Albert Riera pustete einmal erleichtert durch, dann gratulierte er seinen Spielern zum hart erarbeiteten Pflichtsieg. Dank des neu entdeckten Minimalismus schwingt sich Eintracht Frankfurt zunehmend zur Heimmacht auf. Beim zähen 1:0 (0:0)-Erfolg gegen Schlusslicht 1. FC Heidenheim reichte den Frankfurtern eine uninspirierte Leistung zum dritten Sieg im dritten Spiel des spanischen Trainers Riera vor eigenem Publikum.
Arnaud Kalimuendo (53.) traf für die Frankfurter, die auch eine Unterzahl nach der Gelb-Roten Karte gegen Kapitän Robin Koch (73.) überstanden. Die Eintracht sicherte damit Tabellenplatz sieben, der abhängig von den Ergebnissen im DFB-Pokal zu einer erneuten Teilnahme am europäischen Geschäft reichen könnte.

Trotz dreier nur bedingt zufrieden
Dennoch wirkte Riera im Anschluss nur teilweise zufrieden. "Ich konzentriere mich nicht nur auf das Resultat. Mein Fokus liegt darauf, dass wir gute Dinge mit und ohne Ball machen. Ich will das Konzept sehen, das wir unter der Woche trainieren", sagte er bei DAZN.
Heidenheim hingegen ist nach der 18. Saisonniederlage und mit schon zehn Punkten Rückstand auf den Relegationsrang kaum noch zu retten. Trainer Frank Schmidt machte aus der schwierigen Lage keinen Hehl und ärgerte sich bei Sky nach einem "guten Auswärtsspiel" über den "mal wieder bitteren" Ausgang der Partie.
Beinahe wäre den Gästen noch der Ausgleich gelungen, doch Sirlord Conteh stand vor seinem Treffer in der 67. Minute gemäß der kalibrierten Linie minimal im Abseits. "Ich bin nicht der einzige, der darüber redet, dass diese automatische Abseitsfunktion völliger Blödsinn ist", haderte Conteh: "Sorry, aber das ist nicht mehr Fußball."

Kochs Platzverweis lässt Adler zittern
Nach dem statischen Auftritt beim müden 0:0 beim FC St. Pauli hatte Riera seine Spieler zu schnellerem Passspiel ermahnt. Doch auch gegen den tief stehenden Abstiegskandidaten fehlte der Eintracht die Zielstrebigkeit. Immerhin: Von der unter Riera-Vorgänger Dino Toppmöller auffälligen Anfälligkeit in der Defensive war abermals nichts zu bemerken.
71 Prozent Ballbesitz und insgesamt 370 gespielte Pässe standen aus Frankfurter Sicht nach dem Ende der zähen ersten Hälfte zu Buche - gefährliche Torchancen aber gab es keine. Lediglich Hugo Larsson schoss einmal recht harmlos auf das Heidenheimer Tor.
Zum Match-Center: Eintracht Frankfurt vs. 1. FC Heidenheim
Der Bann brach dann kurz nach dem Seitenwechsel. Nationalspieler Koch verlängerte unorthodox per Kopf, Kalimuendo schloss wuchtig zur Führung ab. Im Anschluss spielten die Frankfurter deutlich präziser nach vorne - Fares Chaibi ließ per Kopf eine gute Chance aus (61.).
Sechs Minuten später jubelten aber plötzlich die Gäste: Conteh hatte nach einem langen Ball freie Bahn und traf sehenswert per Heber, doch der Videoassistent griff ein. Nach dem Platzverweis gegen Koch wegen wiederholten Foulspiels wurde es für die Frankfurter knifflig, Ritsu Doan verpasste die Entscheidung am langen Pfosten (75.), doch es reichte für die Eintracht.
