Ein Endspiel im Februar? Werder Bremen kämpft um die Wende

Aktualisiert
Daniel Thioune im Gespräch mit Justin Njinmah.
Daniel Thioune im Gespräch mit Justin Njinmah.Marco Steinbrenner / DeFodi Images / Profimedia

Werder Bremen kämpft unter dem neuen Trainer Daniel Thioune um den Anschluss - und fährt ohne großes Selbstvertrauen zum Kellerduell beim FC St. Pauli. Dort müssen die Grün-Weißen punkten.

Ein Endspiel schon im Februar? Daniel Thioune winkte entschieden ab. "Wir werden am Wochenende nicht den Klassenerhalt feiern können und wir werden nicht absteigen", sagte der Trainer von Werder Bremen. Im Kellerkracher beim FC St. Pauli am Sonntag steht aber ohne Frage viel auf dem Spiel.

Die Bremer brauchen beim direkten Konkurrenten nach zwölf Partien ohne Sieg endlich die Trendwende. Sollte es am Millerntor (17.30 Uhr/DAZN) – im Duell des 16. beim 17. - auch nicht reichen, wäre der Effekt des Trainerwechsels von Horst Steffen zu Thioune vorerst verpufft. Und die Hoffnung der grün-weißen Fans würde weiter schwinden.

Zum Match-Center: FC St. Pauli vs. Werder Bremen

Damit das nicht passiert, werkelt der 51-Jährige emsig an einer Mannschaft, die eine stärkere Widerstandskraft aufbringt als in den vergangenen Wochen. Ein Team, das den Glauben an einen Umschwung auch auf dem Rasen mit Leben füllt.

"Ich habe schon mehrfach betont, dass mich eigentlich nur das interessiert, was vor uns liegt", sagte Thioune: "Ich habe eine unfassbare Energie meiner Mannschaft gesehen." Diese Energie braucht sie auf St. Pauli ganz sicher. Auf dem Kiez wartet ein unangenehmes Duell mit vielen aufreibenden Zweikämpfen. "Da ist Druck auf dem Kessel", sagte auch St. Paulis Trainer Alexander Blessin.

Mehr "Schärfe" in den Strafräumen

Die Bremer müssen dabei ein Stück weit wiederfinden, wofür sie als Klub eigentlich traditionell stehen: für Offensivgeist, für Kreativität, für Tore. Einst war Werder ein Synonym für Spektakel, aktuell erscheint vieles grau. Thioune droht sogar der erste Coach zu werden, der in seinen ersten drei Bundesliga-Partien auf der Bank der Bremer kein eigenes Tor miterlebt.

"Wir sind gerade nicht so scharf in den beiden Elementen, wo man scharf sein darf", sagte Thioune: "Gegen den Ball und mit dem Ball in den Boxen." Also in den Strafräumen, in denen sich die Partien entscheiden. Die Frage bleibt dabei weiterhin, ob der Kader stark genug für den Ligaverbleib ist. Auch Geschäftsführer Clemens Fritz hatte rund um die Trennung von Steffen viel Kritik einstecken müssen.

Der bestehende Kader muss es nun richten gegen St. Pauli, das zumindest vor eigener Kulisse etwas im Aufwind ist. Zuletzt gelang dem Team von Alexander Blessin gegen den VfB Stuttgart ein 2:1-Erfolg. Die bis dato letzte Heimniederlage kassierte das Team um Kapitän Jackson Irvine im November.

Viel muss für Werder passen, um sich am Sonntag aus der Abstiegszone zu verabschieden. Torhüter Mio Backhaus setzte immerhin schon vor dem Anpfiff ein Zeichen. "Das ist eine Kampffrisur", sagte der 21-Jährige, der sich kurzgeschoren präsentierte: "Damit werden wir jetzt ganz viele Punkte holen."