Zwischen Hype und Hoffnung: Das DHB-Team um Draisaitl startet ins olympische Turnier

Draisaitl und Co: Zwischen Hype und Hoffnung
Draisaitl und Co: Zwischen Hype und HoffnungProfimedia

Die deutschen Eishockey-Männer um Leon Draisaitl starten ins olympische Turnier. Der Hype ist angesichts der hochkarätigen Besetzung riesig. Doch was ist wirklich möglich?

Harold Kreis stützte sich auf seinen Schläger und ließ zufrieden den Blick über das Eis schweifen. Mit hohem Tempo und viel Einsatz stürzte sich die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft in der nagelneuen Arena im Südosten von Mailand in ihre olympische Reise, sehr zum Wohlwollen des Bundestrainers. "Es sind alle gut drauf, alle sehr motiviert", sagte Kreis nach dem ersten Training mit dem fast kompletten Team: "Wir freuen uns, dass es am Donnerstag endlich losgeht".

"Unheimlich talentiertes Team"

Im mit Spannung erwarteten ersten Gruppenspiel gegen Dänemark (21.10 Uhr/ZDF und Eurosport) will die Auswahl des Deutschen Eishockey Bundes (DEB) um Top-Star Leon Draisaitl sofort "den ersten Maßstab setzen", betonte Verteidiger Moritz Seider. Der Hype ist jedenfalls riesig. Als viel zitierte beste Nationalmannschaft der Geschichte jagt das deutsche Team in Italien seinen Medaillentraum. Nicht zu unrecht, finden die Beteiligten.

"Wir haben jeden Aspekt, den du in einer Mannschaft haben möchtest, dabei", sagt Draisaitl. Auch Seider, der gemeinsam mit Draisaitl und Tim Stützle ein dreiköpfiges Kapitänsteam bildet, schwärmt von einem "unheimlich talentierten Team". Die Mannschaft sei auch dank der zahlreichen NHL-Profis "gut besetzt, sie ist technisch gut, sie ist läuferisch gut", sagt Kreis: "Aber wir spielen auch gegen Gegner, die sind das genauso."

Das ist noch vorsichtig ausgedrückt. Allen voran die Teams aus Kanada und den USA sind gespickt mit NHL-Stars wie Connor McDavid und Sidney Crosby (Kanada) oder NHL-MVP Connor Hellebuyck (USA). Nicht wenige rechnen am Ende des hochkarätig besetzten Turniers mit einem nordamerikanischen Duell um Gold. Direkt dahinter machen sich jedoch auch Schweden, Tschechien, Finnland oder die Schweiz berechtigte Medaillenhoffnungen. Und Deutschland?

"Größtes Event, was es für uns Sportler gibt"

"Das Wichtigste ist, dass wir uns als Mannschaft schnell finden, dass wir unsere Rollen akzeptieren und einnehmen", betont Draisaitl, auf den sich in Mailand schon in den ersten Tagen nahezu die komplette Aufmerksamkeit konzentrierte: "Dann glaube ich, dass da sehr, sehr viel drin ist für uns. Wir freuen uns alle sehr darauf, der Eishockey-Welt zeigen zu können, wie gut wir spielen können."

Am besten fängt das deutsche Team damit schon am Donnerstag an. Die Spiele gegen WM-Schreck Dänemark, der im Mai für das enttäuschende Vorrunden-Aus des DEB-Teams gesorgt hatte, und Lettland (Samstag, 12.10 Uhr) sind mit Blick auf eine gute Ausgangslage für die K.o.-Phase von enormer Wichtigkeit, bevor es im Gruppenfinale (Sonntag, 21.10 Uhr) gegen die USA geht.

Die hohe Erwartungshaltung soll die deutsche Mannschaft dabei nicht lähmen. Olympia sei nun einmal "das größte Event, was es für uns Sportler gibt. Genauso sollte man das auch behandeln", betont Seider. Sobald aber am Donnerstag "die Scheibe aufs Eis fällt, sind alle ready genug, um da einfach gutes Eishockey spielen zu wollen. Da mache ich mir keine Sorgen."

Zum Match-Center: Deutschland vs. Lettland