Leon Draisaitl ging ein weiteres Mal voran. Nach seinem 23-Sekunden-Blitztor und dem erfolgreichen Olympia-Auftakt gegen Dänemark führte der Kapitän und Starspieler die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft auf die wohlverdiente Ehrenrunde.
Aus den Lautsprechern der kleinen Rho-Arena im Mailänder Nordwesten hallte der italienische Evergreen "Sarà perché ti amo", Draisaitl winkte lächelnd ins Publikum – und war trotzdem nicht vollends zufrieden.
Ein "bisschen glücklich" sei der 3:1 (1:1, 2:0, 0:0)-Erfolg gegen kämpferische Dänen gewesen, sagte Draisaitl: "Aber das nehme ich gerne so mit. Da habe ich jetzt kein Problem mit."
Der Traumstart nach 23 Sekunden, als Draisaitl einen Pass seines besten Kumpels Frederik Tiffels sehenswert ins Tor schob, ließ die Fans noch auf ein Torfestival der Mannschaft von Bundestrainer Harold Kreis hoffen.

Kritik aus den eigenen Reihen
Stattdessen verloren Draisaitl und Co. den Zugriff, man habe "ein bisschen Fuß vom Gas genommen und nicht mehr ganz so aggressiv gespielt", kritisierte der Stürmer der Edmonton Oilers. "Nicht leicht" und auch "nicht immer schön" fand Angreifer Nico Sturm den Auftakt.
Der Doppelpack von Tim Stützle (25., 31.) und ein starker Philipp Grubauer im Tor (37 Paraden) stellten den erhofften Auftaktsieg letztlich sicher. "Ich nehme die drei Punkte jetzt mit und schaue nach vorne", sagte Draisaitl nach seinem ersten Länderspiel seit über sechs Jahren.
Mit in die zweite Partie gegen Lettland (Samstag, 12:10 Uhr) nahm die DEB-Auswahl auch wichtige Erkenntnisse. Die offensichtlichste: Die namhaften Zugänge aus der NHL heben das Niveau merklich und werden ihrer Rolle als Führungsspieler gerecht.

Oilers-Superstar Draisaitl, der Routinier Moritz Müller als Kapitän abgelöst hat, glänzte auf Anhieb als Torschütze. Stützle war doppelt erfolgreich, John-Jason Peterka reihte sich als Vorlagengeber ein, Moritz Seider gab den Abräumer in der Defensive.
Und Goalie Grubauer, in der laufenden Saison einer der besten NHL-Torhüter, konservierte seine starke Form in Italien. Der unglückliche Gegentreffer durch seinen Seattle-Teamkollegen Oscar Fisker Molgaard (14.) schmälerte die Leistung des 34-Jährigen nicht.
Bundestrainer ist zufrieden
"Das sind alles sehr gute Eishockey-Spieler, und das haben sie heute aufs Eis gebracht", sagte Bundestrainer Kreis, der seinem Team insgesamt ein Kompliment aussprach: "Das war für das erste Spiel auf diesem kleinen Eis einsatztechnisch hervorragend und ergebnistechnisch auch sehr gut."

