Albert Riera gab den Fans nach "langer Zeit des Leidens" den Feierbefehl, seiner Mannschaft gönnte er nach der traumhaften Heim-Premiere nur einen kleinen Moment des Genießens. Die Anhänger sollten "den Valentinstag feiern und sich ein Glas Wein genehmigen", forderte der neue Trainer von Eintracht Frankfurt. Den Spielern gebe das 3:0 (2:0) gegen Borussia Mönchengladbach "diesen Atemzug, diesen Sauerstoff, diese Ruhe, die wir brauchen, um in den nächsten Wochen weiterzuarbeiten".
Trotz des ersten Dreiers nach zuvor sieben Bundesligaspielen ohne Sieg herrsche schließlich ziemlich großer Nachholbedarf, von seiner Wunschvorstellung sei die SGE noch weit entfernt. Es gebe "viele Dinge, die wir verbessern müssen, weil wir diese Details, diese Automatismen in der Mannschaft entwickeln müssen. Mein Traum ist, dass diese Mannschaft mit geschlossenen Augen spielt, so wie wir unser Positionsspiel spielen wollen. Dafür brauchen wir noch ein bisschen Zeit."
"Defensive Struktur gestärkt"
Es sei mit vier Punkten aus zwei Spielen jedoch "ein guter Start", betonte Riera. Gegen die Borussia reichte vorne eine enorme Effizienz mit den Treffern von Nathaniel Brown (24.), Ayoube Amaimouni-Echghouyab (34.) und Ansgar Knauff (75.), dazu verteidigte die zweitschlechteste Defensiv der Liga aufopferungsvoll. "Es war wichtig, zu Null zu spielen", sagte Sportvorstand Markus Krösche: "Wir hatten eine ganz andere Boxverteidigung, das ist der größte Fortschritt unter Albert Riera."
Der Nachfolger von Dino Toppmöller versuche "gewisse Dinge reinzubringen". Auch wenn noch nicht alles funktioniere, habe er bereits "die defensive Struktur gestärkt und gezeigt, dass er in kurzer Zeit Stabilität reinbringen kann", so Krösche weiter. Man merke, "dass er weiß, was er uns mitteilen will", sagte Startelf-Debütant Amaimouni-Echghouyab bei DAZN: "Jeder Spieler in der Mannschaft weiß ganz genau, was er zu tun hat – mit und ohne Ball. Das haben wir gebraucht."
Dabei musste die SGE gegen Gladbach nach der frühen Verletzung von Arnaud Kalimuendo improvisieren, mangels Sturm-Alternativen agierte Mahmoud Dahoud als falsche Neun. "Wir werden ganz schön geprüft", stöhnte Krösche angesichts des Verletzungspechs. Umso höher sei die rasche Entwicklung einzuschätzen. Riera sei "ein sehr, sehr guter Trainer und gibt uns viel mit", schwärmte Rio-Weltmeister Mario Götze: "Wir sind auf einem guten Weg."
Bereits am kommenden Samstag wartet mit dem Gastspiel bei Branchenprimus Bayern München der ultimative Test für die neuen Abläufe. "Es ist egal, wie der Gegner heißt", sagte Riera: "Aber wir wissen, dass es sehr hart wird."
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