DOMEN UND NIKA PREVC (Skispringen)
Noch nie haben Bruder und Schwester eine olympische Disziplin derart dominiert wie derzeit zwei der fünf Prevc-Geschwister. Domen (26) gewann im Olympia-Winter elf von 20 Weltcupspringen, Nika (20) 13 von 24. Beide sind Weltmeister, beide halten den Skiflug-Weltrekord. In der geschwisterlichen Olympia-Rangliste lagen beide vor den Spielen 2026 allerdings hinter Peter (vier Medaillen, einmal Gold) und Cene (einmal Silber) mit null Medaillen nur auf Rang drei, gleichauf mit Nesthäkchen Ema - die ist als Balletttänzerin allerdings entschuldigt.
JOHANNES UND COLETTA RYDZEK (Nordische Kombination/Skilanglauf)
Johannes Rydzek (34) ist zum fünften Mal als Kombinierer olympisch dabei und zweimaliger Olympiasieger, seine jüngere Schwester Coletta (28) als Langläuferin erst zum zweiten Mal und noch medaillenlos. Ätsch! Dafür ist die olympische Zukunft von Colettas Sportart weitaus ungefährdeter als jene des großen Bruders. Ätsch zurück!
JENS UND EINAR LURAAS OFTEBRO (Nordische Kombination)
Drei Kombinierer schicken die Norweger in Val di Fiemme ins Rennen, zwei sind eng miteinander verwandt: Die Oftebro-Brüder Jens (25) und Einar Luraas (27) sind derzeit Nummer eins und zwei des NoKo-Mutterlands und könnten als Duett Gold im Teamsprint holen. Damit würden sie in der Reihe ganz großer Geschwister-Duos in der Olympia-Geschichte stehen, irgendwo bei Venus und Serena Williams sowie Mike und Bob Bryan - der Radball der Gebrüder Pospisil war ja leider nie olympisch.
LILLI UND LUISA WELCKE (Eishockey)
Dass die deutschen Eishockey-Frauen erstmals seit 2014 an Olympia teilnehmen, haben sie vor allem den Welcke-Zwillingen zu verdanken. Beim 2:1 gegen Ungarn im entscheidenden Qualifikationsspiel hatten Lilli und Luisa (23), die zusammen in den USA an der Boston University spielen, je einen Treffer erzielt. Dabei wollten sie als Kinder eigentlich ins Tennis-Camp. Es gab aber nicht mehr genug Plätze. Zweite Wahl: Eishockey.
HANNA UND ELVIRA ÖBERG (Biathlon)
Die Öbergs wissen einfach, wie man gewinnt. In dieser Saison liegen Hanna (30) und Elvira (26) - wie sollte es bei Schwestern anders sein - mit den Plätzen fünf und sechs im Gesamtweltcup ganz nah beieinander, feierten jeweils Siege alleine oder gemeinsam mit der Staffel. Bei den Winterspielen zählen die Schwedinnen deshalb natürlich zu den Medaillenanwärterinnen. "Ein geschwisterliches Podium hier in Antholz würde sehr viel bedeuten", sagt Elvira.
ADAM UND ISSAM AMMOUR (Bob)
Sie sind das große Zukunftsversprechen des deutschen Bobsports: Adam Ammour (24) mischt als Pilot seit drei Jahren den Weltcup auf und schickt sich gemeinsam mit Bruder Issam (32) als Anschieber an, die Nachfolge der hochdekorierten Francesco Friedrich und Johannes Lochner anzutreten. Vorläufiger Höhepunkt: Der Europameistertitel im Vierer im Januar in St. Moritz. Ein Handgelenkbruch hatte Adam 2019 dazu veranlasst, mit dem Turnen aufzuhören und seinem Bruder, der schon seit vier Jahren als Anschieber aktiv war, in den Bobsport zu folgen.
MATTHEW UND BRADY TKACHUK (Eishockey)
Die Brüder zählen zu den besten Spielern in der NHL - und zu den kontroversesten. Der zwei Jahre ältere Matthew (28) sorgt regelmäßig mit seiner aggressiven Spielweise für Schlagzeilen, auch Brady, in Ottawa Teamkollege von Tim Stützle, entzieht sich kaum einem Faustkampf.
Für Aufregung sorgte das Brüderpaar beim 4 Nations Face-off, als sie im auch von Donald Trump aufgeheizten Duell der USA gegen Kanada in den ersten Sekunden eine Schlägerei anzettelten. Beide gelten als große Anhänger von Trumps MAGA-Bewegung. Bei der Ehrung der Florida Panthers im Weißen Haus nach dem zweiten Stanley-Cup-Sieg erntete Matthew mit seinen Aussagen ("Ich bin so stolz, Amerikaner und hier zu sein") große Kritik.
SARAH SCHLEPER UND LASSE GAXIOLA (Ski-Alpin)
Im Sommerkleid stürzte sich Sarah Schleper (46) bei ihrem geplanten Abschied auf die Piste. Im Arm: Ihr Sohn Lasse. 2011 war das. 15 Jahre später ist Schleper doch noch aktiv, startet bei den Alpinen für Mexiko bei Olympia - genau wie der mittlerweile 18 Jahre alte Lasse. "Seit vielen Jahren dachten wir, dass es passieren könnte", sagt die stolze Mutter, "und jetzt zu sehen, dass es tatsächlich passiert ... das ist schwer zu begreifen".
BRIAR SCHWALLER-HÜRLIMANN UND YANNICK SCHWALLER (Curling)
Das Ehepaar tritt im Mixed-Wettbewerb an, für deutlich mehr Aufmerksamkeit sorgt allerdings ihr Sohn River. Nach dem Auftakterfolg seiner Eltern schnappte sich der 18 Monate junge Sprößling direkt den Besen seiner Mutter und zeigte sein Können. Als "Curling-Baby" ging River viral.
VANESSA UND KEVIN VOIGT (Biathlon)
Die eine mit dem Gewehr auf dem Rücken in der Loipe, der andere mit der Kamera in der Hand daneben: Die Zwillinge Voigt (28) haben sich auf ganz verschiedenen Wegen einen Namen im Biathlon-Zirkus gemacht. Während Vanessa auch bei diesen Winterspielen zum DSV-Aufgebot gehört, knipst ihr drei Minuten älterer Bruder Kevin als Fotograf die wichtigsten Olympia-Bilder. Und wie es sich für eine Familie gehört, darf dabei die ein oder andere verbale Anfeuerung für die Schwester nicht fehlen.
