Erneut keine Medaillen: Nullnummer der deutschen Snowboarder wirft Fragen auf

Ramona Hofmeister
Ramona HofmeisterUlrik Pedersen/NurPhoto / Shutterstock Editorial / Profimedia

Die deutschen Snowboarder bleiben wie schon 2022 bei Olympia medaillenlos. Das hat nicht nur mit Pech zu tun.

"Wir hatten uns mehr erhoff"

Das Happy End war so nah! Beinahe hätte Annika Morgan noch ein wenig bronzenen Glanz auf die triste Olympia-Bilanz der deutschen Snowboarder gestreut. 

Im Slopestyle-Finale lag die 24-Jährige völlig unverhofft auf Medaillenkurs – bis sie von der letzten Starterin noch auf Rang vier verdrängt wurde. Zerplatzt war die letzte Hoffnung auf Edelmetall, der Ertrag der Snowboarder ist damit genauso deprimierend wie 2022 bei den Spielen in Peking: kein Gold, kein Silber, kein Bronze.

"Wir haben uns das eine oder andere mehr erhofft", gesteht Hanns Michael Hölz, Präsident von Snowboard Germany. Er verweist auf den Sturz der viermaligen Gesamtweltcupsiegerin Ramona Hofmeister beim Parallel-Riesenslalom und den gemeinsamen Crash der aussichtsreich gestarteten Snowboardcrosser Martin Nörl und Leon Ulbricht.

Enteilt die Konkurrenz?

Doch Hölz weiß auch: Für das abermalig schwache Abschneiden ist Pech nur ein Grund. Denn während im Parallel-Riesenslalom – dessen olympische Zukunft weiter ungeklärt ist – und im Snowboardcross keine Zweifel an der grundsätzlichen Weltklasse der deutschen Athleten bestehen, klaffen in den Sparten Halfpipe, Big Air und Slopestyle bisweilen große Lücken zur Spitze.

Hölz ist alarmiert: Man dürfe der Konkurrenz aus Ostasien, den USA und Kanada "nicht ein ganzes Feld überlassen", mahnt er im Gespräch mit dem SID. Man denke deshalb über Kooperationen mit den Teams aus Österreich und der Schweiz nach. Unter anderem geht es dabei um gemeinsame Trainingslager.