Kein Wettbetrug
Der ehemalige Profi schildert detailliert, wie er über Jahre hinweg auf Spiele der eigenen Liga gewettet und dabei nach eigener Schätzung rund eine Million Euro verloren habe. "Ohne vorher einen Wettschein gekauft zu haben, haben mich viele Spiele nicht mehr gekickt. Richtigen Spaß hatte ich nur noch, wenn ich gewettet habe", sagte er. Auf eigene Spiele will er jedoch nicht gewettet haben, wie er beteuerte.
Der Spieler – der anonym bleiben möchte – berichtet von einem schleichenden Einstieg über Pokerabende mit Teamkollegen. Aus anfangs kleinen Einsätzen seien mit wachsendem Gehalt immer höhere Summen geworden. Gegen Ende seiner Karriere habe er "an rund 25 von 34 Bundesligaspieltagen pro Saison" Wetten platziert.
Besonders besorgniserregend: Der Spieler sieht sich nicht als Einzelfall. "In jedem Team, in dem ich war, kannte ich Spieler, die wetten", sagte er und schätzte, dass es ihm "vermutlich zwei bis drei pro Mannschaft" gleich getan hätten.
Hohe Summen im Umlauf
Die Wetten liefen laut seiner Darstellung über inoffizielle, auf Sportler zugeschnittene Plattformen und Mittelsmänner, abgerechnet wurde teils bar. Trotz phasenweise großer Gewinne von "manchmal 30.000 oder 40.000 Euro an einem Spieltag" habe er "am Ende immer draufgelegt".
Das Wettverbot soll jede Form von Interessenkonflikt und schon den Anschein möglicher Manipulation verhindern. Verstöße können empfindliche Sanktionen nach sich ziehen, bis hin zu langen Spielsperren oder arbeitsrechtlichen Konsequenzen durch die Vereine. Das wusste auch der Ex-Profi, der sich nun anonym offenbart hat. Doch der Reiz des Verbotenen habe überwogen: "Der Adrenalinkick war immer da."
