Bundesliga Top XI – 31. Spieltag

Tor
Janis Blaswich (Bayer Leverkusen) – 8,6
Der unangefochtene Held des Rheinderbys! Blaswich brachte die Kölner Offensive am Wochenende schier zur Verzweiflung. Die Fachpresse überschlug sich förmlich mit Lob für seine Reflexe auf der Linie, besonders in der hektischen Schlussphase, als der Effzeh alles nach vorne warf. Mit einer unglaublichen Ruhe strahlte er genau die Sicherheit aus, die Leverkusen brauchte, um den Derbysieg über die Zeit zu bringen. Eine Leistung, die definitiv in die Saison-Highlights der Werkself eingehen wird.
Abwehr
Konrad Laimer (FC Bayern) – 8,5
Das Schweizer Taschenmesser des FC Bayern hat wieder zugeschlagen! Laimer brillierte im chaotischen Spiel gegen Mainz auf mehreren Positionen und bereitete bei der Münchner-XXL-Aufholjagd zwei Tore vor. Nach einer verschlafenen ersten Hälfte interpretierte er seine Rolle extrem aggressiv, erstickte Mainzer Konter durch sein antizipierendes Gegenpressing bereits im Keim und schaltete sich immer wieder mutig ins Aufbauspiel ein. Der Kicker betitelte ihn völlig zurecht als den "heimlichen Spielmacher aus der Abwehrreihe".
Ramy Bensebaini (Borussia Dortmund) – 9,4
Meist nur Rotationsspieler, trat der Algerier am Sonntag so richtig aus dem Schatten der hochkarätigen BVB-Konkurrenz. Bei der 4:0-Gala gegen den SC Freiburg leitete Bensebaini zunächst das Führungstor von Maximilian Beier mit einem mustergültigen langen Pass ein, später legte er nach Ryerson-Ecke sogar noch das 3:0 selbst nach. Rechtzeitig vor Beginn der Weltmeisterschaft, wo sein Land unter anderem auf Österreich und Weltmeister Argentinien treffen wird, scheint der 31-Jährige in Topform zu sein.
Arthur Chaves (FC Augsburg) – 8,2
An ihm gab es einfach kein Vorbeikommen. Der Brasilianer lieferte gegen die sonst so torgefährliche Frankfurter Eintracht eine regelrechte Defensiv-Masterclass ab. Ob in der Luft oder am Boden, Chaves gewann 69 % seiner Zweikämpfe und kochte die hessischen Stürmer eiskalt ab. Die Augsburger Vereinsmedien feierten ihn nach Abpfiff als "Fels in der Brandung", auch bei Flashscore wurde er zum Spieler des Spiels.
Vladimir Coufal (TSG Hoffenheim) – 8,3
Routine pur gepaart mit unbändigem Einsatzwillen. Gegen den HSV zeigte der tschechische Altmeister, warum er so enorm wichtig für die Kraichgauer ist. Defensiv ließ er über seine rechte Seite absolut nichts anbrennen, teilte ordentlich aus und setzte gleichzeitig immer wieder gefährliche Nadelstiche nach vorne. Seine präzise Flanke in der 18. Minute leitete das 1:0 durch Fisnik Asllani ein, mit etwas besserer Chancenverwertung hätten sogar noch weitere Treffer dazukommen können. Was ursprünglich als Übergangslösung für den designierten Nachfolger Valentin Gendrey gedacht war, wird durch die zeitlose Klasse des 33-Jährigen immer mehr zum Dauerzustand.
Mittelfeld
Max Finkgräfe (RB Leipzig) – 8,2
Zweiter Einsatz als Vertreter der verletzten David Raum, zweiter Scorerpunkt für Max Finkgräfe. Gegen Union Berlin trug sich der aus Köln gekommene Außenspieler am Freitagabend mit einem Dropkick selbst in die Torschützenliste ein und widmete den Treffer in einem emotionalen Interview nach dem Spiel seinem verstorbenen Großvater. Der 22-Jährige, der einen Großteil der Saison aufgrund einer Knieverletzung ausgefallen war, zeigt nun, dass mit ihm wieder zu rechnen ist.
Can Uzun (Eintracht Frankfurt) – 8,1
Auch wenn sich Frankfurt gegen Augsburg offensiv schwer tat, war Can Uzun der Lichtblick im Mittelfeld der SGE. Der junge Spielmacher glänzte mit seidenweichen Ballannahmen unter höchstem Druck und verteilte die Bälle mit chirurgischer Präzision – so wie beim wichtigen 1:1-Ausgleich durch Ritsu Doan. Wenn der nach einer Muskelverletzung zurückgekehrte Uzun am Ball war, ging ein Raunen durchs Stadion. Hoffen wir, dass er wieder konstant zu alter Stärke zurückfinden kann.
Angelo Stiller (VfB Stuttgart) - 8,2
120 Pokal-Minuten hatte Angelo Stiller am Sonntag in den Beinen, doch davon zu spüren war auf dem Feld im Spiel gegen den SC Freiburg nichts. Der deutsche Nationalspieler lenkte das Spiel des VfB Stuttgart gewohnt zuverlässig und ist unverzichtbar für das Team von Sebastian Hoeneß. Statistischer Arbeitsnachweis: 95 % Passgenauigkeit, 106 Ballkontakte, 83 % Zweikämpfe gewonnen. Stark!
Ridle Baku (RB Leipzig) – 8,3
Das Pendant zu Max Finkgräfe auf der rechten Seite der Leipziger lieferte ebenfalls grandios ab. Baku wirkte extrem spielfreudig und harmonierte hervorragend mit seinen Vorderleuten. Er schaltete blitzschnell um, schlug brandgefährliche Flanken in die Box und bewies zudem ein hervorragendes Timing bei seinen Tempoläufen in die Tiefe. Mit seinem zwischenzeitlichen 3:0 nach einer Stunde machte er klar, dass es an diesem Abend nur einen Sieger geben konnte.
Angriff
Maximilian Beier (Borussia Dortmund) - 8,3
Tor gemacht, Dart-Jubel gezeigt – und Chance auf die WM-Nominierung gewahrt? In den letzten Tagen wurde bekannt, dass Maximilian Beier durchaus noch auf einen Anruf von Bundestrainer Julian Nagelsmann bezüglich einer WM-Nominierung hofft. Gegen Freiburg hat er auf jeden Fall verdeutlicht, was die Nationalmannschaft mit ihm bekommen würde: Enorme Schnelligkeit und Abschlussstärke wie beim eröffnenden 1:0 gegen Freiburg, aber auch immer wieder intensives Mitarbeiten nach hinten. Hier kämpft jemand um seine große Chance.
Yan Diomandé (RB Leipzig) – 8,9
Es wird langsam langweilig, aber wieder mal lieferte Yan Diomandé eine echte Show ab und überstrahlt mit einer sensationellen Bewertung von 8,9 an diesem Wochenende alle Offensivspieler. Er nahm die sonst so robuste Berliner Abwehr förmlich im Alleingang auseinander. Zum dritten Mal in Folge wurde der Ivorer von Flashscore zum Spieler des Spiels mit RB-Beteiligung gekürt, diesmal sammelte er mit einer Vorlage für Ridle Baku seine 22. Torbeteiligung der Saison.
Besondere Erwähnung
Eren Dinkci (1. FC Heidenheim) – 7,8
Was für eine Woche für Eren Dinkci! Zunächst veröffentlichte er am Dienstag, dass seine Freundin Cinja an Blutkrebs erkrankt sei, dann stand am Wochenende die Ablenkung Bundesliga-Fußball auf dem Programm. Und nicht nur das: Mit den Heidenheimern holte Dinkci einen umjubelten 2:0-Sieg im Abstiegskampf und erzielte das entscheidende Tor sogar auch noch selbst. Nach dem Spiel ließ sich der sichtlich gerührte Offensivmann von den Fans feiern – sicher ein bisschen Balsam auf die Seele. Für ihn räumen wir eine Extra-Position in unserer Top XI frei.
