Fredrik Joulamo, Sportdirektor der schwedischen Olympiamannschaft, klärt gerne auf. "Elis' juristisches Geschlecht ist weiblich, aber er identifiziert sich als Junge, also wenden wir als Pronomen er/ihn an." Außerdem sei es "wichtig, dass der Sport Platz für alle bietet und der Wettbewerb unter fairen Bedingungen stattfindet". Elis habe die Norm für einen Start auf der Buckelpiste erfüllt "und wir hoffen, dass für Elis noch weitere Spielen dazukommen".
Die Teilnahme von Transgender-Personen an Sportwettkämpfen, erst recht an Olympia, wird heftig diskutiert. Allerdings geht es dabei meist um Transfrauen und Menschen mit angeborenen Abweichungen in der binären biologischen Geschlechtsentwicklung, die einen sportlichen Vorteil bieten könnten - auch wenn neueste Studien dies anzweifeln. Viele Verbände haben oder planen Geschlechtstests, der Internationale Ski- und Snowboardverband will bis zur WM 2027 probeweise einen einführen.
Lundholm lebt seinen Traum bei Olympia
Lundholms Fall liegt anders. Er durchläuft keine geschlechtsangleichende Behandlung, hat vor fünf Jahren aber beschlossen, seinen Namen zu ändern und sich fortan als Mann vorzustellen. "Es war ein bisschen beängstigend, aber eine sehr gute Entscheidung", sagt er, in der Szene habe er nur positive Rückmeldungen erhalten: "Für mich ist das ziemlich unkompliziert."
Und so lebt der Europacup-Gesamtsieger der vergangenen Saison beginnend mit der Qualifikation am Dienstag (14.15 Uhr/ZDF und Eurosport) seinen Traum. Dass er es mit erst fünf Weltcup-Starts und einem 18. Rang als Topplatzierung zu Olympia geschafft hat - "ich konnte es nicht fassen und bin sehr, sehr glücklich", sagt der Student des Bauwesens.
Und die Geschlechter-Debatte? "Ich trete mit denselben Voraussetzungen an wie alle anderen", sagt er, "und damit sind auch alle fein." Punkt.
