Österreichs Sportlerin und Sportler des Jahres 2026 stehen fest: Janine Flock und Felix Gall haben sich bei der Wahl der heimischen Sportjournalisten durchgesetzt. Die beiden wurden am Donnerstagabend bei der 30. Lotterien-Sporthilfe-Gala in der Wiener Stadthalle mit dem Niki ausgezeichnet.
Für Flock ist es die erste Auszeichnung als Sportlerin des Jahres. Die 37-jährige Tirolerin hatte im Februar bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d'Ampezzo Gold im Skeleton gewonnen und damit den größten Erfolg ihrer Karriere gefeiert. „Ich bin sprachlos. Die Eindrücke sind unglaublich. Es ist eine Wertschätzung, nicht nur für meinen Weg, sondern auch für meine Sportart“, erklärte Flock.
Die Olympiasiegerin setzte sich bei der Wahl vor Riesentorlauf-Weltcupsiegerin Julia Scheib und Mountainbike-Weltmeisterin Valentina Höll durch. Erstmals ging die Auszeichnung an eine Athletin aus dem Skeletonsport.
Gall schreibt Radsportgeschichte
Bei den Männern sicherte sich Felix Gall zum zweiten Mal nach 2023 den Titel als Sportler des Jahres. Der 28-jährige Osttiroler blickt auf eine historische Saison zurück: Mit Platz drei beim Giro d'Italia und Rang zwei bei der Vuelta a España erreichte er als erster Österreicher bei zwei Grand Tours im selben Jahr einen Podestplatz.
„Es war mein erfolgreichstes Jahr, ich bin extrem zufrieden damit“, sagte Gall. Die Auszeichnung sei eine große Ehre, die er stellvertretend für den österreichischen Radsport und alle entgegennehme, die ihn auf seinem Weg unterstützen.
Gall setzte sich gegen Snowboard-Olympiasieger Alessandro Hämmerle und den Nordischen Kombinierer Johannes Lamparter durch.
LASK und Kühbauer feiern doppelt
Bei der Wahl zur Mannschaft des Jahres führte kein Weg am LASK vorbei. Die Linzer hatten in der vergangenen Saison den österreichischen Meistertitel gewonnen und mit dem Triumph im ÖFB Cup das zweite Double der Vereinsgeschichte perfekt gemacht. Im Sommer gelang zudem erstmals die Qualifikation für die Champions League.
Erfolgstrainer Dietmar Kühbauer nahm die Auszeichnung gemeinsam mit Stürmer Sasa Kalajdzic entgegen. Der Burgenländer stellte dabei die Leistung seiner Spieler in den Vordergrund.
„Es ist eine große Auszeichnung, aber ich stehe nur da, weil es die Mannschaft gut gemacht hat“, erklärte Kühbauer. Nach dem Cupsieg habe sein Team zunehmend an sich geglaubt, der Meistertitel sei schließlich die Krönung gewesen.
Wenig später durfte sich der 55-Jährige über einen weiteren Niki freuen. Kühbauer wurde auch zur Trainerpersönlichkeit des Jahres gewählt. Bemerkenswert ist dabei die Entwicklung des LASK: Als er die Linzer übernommen hatte, lag der Klub noch am Tabellenende.
Prohaska für Lebenswerk geehrt
Für einen besonders emotionalen Moment sorgte die Ehrung von Herbert Prohaska. Der 71-jährige Jahrhundertfußballer erhielt den Niki für sein Lebenswerk aus den Händen seiner vier Enkelkinder.
Prohaska zählt zu den erfolgreichsten Persönlichkeiten der österreichischen Fußballgeschichte. „Wenn du etwas für dein Lebenswerk bekommst, dann weißt du, dass du nicht mehr zu den Jungen gehörst“, scherzte Prohaska bei seiner Dankesrede. Anschließend wurde er emotional: „Mein Lebenswerk besteht aus den drei F: Familie, Freunde und Fußball.“
Weitere Auszeichnungen
In den Kategorien für Sportlerinnen und Sportler mit Behinderung wurden Veronika und Johannes Aigner ausgezeichnet. Veronika hatte bei den Paralympics vier Goldmedaillen und einmal Silber gewonnen, ihr Bruder dreimal Gold und einmal Bronze.
Bei den Special Olympics gingen die Preise an Schwimmerin Bianca Maier und Kletterer Silvio Gorsche. Das Projekt „Wings for Life Run“ wurde mit dem Preis für Sportler mit Herz ausgezeichnet.
Zum emotionalen Sportmoment des Jahres wurde der späte Ausgleichstreffer von Sasa Kalajdzic bei der Fußball-WM gegen Algerien gewählt. Der LASK-Stürmer hatte Österreich mit seinem Tor zum 3:3 in letzter Sekunde den Einzug ins Sechzehntelfinale gesichert.
