Ein Sieg fehlt den beiden Vizeweltmeistern von 2023 noch, um mit ihren Teams auf dem schnellsten Weg ins Playoff-Halbfinale der Deutschen Eishockey Liga (DEL) einzuziehen. Die beiden stärksten Mannschaften der Hauptrunde sind ihrer Favoritenrolle in der ersten K.o.-Runde komplett gerecht geworden: sechs Spiele, sechs Siege, die Haie mit etwas mehr Mühe als die Adler. Die beiden Traditionsklubs sind auf Kurs - und haben entspannte Feiertage vor Augen.
Tuomie und Co. könnten am Dienstag vor erneut über 18.000 Zuschauern in der heimischen Lanxess Arena die Best-of-seven-Serie beenden, Schütz und die Mannheimer schlagen zeitgleich (19.30 Uhr/beide MagentaSport) in Bremerhaven zum ersten Matchball auf. "Mit unseren Fans im Rücken wollen wir wieder angreifen", kündigte Tuomie bei MagentaSport an. Sollte der vierte Sieg nicht im ersten Anlauf gelingen, müssten die Haie zumindest an Ostern nicht mehr reisen: Die Spiele sechs und sieben fänden, falls notwendig, daheim statt, weil Köln wegen der Hallenbelegung in den ersten Partien das Heimrecht mit Schwenningen getauscht hatte.
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Mannheim mit guten Erinnerungen an München
Doch dass dann gespielt wird, glaubt kaum jemand, zu widerstandsfähig und abgezockt präsentierte sich bisher der Hauptrundensieger. Auf dem Weg zum neunten Meistertitel, dem ersten nach 24 Jahren, ist Schwenningen trotz aller Gegenwehr kein Stolperstein. Deutlich schwieriger dürfte die Aufgabe im Halbfinale ab 8. April werden, denn Titelverteidiger Eisbären Berlin hat mit dem 4:2 bei den Straubing Tigers die Serienführung übernommen. Der DEL-Rekordmeister kommt allmählich in Schwung und wäre der nächste Kölner Gegner - in einer Neuauflage des letztjährigen Finales, in dem er die Haie mit drei 7:0-Klatschen in Folge demütigte.
Die Mannheimer, die im 20. Jahr in Folge in den Playoffs stehen, könnten auf Red Bull München treffen. Die Bayern liegen nach dem 5:2 vom Sonntag im Derby gegen den ERC Ingolstadt wie Berlin mit 2:1 vorne. Auch dieses Halbfinalduell hätte Revanche-Charakter: Im Viertelfinale vor einem Jahr schalteten die Adler die Münchner mit 4:2 aus.
Die Mannheimer haben bislang in den Playoffs den besten Eindruck hinterlassen. Im dritten Spiel gegen Bremerhaven traf Schütz nach 109 Sekunden gleich mit dem ersten Torschuss. "Das hat der ganzen Mannschaft einen Ruck gegeben", sagte der Stürmer, acht Minuten später stand es bereits 4:0.
Zum Match-Center: Adler Mannheim vs. Fischtown Pinguins Bremerhaven
Deutlich mehr Mühe hatten die Haie: Erst zwölf Sekunden vor Schluss sorgte Maximilian Kammerer mit seinem Schuss ins leere Tor für die Entscheidung. "Mit Herz und Blut" habe man "das Spiel über die Runden gebracht", meinte Tuomie, "jetzt wird es körperlich und auch mental schwerer." Über Ostern könnte er sich aber ein wenig ausruhen.
