Nach seinem Vollgas-Start trat Jürgen Klopp noch einmal kurz auf die Bremse. Der neue Bundestrainer schickte stattdessen seinen Assistenten Pepijn Lijnders zur Champions League nach Dortmund, auch Sven Bender und Mads Buttgereit sollen in dieser Woche noch im Auftrag ihres Chefs unterwegs sein.
Beim hochmotivierten Klopp laufen vor seiner ersten Kadernominierung am 17. September die Fäden zusammen, nachdem er sehr zur Freude seines Bosses Bernd Neuendorf schon zahlreiche Besuche bei Vereinen und in den Stadien hinter sich hat.
"Er gibt wirklich Vollgas und macht sich ein umfassendes Bild von der Situation", sagte der DFB-Präsident im Interview mit der Sport Bild. Klopp, so sein Eindruck, verspüre "unbändige Lust, die Nationalmannschaft wieder nach vorne zu bringen".

Auch auf Trainingsplätzen zu sehen
Diese Meinung hat Neuendorf nicht exklusiv. Der Menschenfänger Klopp zeigte sich schon am Trainingsplatz in München, Frankfurt, Mainz und Stuttgart. "Wir haben uns sehr gefreut über das Treffen und natürlich freuen wir uns, wenn er direkt vor Ort ist und das Interesse zeigt, mit uns zusammenzuarbeiten", sagte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß.
Ein dickes Lob gab es auch vom Branchenprimus. "So aktiv wünsche ich mir einen Bundestrainer", sagte Bayern-Präsident Herbert Hainer der Bild. Der enge Kontakt mit den Trainern helfe, "denn die sehen die Spieler jeden Tag, die können genau beurteilen, in welcher spielerischen und mentalen Verfassung die Spieler sind".

Beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) herrscht nach den ersten Arbeitswochen Klopps Aufbruchstimmung. "Bei seiner enormen Trainervergangenheit und seiner Art, Menschen mitzunehmen, merkt man jetzt schon, dass er etwas entfachen kann", sagte Sportdirektor Rudi Völler bei Sport1. "Man merkt, dass er brennt. Dass er es nicht abwarten kann, dass es endlich losgeht", ergänzte der Weltmeister von 1990.
