NHL: Niederlagen für Draisaitl und Co. – Toronto feiert Ende der Pleitenserie

Die Toronto Maple Leafs haben am Donnerstag in der NHL endlich wieder einen Sieg eingefahren.
Die Toronto Maple Leafs haben am Donnerstag in der NHL endlich wieder einen Sieg eingefahren.John E. Sokolowski-Imagn Images

Die deutschen Eishockey-Profis haben in der nordamerikanischen Profiliga NHL allesamt Niederlagen kassiert. Deutlich unterlegen war Leon Draisaitl mit den Edmonton Oilers. Die Kanadier, die jüngst zweimal nacheinander gewonnen hatten, unterlagen bei den Dallas Stars mit 2:7. Draisaitl legte im zweiten Drittel den Treffer zum 1:5 auf, eine Aufholjagd gelang aber nicht mehr.

Dallas Stars 7:2 Edmonton Oilers

Edmonton war insbesondere in der Anfangsphase deutlich unterlegen und lag schnell mit 0:5 zurück. Im Rennen um die Playoff-Plätze war dies ein Dämpfer, noch liegt Edmonton aber auf Kurs. Die Dallas Stars bleiben derweil das Maß der Dinge im Westen: Jason Robertson verbuchte vier Punkte, während Captain Jamie Benn doppelt traf. Dallas baute damit seine Punkteserie auf 14 Spiele aus.

Für die Oilers war es ein Abend zum Vergessen: Connor McDavids beeindruckende Auswärts-Punkteserie von 19 Spielen riss, und Goalie Tristan Jarry erwischte keinen guten Tag. Dallas führte bereits nach zwei Dritteln mit 5:2 und kontrollierte das Spielgeschehen souverän bis zum Ende.

Utah Mammoth 2:3 (OT) Chicago Blackhawks

Utah scheint der Lieblingsgegner der Blackhawks zu sein: Zum vierten Mal in dieser Saison siegte Chicago gegen das Team aus Salt Lake City. Der goldene Treffer in der Verlängerung gelang Wunderkind Connor Bedard, der einen Abpraller eiskalt verwertete. Zuvor hatte Olympia-Teilnehmer John-Jason Peterka beim 2:3 nach Verlängerung einen Treffer erzielt.

Die Mammoth führten lange Zeit durch Dylan Guenther, verpassten es aber, den Sack zuzumachen. Chicago bewies Moral, glich zweimal aus und belohnte sich schließlich in der Overtime für einen engagierten Auftritt. Goalie Spencer Knight feierte nach krankheitsbedingter Pause ein starkes Comeback.

Minnesota Wild 2:3 (PEN) Philadelphia Flyers

Nico Sturm unterlag mit Minnesota Wild gegen die Philadelphia Flyers mit 2:3 nach Penaltyschießen. Resilienz wird bei den Flyers großgeschrieben: Trotz einer Ankunft um 3 Uhr morgens kämpfte sich Philadelphia zurück ins Spiel. Owen Tippett erzielte im Schlussdrittel den wichtigen Ausgleich in Unterzahl, bevor Travis Konecny im Shootout den Deckel draufmachte.

Minnesota, angeführt von Kirill Kaprizov und Quinn Hughes, konnte eine 2:1-Führung nicht über die Zeit retten. Für Kaprizov war es immerhin das sechste Heimspiel in Folge mit einem Treffer, doch am Ende fehlte den Wild die Konsequenz im Penaltyschießen gegen den starken Dan Vladar.

Tampa Bay Lightning 4:1 Detroit Red Wings

Auch für Verteidiger Moritz Seider und die Detroit Red Wings gab es beim 1:4 bei Tampa Bay Lightning nichts zu holen. Für die Gastgeber war es derweil ein historischer Abend: Nikita Kucherov erreichte als erst 14. außerhalb Nordamerikas geborener Spieler die Marke von 1.100 Punkten, zudem feierte Coach Jon Cooper seinen 700. Sieg mit dem Franchise. Auf dem Eis glänzten vor allem Gage Goncalves und Jake Guentzel mit jeweils zwei Treffern.

Detroit wirkte phasenweise ideenlos gegen das extrem effektive Tampa Bay. Zwar konnte J.T. Compher zwischenzeitlich verkürzen, doch gegen die stabil stehende Defensive und Goalie-Legende Andrei Vasilevskiy (9. Saison in Folge mit 30 Siegen) war kein Kraut gewachsen.

Seattle Kraken 1:5 Colorado Avalanche

Torhüter Philipp Grubauer saß beim 1:5 der Seattle Kraken beim Spitzenteam Colorado Avalanche zunächst auf der Bank und kam beim Spielstand von 0:3 zu Beginn des zweiten Drittels aufs Eis. Grubauer kassierte gegen sein Ex-Team noch zwei weitere Treffer. 

Nathan MacKinnon war einmal mehr nicht zu stoppen und sammelte beim deutlichen Sieg der Avalanche vier Scorerpunkte. Colorado dominierte von der ersten Minute an und ließ Seattle kaum Raum zur Entfaltung. Besonders erfreulich für die "Avs": Neuzugang Nazem Kadri erzielte seinen ersten Treffer im neuen Dress. Die Kraken kassierten ihre vierte Niederlage in Folge und wirkten gegen die Schnelligkeit und Präzision der Avalanche phasenweise überfordert.

Boston Bruins 2:4 San Jose Sharks

Für die von Marco Sturm trainierten Boston Bruins geht derweil das Wechselspiel von Siegen und Niederlagen munter weiter. Diesmal gab es ein 2:4 gegen die San Jose Sharks, das für die Männer aus Massachusetts die erste Heimniederlage seit Dezember bedeutet. Der Mann des Abends war William Eklund, der trotz einer Verletzung auflief und im dritten Drittel ein echtes Highlight-Tor erzielte: Nachdem sein erster Schuss pariert wurde, beförderte er den Puck im Fallen aus der Luft unter die Latte zum 4:0.

Boston versuchte zwar spät noch einmal alles, doch mehr als die Anschlusstreffer durch David Pastrnak und Fraser Minten sprangen nicht heraus. Sharks-Goalie Alex Nedeljkovic war mit 39 Paraden ein unüberwindbares Hindernis und beendete damit Bostons beeindruckende Serie von 13 Heimsiegen in Folge. Seit der Olympiapause wechseln sich Erfolge und Niederlagen bei den Bruins ab.

Buffalo Sabres 1:2 Washington Capitals

Party-Crasher in Buffalo: Die Washington Capitals haben den Siegeszug der Sabres gestoppt und ihnen nach acht Spielen wieder eine Niederlage zugefügt. In einer defensiv geprägten Partie war es Jakob Chychrun, der kurz vor Schluss (18:27 im dritten Drittel) nach glänzender Vorarbeit von Aliaksei Protas den Siegtreffer markierte.

Für Buffalo war es eine bittere Pille, da sie das Spiel im ersten Drittel mit 15:3 Schüssen klar dominierten, aber immer wieder an einem glänzenden Charlie Lindgren (29 Paraden) scheiterten. Besonders beeindruckend war Lindgrens Dreifach-Save gegen Tage Thompson kurz vor Ende des ersten Abschnitts.

Carolina Hurricanes 1:3 St. Louis Blues

Die St. Louis Blues setzen ihren Aufwärtstrend fort und bauten ihre Punkteserie auf sechs Spiele aus. Matchwinner war Jimmy Snuggerud, der mit einem Doppelpack die Hoffnungen der Hurricanes zunichtemachte. Sein zweiter Treffer im Schlussdrittel war besonders abgezockt, als er eine unübersichtliche Situation vor dem Tor blitzschnell ausnutzte.

Die Hurricanes, die zuvor eine Heim-Punkteserie von 12 Spielen vorweisen konnten, erlebten einen frustrierenden Abend. Trotz einer drückenden Überlegenheit im ersten Drittel (13:2 Schüsse) gelang ihnen nur ein einziger Treffer durch Mark Jankowski. Blues-Keeper Jordan Binnington hielt den Sieg mit 31 Paraden fest.

Florida Panthers 2:1 (OT) Columbus Blue Jackets

Der amtierende Champion aus Florida zittert sich zum Sieg: In einer engen Kiste gegen die Blue Jackets sorgte Sam Reinhart in der Verlängerung für die Entscheidung. Nach einem Foul an Matthew Tkachuk nutzten die Panthers das Powerplay eiskalt aus, um den dritten Sieg in Folge einzufahren.

Obwohl Columbus das Spiel über weite Strecken kontrollierte – Trainer Rick Bowness sprach sogar von Dominanz –, scheiterten sie an einem überragenden Sergei Bobrovsky. Der Panther-Goalie parierte 30 Schüsse und hielt sein Team im Spiel, während Columbus trotz einer Punkteserie von nun acht Spielen der vergebenen Chance auf den zweiten Punkt nachtrauerte.

New Jersey Devils 4:5 Calgary Flames

Torfestival im Prudential Center! Die Calgary Flames behielten in einem wilden Schlagabtausch die Oberhand, auch dank John Beecher, dem sein erster Doppelpack in der NHL gelang. Besonders sehenswert war sein zweiter Treffer in Unterzahl zu Beginn des zweiten Drittels, bei dem er seinen eigenen Rebound verwertete.

Für die Devils war es ein Abend zum Vergessen für die Defensive, insbesondere für die Hughes-Reihe, die bei vier Gegentoren auf dem Eis stand. Zwar kamen Jack und Luke Hughes jeweils auf ein Tor und einen Assist, doch am Ende reichte der späte Anschluss in der Schlussminute nicht mehr aus, um die Niederlage abzuwenden.

Toronto Maple Leafs 6:4 Anaheim Ducks

Ein Sieg mit extrem bitterem Beigeschmack für Toronto: Die Maple Leafs beendeten zwar ihre acht Spiele dauernde Pleitenserie, verloren aber ihren Kapitän Auston Matthews. Nach einem harten Knie-auf-Knie-Check von Radko Gudas musste Matthews, der kurz zuvor noch sein Tor-Comeback nach einer Flaute gefeiert hatte, verletzt vom Eis gebracht werden.

Sportlich zeigten die Leafs jedoch Charakter und drehten einen 1:3-Rückstand durch vier Tore in den Special Teams (drei Powerplay-Tore, ein Unterzahl-Tor). Matthew Knies war mit vier Punkten der überragende Akteur des Abends und sorgte per Empty-Netter für die endgültige Entscheidung.

Winnipeg Jets 3:6 New York Rangers

Die Rangers surfen weiter auf der Erfolgswelle: Alexis Lafrenière knipste erneut und steht nun bei neun Toren aus den letzten zehn Spielen. Gemeinsam mit Rookie Gabe Perreault zerlegten die Rangers die Defensive der Jets, die vor allem in der eigenen Zone enorme Zuordnungsprobleme hatten.

Winnipeg konnte das Spiel bis zum Beginn des dritten Drittels offen gestalten (3:3), brach dann aber innerhalb weniger Minuten ein. Drei Tore der Rangers im Schlussabschnitt besiegelten die Niederlage für die Jets, die nun versuchen müssen, ihren "D-Zone-Blues" schnellstmöglich abzuschütteln.

Vancouver Canucks 4:3 (PEN) Nashville Predators

Drama pur in Vancouver! Die Canucks retteten sich nur 61 Sekunden vor dem Ende durch einen Treffer von Filip Hronek in die Overtime. Im anschließenden Shootout behielt Jake DeBrusk die Nerven, während Canucks-Goalie Nikita Tolopilo alle drei Versuche der Predators entschärfte.

Nashville hatte den Sieg eigentlich schon vor Augen, besonders dank Tyson Jost, dem sein erster Doppelpack seit fast fünf Jahren gelang. Doch Vancouver gab nicht auf und belohnte sich für eine kämpferische Schlussphase mit zwei wichtigen Punkten.

Vegas Golden Knights 6:2 Pittsburgh Penguins

Die Vegas Golden Knights meldeten sich eindrucksvoll aus ihrer Krise zurück. Pavel Dorofeyev war mit drei Punkten der überragende Mann und führte sein Team zum Ende der drei Spiele dauernden Niederlagenserie. Vegas zeigte sich vor allem im Abschluss eiskalt.

Die Penguins hingegen finden weiterhin nicht zu ihrer Form und haben nun fünf der letzten sechs Spiele verloren. Trotz Toren von Rickard Rakell und Youngster Benjamin Kindel war Pittsburgh defensiv zu anfällig, um gegen die druckvoll agierenden Golden Knights bestehen zu können.