Emotionale Momente in Oberhof: Nawrath stürmt aufs Podest – Erinnerung an Bakken

Philipp Nawrath
Philipp NawrathTOBIAS SCHWARZ / AFP

Philipp Nawrath hat beim Heimspiel-Auftakt in Oberhof für den erhofften deutschen Podestplatz gesorgt. Im Sprint belegte der 32-Jährige mit einer Strafrunde den zweiten Platz, es ist das zweite Podium des Winters in einem Einzelrennen für die Männer des Deutschen Skiverbandes (DSV). Der Rückstand zu Tagessieger Tommaso Giacomel (1 Strafrunde) betrug am Ende 13,2 Sekunden.

"Es ist eine Riesenerleichterung", sagte Nawrath am ARD-Mikrofon nach seinem ersten Einzelpodest des Winters: "Ich bin froh, dass es so funktioniert hat."

Insgesamt präsentierte sich die deutsche Mannschaft, die vor allem in der Loipe überzeugte, stark. Hinter Nawrath erreichte Philipp Horn (1/+38,7 Sekunden) den siebten Platz, David Zobel (1/+59,9) wurde Zwölfter und sicherte sich so die halbe Olympia-Norm.

Lucas Fratzscher (2/+1:21,1 Minuten) verpasste mit einer guten Leistung nur knapp die Top 15. Justus Strelow (3/+2:13,0) und Johannes Kühn (5/+2:27,7) lagen deutlicher zurück.

Gedanken an Bakken

Tommaso Giacomel feierte derweil einen emotionalen Sieg im Sprint, der ganz im Zeichen von Sivert Guttorm Bakken gestanden hatte. Der norwegische Biathlet war am 23. Dezember tot in seinem Hotelzimmer im Höhenlager von Lavazè in Südtirol aufgefunden worden, die Ursache ist weiter unbekannt. Giacomel wollte eigentlich an jenem Tag zusammen mit Bakken Ski fahren gehen.

Zu Ehren von Bakken wurde die "1" nicht für das Rennen über zehn Kilometer vergeben, der Startbereich blieb zu Beginn leer. Athleten, Trainer und Fans gedachten mit einer Minute Applaus, es flossen viele Tränen. Im Zielbereich sendete Giacomel dann einen Gruß gen Himmel.