Afrika Cup: Südafrika-Trainer Broos beklagt mangelndes Glück – Lob für Gegner Kamerun

Südafrika gab 18 Torchancen ab, traf aber nur einmal.
Südafrika gab 18 Torchancen ab, traf aber nur einmal.ABDEL MAJID BZIOUAT / AFP

Südafrika-Trainer Hugo Broos machte nach dem bitteren Ausscheiden von Bafana Bafana beim Afrika-Cup vor allem fehlendes Spielglück und eine mangelhafte Chancenverwertung für die Niederlage verantwortlich. Trotz des enttäuschenden Achtelfinal-Aus gegen Kamerun betonte der Cheftrainer, dass er für dieses Turnier auf die richtigen Spieler gesetzt habe. Zugleich kündigte er an, den Kader mit Blick auf die Weltmeisterschaft 2026 noch einmal kritisch zu überprüfen.

Südafrika unterlag am Sonntag in Rabat mit 1:2, obwohl die Mannschaft über weite Strecken das Spiel dominierte. Während Bafana Bafana zahlreiche Möglichkeiten ungenutzt ließ, zeigte sich Kamerun äußerst effizient. Bei 66 Prozent Ballbesitz und insgesamt 18 Torschüssen gelang Südafrika lediglich ein später Treffer durch Evidence Makgopa. Kamerun hingegen erzielte aus nur vier Schüssen auf das Tor zwei Treffer.

Zum Match-Center: Südafrika vs. Kamerun

"Das waren die richtigen Spieler zum richtigen Zeitpunkt für diesen Afrika-Cup", erklärte Broos nach dem Spiel. "In den kommenden Tagen und Wochen werden wir dieses Turnier genau analysieren, schauen, was gut gelaufen ist und was nicht, und daraus lernen. In sechs Monaten wartet bereits die Weltmeisterschaft."

Der Trainer machte deutlich, dass die Enttäuschung zwar groß sei, er sich aber nicht zu vorschnellen Aussagen hinreißen lassen wolle: "Im Moment ist man frustriert, traurig und enttäuscht. Oft sagt man dann Dinge, die man später bereut. Das werde ich nicht tun."

Broos zeigte sich überzeugt, dass der Matchplan stimmte, die Umsetzung jedoch nicht konsequent genug war. Vor allem in der starken Anfangsphase ließ Südafrika mehrere hochkarätige Chancen ungenutzt.

Abgefälschter Schuss führt zum Rückstand

"Wir hatten einen klaren Plan, und in der ersten Halbzeit drei hundertprozentige Möglichkeiten. Normalerweise entscheidet man ein Spiel dann", sagte er. "Wenn man solche Chancen vergibt, wird man fast immer bestraft."

Genau das sei geschehen. Nach einem abgewehrten Freistoß kam es zu einem abgefälschten Schuss, der zur Führung für Kamerun führte. Kurz nach der Pause folgte das zweite Gegentor.

Spielstatistiken
SpielstatistikenFlashscore

"Ab diesem Moment wird es extrem schwierig", so Broos weiter. "Wir haben weiter Druck gemacht und uns noch Chancen erspielt, aber unser Tor fiel zu spät, um noch die Verlängerung zu erzwingen."

Der Südafrika-Coach zollte dem Gegner Respekt: "Wie ich vor dem Spiel gesagt habe: Kamerun spielt mit viel Herz, ist kampfstark und verfügt über enorme Erfahrung. Genau das hat man heute gesehen."

"Manchmal fehlt einfach das Glück"

Trotz eines insgesamt durchwachsenen Turnierverlaufs nahm Broos seine Spieler in Schutz. Besonders gegen Kamerun habe schlicht das nötige Quäntchen Glück gefehlt.

"Meine Spieler haben 90 Minuten lang alles gegeben und bis zum Schluss gekämpft", betonte er. "In manchen Spielen waren wir nicht auf unserem besten Niveau, aber heute kann man ihnen keinen Vorwurf machen. Manchmal fehlt einfach das Glück – und das hatten wir nicht."

Spielerbewertungen
SpielerbewertungenFlashscore

Mit sechs Gegentoren in vier Spielen präsentierte sich Bafana Bafana defensiv anfälliger als in den vergangenen Jahren. Beim Turnier 2023 hatte das Team in sieben Begegnungen lediglich drei Gegentreffer kassiert und am Ende die Bronzemedaille gewonnen.

"Da stimme ich zu: Wir haben zu viele Tore zugelassen", räumte Broos ein. "Jetzt müssen wir genau analysieren, warum das so war, und dann den vollen Fokus auf die Weltmeisterschaft richten."