Bundesliga Top XI 20. Spieltag

Tor
Finn Dahmen - 7,0
Fünfmal hat der FC St. Pauli beim FC Augsburg aufs Tor geschossen, viermal parierte Finn Dahmen teilweise überragend und hielt seine Mannschaft in einem überraschend abwechslungsreichen Kellerduell im Spiel. Der ehemalige deutsche Jugendnationaltorhüter ist in bestechender Form und damit eventuell sogar ein Außenseiterkandidat für die WM 2026.
Abwehr
Arthur Chaves - 9,1
So kann man mal starten: Erst ein Tor zum Debüt in der Allianz Arena, dann eine bockstarke Leistung beim nächsten Erfolg des FC Augsburg gegen den FC St. Pauli. Arthur Chaves ist in der Fuggerstadt angekommen und beweist, dass Wintertransfers nicht zum Scheitern verurteilt sind.
Nach der taktisch und physisch starken Vorstellung des Brasilianers in der Abwehrzentrale bleibt nur noch eine Frage offen: Warum wechselte Trainer Manuel Baum seinen besten Defensivmann bereits nach 45 Minuten aus?
Kristoffer Lund - 8,5
Der 1. FC Köln hat sein zweites Heimspiel in Folge gewonnen, doch vor allem zum Ende der Partie mussten die Domstädter mächtig zittern. Einer, der in der Defensive den Laden zusammenhielt, war Kristoffer Lund. Der US-Amerikaner mit dänischen Wurzeln war bis zu seiner Auswechslung kurz vor Schluss unüberwindbar in der FC-Deckung und ließ vor allem die Flügelspieler der Wölfe nicht zur Geltung kommen.
Nico Elvedi - 8,1
Obwohl es für Borussia Mönchengladbach in Bremen am Ende durch ein Last-Minute-Gegentor nur zu einem Punkt reichte, dürfte man am Niederrhein über den Zähler nicht unglücklich sein. Zu dominant war Werder über weite Strecken des Spiels, zu viel mussten die Fohlen verteidigen. Das tat vor allem Nico Elvedi bravourös und verdient sich die Aufnahme in unser Team der Woche.
Marco Friedl - 8,0
Auf der anderen Seite ist die Stimmungslage umgekehrt: Kapitän Marco Friedl und Werder Bremen zeigten eine über weite Strecken gute Leistung und ließen defensiv so gut wie nichts zu. Der Gegentreffer von Haris Tabakovic nach individuellem Fehler auf der Außenbahn führte dazu, dass am Ende trotzdem wieder nur ein Punkt auf der Habenseite steht – und dass am Sonntagmorgen nun auch Trainer Horst Steffen seinen Posten räumen musste.
Mittelfeld
Arthur - 8,0
So lange plagte Leverkusens Arthur sich mit Verletzungen herum, nun ist der Brasilianer voll da. Beim Auswärtsspiel gegen Eintracht Frankfurt zeigte er eine sehenswerte Hacken-Kombination mit Teamkollege Alejandro Grimaldo und erzielte nach mehr als zweieinhalb Jahren in Deutschland endlich sein erstes Bundesliga-Tor.
Nadiem Amiri - 7,6
Ein ehemaliger Leverkusener stand unterdessen in Leipzig im Fokus: Die durch Urs Fischer offenbar wiederbelebte Mannschaft der Rheinhessen schaffte in der RB Arena die kleine Sensation und siegte nach Rückstand mit 2:1. Mitentscheidend war dafür wieder einmal ein (diskutabler) Elfmeter von Mittelfeldstratege Nadiem Amiri, der auch in dieser Saison mit inzwischen sieben Toren und zwei Vorlagen beim Karnevalsklub herausragt.
Malik Tillman - 8,0
Und nochmal Bayer: Ein Befreiungsschlag soll es sein für Malik Tillman, der einen schwierigen Start in seine Zeit am Rhein erwischt hat. Der Neuzugang aus den Niederlanden hat zwar ebenfalls bereits vier Treffer auf dem Bundesliga-Konto, doch oft wirkten seine Leistungen fahrig und unkonzentriert. Ein Treffer und eine insgesamt starke Leistung in Frankfurt sollen nun der Startschuss für den "echten" Malik Tillman in Leverkusen sein.
Sturm
Michael Gregoritsch - 8,3
"Gregerl" ist wieder da: Mit zwei Toren im Kellerduell gegen den FC St. Pauli avancierte ÖFB-Nationalspieler Michael Gregoritsch zum Helden beim FC Augsburg. Er wolle "die Tore gar nicht überbewerten", sagte der Matchwinner nach dem 2:1 gegen den FC St. Pauli und betonte bei Sky: "Ich muss zweimal sagen, dass Alexis Claude-Maurice mich richtig gut bedient. Das ist als Stürmer einfach cool, wenn du solche Spieler hinter dir hast."
Zweimal, erst per Ecke, dann per Steckpass, hatte Claude-Maurice für Gregoritsch aufgelegt. Und der Österreicher nahm dankend an. Mit seinen ersten Treffern im FCA-Trikot seit Mai 2022 drehte der Rückkehrer gegen St. Pauli einen Rückstand nach einem strittigen Elfmeter - und führte die Mannschaft von Trainer Manuel Baum eine Woche nach dem Überraschungscoup gegen den FC Bayern zum nächsten wichtigen Sieg.
Serhou Guirassy - 8,1
Wochenlange Diskussion um eine Krise abgeräumt in zwei Minuten? Das war der Nachmittag von Serhou Guirassy am Sonntagnachmittag gegen Heidenheim. Der BVB war auf dem "besten Weg", die Steilvorlage der Bayern gegen den HSV zu verspielen und lag mit 1:2 zurück, doch dann kam der Mann aus Guinea. Zwei Treffer in weniger als 120 Sekunden brachten die Schwarz-Gelben auf den richtigen Weg und Guirassy zurück in die Goalgetter-Form.
Andrej Kramaric - 8,4
Ein weiterer Doppelpacker präsentierte sich am Samstag mit Andrej Kramaric. Zu Beginn der Saison noch Rotationsspieler ist der "TSGOAT" inzwischen wieder gesetzt und zahlt mit Leistung zurück: Zwei Tore gegen Union Berlin, dazu zwischenzeitlich Tabellenplatz zwei für den letztjährigen Abstiegskandidaten. Es läuft im Kraichgau.
