten"
Denn beim Vizemeister in Leverkusen hätten sich die Bremer mit etwas mehr Effizienz einen Punkt erkämpfen können. Und in der Vorwoche hatten die Grün-Weißen erst in der Nachspielzeit einen Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt (3:3) aus der Hand gegeben.
"Es ist eine andere Art von Enttäuschung, wenn du schlecht spielst und verlierst oder ein gutes Gefühl hast und verlierst – heute war es in jedem Fall das Letztere. Und das ist gerade kein schönes Gefühl", ärgerte sich der starke Keeper Mio Backhaus.

Auch Fritz sieht eine Mannschaft, die "Gas gibt, die will, die marschiert, die kämpft, die zusammenarbeitet" - und auf die eine wegweisende Woche zukommt. Schon am Dienstag (20.30 Uhr/Sky) steht das Nachhol-Heimspiel gegen die formstarke TSG Hoffenheim an, am Samstag (15.30 Uhr/Sky) wartet gegen Borussia Mönchengladbach ein weiteres Heimspiel. Grund zur Panik sieht Fritz nicht. "Wir werden in Ruhe weiterarbeiten", betonte der Geschäftsführer: "Ohne etwas schönzureden."
Zum Match-Center: Bayer Leverkusen vs. Werder Bremen
