Zunächst war es wieder einmal Dzeko, der S04 durch sein sechstes Tor im achten Spiel auf Kurs brachte (29.). Kenan Karaman erhöhte für die deutlich überlegenen Schalker (38.). Dzeko sah dann aber die Rote Karte, nachdem er Husseyn Chakroun unbeabsichtigt mit dem Fuß auf Bauchhöhe getroffen hatte, und brachte damit unfreiwillig Spannung ins Spiel.
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Torhüter Loris Karius parierte zwar zunächst einen Foulelfmeter gegen Enzo Leopold (81.). Maik Nawrocki (82.) und Benedikt Pichler (90.+8) verhinderten aber einen Riesenschritt der Schalker Richtung Bundesliga. "Wir haben ein überragendes Spiel gemacht. Das tut unglaublich weh", sagte Trainer Miron Muslic, der zugleich betonte: "So leicht wird man uns nicht aus der Bahn bringen, auch nicht mit solchen Entscheidungen."
Dzeko und Karaman bringen Schalke in Front
Der Vorsprung des Tabellenführers auf Relegationsplatz drei beträgt drei Punkte, drei Jahre nach dem Absturz starten die Knappen dennoch aus einer vielversprechenden Position in den Aufstiegsendspurt. Hannover bleibt als Tabellenfünfter in Lauerstellung.
Gute Nachrichten hatte es für die königsblauen Fans in der ausverkauften Arena vor dem Anpfiff gegeben. Dzeko, der zu Wochenbeginn mit Rückenproblemen pausiert hatte, stand wieder zur Verfügung. Der Bosnier rückte in einer munteren Anfangsphase umgehend in den Fokus. Immer wieder suchten die Schalker ihren Topstar, der die ersten Abschlüsse aber ungenutzt ließ (10./14.). Karius, der auch mit einer Rückenverletzung ausgefallen war, rettete dafür gegen Elias Saad (22.).

Wenig später fand Karaman seinen Nebenmann mit einer flachen Hereingabe, Dzeko vollendete gnadenlos. Muslic zeigte die Faust - und durfte kurz darauf erneut jubeln, als Karaman völlig frei per Kopf traf. Schalke dominierte das bis dato beste Auswärtsteam der Liga.
Platzverweis leitet Wende ein
Es wirkte, als hätten die Ausrutscher der Konkurrenz den Königsblauen weiteren Schwung verliehen. Darmstadt 98 hatte in Magdeburg (1:1) ebenso einen Erfolg verpasst wie der SC Paderborn bei Arminia Bielefeld (2:2). Die SV Elversberg patzte dazu bei der SpVgg Greuther Fürth (0:2).

Der Platzverweis gegen Dzeko leitete die Wende in Gelsenkirchen ein. Mit verschränkten Armen verfolgte der einstige Bundesliga-Torschützenkönig, wie Nikola Katic etwas ungestüm Noel Aseko Nkili von den Beinen holte. Karius war zur Stelle, doch nach einem VAR-Check nach der folgenden Ecke zählte Nawrockis Treffer per Kopf.
Es kam für Schalke noch schlimmer. Karius unterschätzte eine Flanke und Pichler köpfte in letzter Sekunde ein. Dzeko wird Schalke zudem auf jeden Fall am Samstag beim Gipfeltreffen in Darmstadt fehlen.
2. Bundesliga: FCK triumphiert im Südwest-Derby
Der 1. FC Kaiserslautern hat seine minimalen Aufstiegs-Chancen durch einen Sieg im Südwest-Derby gewahrt. Die Roten Teufel gewannen 3:0 (2:0) gegen den Karlsruher SC. Semih Sahin (3.), Mergim Berisha (14.) und Mahir Emreli (90.+4) trafen für den FCK, der acht Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz aufweist.
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Vor knapp 50.000 Zuschauern auf dem Betzenberg hatte es schon die Anfangsphase in sich. Zunächst sorgten die Gäste in der ersten Minute gleich zweimal für Gefahr, dann brannte es sekundenlang im Karlsruher Strafraum - Sahin traf letztendlich. Winter-Neuzugang Berisha legte nach einem Fehler von KSC-Torwart Christian Bernat nach. Kurz vor der Pause vergab Paul Joly die große Chance auf das dritte FCK-Tor (42.).

Zu Beginn des zweiten Durchgangs drängten die Pfälzer weiter auf den dritten Treffer, ließen zunächst aber zahlreiche Chancen inklusive Aluminiumtreffer ungenutzt. Dann traf noch Emreli.
Klubrekord: Dresden fegt über Münster hinweg
Dynamo Dresden hat sich durch einen Rekordsieg etwas Luft im Abstiegskampf verschafft. Die Mannschaft von Trainer Thomas Stamm gewann am Sonntag das Kellerduell gegen Preußen Münster auch in der Höhe völlig verdient mit 6:0 (3:0) und verbesserte sich durch den zweiten Heimsieg in Serie auf Platz zwölf in der Tabelle.
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Für Dynamo trafen die beiden Doppelpacker Ben Bobzien (14./18.) und Niklas Hauptmann (31./57.) sowie Vincent Vermeij (59.) und Jason Ceka (75.). Noch nie zuvor hatten die Dresdner so hoch in der 2. Liga gewonnen, der bisherige Klubrekord war ein 5:0 gegen den VfB Stuttgart vor knapp zehn Jahren.

Dresden liegt nun drei Punkte vor Münster, das Team von Trainer Alexander Ende wirkte völlig überfordert und rutschte durch die empfindliche Pleite bei Dynamo auf den Relegationsrang ab. Dresden trumpfte bissig auf und ließ den Gästen von Beginn an keine Chance. Münster wankte bereits nach dem Doppelschlag von Bobzien, Hauptmann machte dann mit seinem ersten Treffer schon alles klar. Der Rest war Schaulaufen - doch Dresden ließ sehr zum Leidwesen der Münsteraner einfach nicht nach.
