Ermittlungen gegen Tiger Woods: Staatsanwaltschaft fordert medizinische Unterlagen an

Tiger Woods muss sich erneut vor Gericht verantworten.
Tiger Woods muss sich erneut vor Gericht verantworten.JIM WATSON / AFP

Nach dem Autounfall von Tiger Woods (50) im vergangenen Monat hat die Staatsanwaltschaft von Florida die Herausgabe seiner medizinischen Unterlagen erwirkt. Im Fokus stehen alle verschreibungspflichtigen Medikamente, die der Golfstar zum Zeitpunkt des Vorfalls am 27. März nahe seinem Wohnsitz auf Jupiter Island einnahm.

Die Vorladung folgt auf die offizielle Anklage wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss (DUI), nachdem Woods einen Urintest am Unfallort verweigert hatte. Zu dem Zusammenstoß kam es, als Woods auf einer Wohnstraße ein Überholmanöver versuchte. Sein Wagen touchierte dabei leicht einen Lastwagen, überschlug sich und blieb schließlich auf der Seite liegen. Glücklicherweise blieben beide Fahrer unverletzt.

In einem am Dienstag eingereichten Schriftsatz fordern die Behörden zudem alle ärztlichen Warnhinweise ein, die Woods bezüglich des "Führens eines Kraftfahrzeugs unter Medikation" erhalten hat. Die offizielle Vorladung wird am 22. April zugestellt; den Anwälten des Golfers bleibt eine Frist von zehn Tagen, um Einspruch zu erheben.

Verdacht auf Schmerzmittelmissbrauch

Die Beamten vor Ort vermuteten bereits unmittelbar nach dem Unfall, dass der US-Star unter dem Einfluss berauschender Substanzen stand. In seiner Tasche wurden zwei Norco-Tabletten sichergestellt, die den opioidhaltigen Wirkstoff Hydrocodon enthalten. Woods räumte gegenüber den Beamten ein, am Vortag "einige" verschreibungspflichtige Medikamente eingenommen zu haben. Laut Verhaftungsbericht verwies er zudem auf seine umfangreiche Krankengeschichte mit sieben Rückenoperationen und über 20 Eingriffen an seinem rechten Bein.

Bereits 2021 hatte sich Woods bei einem schweren Autounfall in Kalifornien komplizierte Beinverletzungen zugezogen. Seit seinem vorzeitigen Ausscheiden bei den British Open 2024 hat der 15-fache Major-Sieger an keinem Turnier der PGA-Tour mehr teilgenommen. Ein geplantes Comeback beim dieswöchigen Augusta Masters, dem ersten Major des Jahres, ist damit hinfällig.

Nach dem neuerlichen Vorfall hat sich Woods auf unbestimmte Zeit vom Profisport zurückgezogen. Berichten zufolge lässt er sich derzeit in einem Behandlungszentrum in der Schweiz betreuen. Fred Ridley, der Vorsitzende von Augusta National, erklärte am Mittwoch unterstützend: "Wir begrüßen Tigers Entscheidung, seiner Gesundheit und seinem Wohlbefinden nun oberste Priorität einzuräumen."


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