Mit jeder Runde wird deutlicher, dass die entscheidende Phase der Saison näher rückt. Das galt auch für die 25. Runde der ADMIRAL Bundesliga. In der Vorrunde war der Frust in Ried noch groß, als man gegen Blau-Weiß Linz mit 2:3 verlor. Dieses Mal war es im Duell mit Altach umgekehrt – und der Jubel im Innviertel entsprechend groß.
Gejubelt wurde auch beim WAC, allerdings nur kurz. Am Ende standen wieder drei Gegentreffer auf der Anzeigetafel und die sportliche Talfahrt der Lavanttaler setzte sich fort.
Der LASK machte gegen die Wiener Austria bereits früh alles klar. Die blau-weißen Linzer mussten beim GAK hingegen einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Und Sturm Graz sicherte sich in Wien-Hütteldorf drei enorm wichtige Punkte – auch wenn die Art und Weise dieses Spitzenspiels für Diskussionen sorgte.
Es war also wieder einiges los in der höchsten Liga Österreichs. Grund genug, auch nach diesem Spieltag die größten Tops und Flops genauer unter die Lupe zu nehmen.
TOP – Irre Rieder Aufholjagd
Die SV Ried hat in der Qualifikationsgruppe für ein spektakuläres Comeback gesorgt und das ausgerechnet, nachdem sie in der Vorrunde so bitter mit 2:3 gegen Blau-Weiß Linz verloren haben. Dieses Mal war es anders herum: Beim 3:2-Heimsieg gegen den SCR Altach drehten die Innviertler einen Zwei-Tore-Rückstand und sprangen damit gleich an die Spitze der unteren Tabelle.
Zunächst sah alles nach einem Auswärtssieg der Vorarlberger aus. Patrick Greil brachte Altach nach einem schnellen Angriff mit 1:0 in Führung (27.), kurz nach der Pause erhöhte Mohamed Ouedraogo per Kopf sogar auf 2:0 (46.). Ried wirkte lange ideenlos, bis die Partie mit einer Roten Karte gegen Altachs Ousmane Diawara (58.) plötzlich kippte.
Dann begann die große Show von Kingstone Mutandwa. Der Joker verkürzte zunächst nach einer Hereingabe von Ante Bajic auf 1:2 (62.), nur wenige Minuten später köpfte er nach Flanke von Antonio van Wyk auch noch den Ausgleich zum 2:2 (69.). Den endgültigen Höhepunkt lieferte Mutandwa in der Nachspielzeit: Nach VAR-Eingriff trat der Angreifer selbst zum Elfmeter an und verwandelte eiskalt zum 3:2-Siegtreffer (93.).
FLOP – WAC stürzt weiter ab
Beim Wolfsberger AC setzt sich die Negativserie fort. Die Kärntner verloren bei der WSG Tirol trotz früher Führung mit 1:3 und stecken damit immer tiefer im Tabellenkeller fest. Dabei begann die Partie für den WAC eigentlich ideal. Nach einem schnellen Angriff über Dejan Zukic traf Jessic Ngankam bereits in der 9. Minute zur Führung und sorgte zunächst für einen Traumstart der Gäste. Danach übernahmen jedoch immer mehr die Tiroler das Kommando.
Nach der Pause kippte das Spiel endgültig. Valentino Müller verwandelte einen Elfmeter zum Ausgleich, ehe Ademola Ola-Adebomi nach einer Ecke per Kopf zur Führung traf (77.). In der Nachspielzeit setzte Moritz Wels mit dem 3:1 den Schlusspunkt.
Für den WAC ist es ein weiterer Rückschlag in einer ohnehin schwierigen Phase. Die Kärntner blieben zum neunten Mal in Folge ohne Sieg und kassierten bereits die achte Auswärtsniederlage hintereinander. Trainer Ismail Atalan sah vor allem die Standards als Knackpunkt der Partie: „Wir haben heute einfach zu viele Standards zugelassen. Wir wussten, wie gefährlich die WSG in diesen Situationen ist. Dadurch haben wir sie wieder ins Spiel zurückgelassen.“
TOP – LASK mäht die Veilchen in kurzer Zeit nieder
Der LASK hat der Wiener Austria am Ostersonntag kurzen Prozess gemacht. Beim 4:1-Heimsieg in der Meistergruppe entschieden die Linzer die Partie praktisch schon in der Anfangsviertelstunde.
Bereits nach vier Minuten brachte Keba Cisse die Gastgeber nach einer Flanke von Moses Usor per Kopf in Führung. Kurz darauf wurde es für die Austria noch bitterer: Tin Plavotic sah nach einem Handspiel außerhalb des Strafraums nach VAR-Eingriff die Rote Karte (11.). Den folgenden Freistoß verwandelte Kasper Jörgensen sehenswert zum 2:0 (12.).
Nur eine Minute später legte der LASK bereits nach. Nach einem Ballverlust der Wiener landete ein abgefälschter Versuch von Sascha Horvath vor den Füßen von Moses Usor, der zum 3:0 einschob (13.). Die Austria kam zwar durch einen Weitschuss von Lee Tae Seok noch einmal auf 1:3 heran (16.), doch Sasa Kalajdzic stellte nach einer Flanke von Melayro Bogarde per Kopf bereits in der 32. Minute den Endstand von 4:1 her.
„Es war ein extrem wichtiger Sieg für uns. Hättest du heute verloren, wäre der Zug abgefahren gewesen“, sagte LASK-Trainer Dietmar Kühbauer nach der Partie. „Die Jungs haben ab der ersten Minute Stress ausgeübt. Ich bin froh, dass wir die Energie auch in Tore ummünzen konnten.“
Die Austria hingegen fand nach der frühen Roten Karte kaum mehr zurück ins Spiel. Trainer Stephan Helm sprach von einem schwierigen Spielverlauf: „Es war ein Spielverlauf, von dem man sich nicht so leicht erholt.“ Für die Linzer bedeutet der klare Erfolg hingegen neues Selbstvertrauen im Rennen der Meistergruppe.
FLOP – Blau-Weiß kommt nicht nachhaltig in die Gänge & unnötige Harakate-Provokation
Für Blau-Weiß Linz wird die Lage im Abstiegskampf immer prekärer. Beim 1:2 beim GAK setzte es den nächsten Rückschlag und damit einen weiteren Dämpfer im Kampf um den Klassenerhalt.
Besonders bitter: Beide Gegentore sorgten für Diskussionen. Vor dem 0:1 verwertete Alexander Hofleitner einen umstrittenen Elfmeter, nachdem der Ball im Fallen die Hand von Alem Pasic getroffen hatte. Selbst GAK-Kapitän Daniel Maderner meinte dazu: „Das ist schon strittig, würde ich sagen.“ Noch bitterer wurde es für die Linzer nach dem 1:1-Ausgleich. Ramiz Harakaté erzielte schließlich den Treffer zum 2:1 für den GAK und sicherte den Grazern damit drei enorm wichtige Punkte im Abstiegskampf.
Blau-Weiß hadert vor allem mit der eigenen Defensivarbeit. „Wir haben heute zwei Schweinstore bekommen. Die müssen wir einfach verhindern“, meinte Simon Pirkl nach der Partie. Für zusätzliche Aufregung sorgte Harakaté nach seinem Siegtreffer. Der Stürmer provozierte beim Torjubel den Block der Linzer Fans mit einer Herz-Geste und kassierte dafür Gelb. Danach musste er sogar von Mitspielern zurückgehalten werden, als er den Schiedsrichter zur Rede stellen wollte.
Auch GAK-Trainer Ferdinand Feldhofer fand dafür klare Worte: „Da müssen wir sicher noch ein Wörtchen drüber reden. Das taugt mir gar nicht.“ Während der GAK damit einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt machte, taumelt Blau-Weiß Linz immer stärker Richtung Abstieg.
TOP – Sturm mit Big Points in Hütteldorf, aber ein Spitzenspiel mit fahlem Beigeschmack
Der SK Sturm Graz hat im Spitzenspiel der Runde ein klares Zeichen im Titelrennen gesetzt. Die Grazer gewannen beim SK Rapid mit 2:0 und bauten damit ihre Tabellenführung weiter aus.
Die Partie begann aus Sicht der Gäste ideal. Nach einem Eckball landete der Ball bei Albert Vallci, der sich im Strafraum drehte und aus kurzer Distanz zur frühen Führung traf (13.). Rapid blieb danach bemüht, fand offensiv jedoch kaum Lösungen gegen die kompakte Grazer Defensive.
Nach der Pause fiel die Vorentscheidung – mit kräftiger Mithilfe der Gastgeber. Ein Schuss rutschte Rapid-Torhüter Niklas Hedl durch, Seedy Jatta reagierte am schnellsten und staubte zum 2:0 für Sturm ab (52.).
Damit war die Partie im Grunde entschieden. Sturm kontrollierte das Spiel über weite Strecken und ließ Rapid kaum mehr gefährlich vor das Tor kommen. Erst in der Schlussphase hatten die Wiener noch einmal eine Möglichkeit, Yusuf Demir setzte den Ball jedoch über das Tor.
Für die Tabelle bedeutete das wichtige Punkte für den Spitzenreiter. Gleichzeitig hinterließ vor allem die Schlussphase dieses Spitzenspiels einen fahlen Beigeschmack. Unnötige Hektik durch harte Fouls, ein Schiedsrichter, der die Partie nicht mehr vollständig beruhigen konnte, reichlich Grazer Zeitspiel, Becherwürfe von Rapid-Fans sowie mehrere hitzige Szenen am Spielfeldrand sorgten für Diskussionen.
Am Ende bleiben für Sturm jedoch drei sehr wichtige Punkte im Titelrennen.
