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Ein Mann wie ein Naturereignis: Volleyball trauert um "Hammer-Schorsch" Georg Grozer

Die Grozers prägten den deutschen Volleyball in den letzten Jahrzehnten
Die Grozers prägten den deutschen Volleyball in den letzten JahrzehntenČTK / imago sportfotodienst / imago sportfotodienst

Als Georg Grozer senior in jungen Jahren seine Koffer packte und Budapest den Rücken kehrte, war er in Deutschland noch ein unbeschriebenes Blatt. Doch der Volleyballer, in Ungarn längst Nationalspieler, lehrte seine Gegner mit seiner grenzenlosen Wucht bald das Fürchten und verdiente sich einen Ehrentitel: Als "Hammer-Schorsch" ging Grozer in die deutsche Sportgeschichte ein. Am Samstag verstarb er unerwartet zwei Tage vor seinem 62. Geburtstag - doch sein Name bleibt.

Mit nur 21 Jahren war Grozer nach Deutschland gekommen, sein Sohn Georg junior war da bereits geboren. Knapp zwei Jahrzehnte bevor der ebenso talentierte Sprössling die Familientradition weiterführen sollte, schlug der Außenangreifer in der neuen Heimat sportlich gewaltig ein. Mit seinem Tod verliere "der deutsche und internationale Volleyball eine prägende Persönlichkeit", schrieb der Deutsche Volleyball-Verband (DVV): "Seine Erfolge als Spieler und sein langjähriges Wirken für den Volleyball werden in Erinnerung bleiben."

Seine Erfolgsgeschichte hatte Grozer ab 1988 beim Moerser SC geschrieben, den Verein vom Niederrhein führte er zu Beginn der 90er Jahre zur deutschen Meisterschaft, zwei Pokalerfolgen und auch zum Triumph im Europapokal. "Georg war ein außergewöhnlicher Weltklasseathlet und eine der prägendsten Persönlichkeiten in der Geschichte unseres Vereins", teilte der MSC mit.

Nur 19 Länderspiele – und doch unvergessen

Denn wenn Grozer, dessen unnachahmlicher Stil von purer Kraft geprägt war, das Feld betrat, war Spektakel garantiert. Setzte der Außenangreifer zum Sprung an, dann stand er in der Luft, holte er zum Schlag aus, krachte es. "Dieser Mann", wie es das Volleyballmagazin einmal schrieb, "war ein Naturereignis: Wo Georg Grozer hinschlug, wuchs kein Gras mehr."

Zwei Europameisterschaften absolvierte Grozer für Deutschland, auch wenn er aufgrund eines Disputs mit dem damaligen Bundestrainer nicht auf mehr als 19 Länderspiele kam. Eine größere Rolle in der Nationalmannschaft sollte erst sein Sohn übernehmen, vom Vater selbst noch zwei Jahre in Moers trainiert und unter dessen Augen zum Nationalspieler berufen.

Ein Name, drei Generationen

Über zwei Jahrzehnte gehört der Diagonalangreifer nun zu den prägendsten Figuren im deutschen Volleyball, auch Spitzname und Spielstil übernahm er von seinem Vater. Doch auch die Ära des 41-Jährigen geht langsam zu Ende, bei der aktuellen Europameisterschaft fehlt der Starspieler angeschlagen.

Zum Glück steht der nächste Volleyballstar mit dem Namen Grozer längst bereit. Bei ihrer ersten EM im August mit den DVV-Frauen sorgte Leana (19) für Furore, schon jetzt folgt das in Moers geborene Ausnahmetalent in puncto brachialer Angriffsgewalt ihrem Opa und Papa. Und auch ihre Schwester Loreen (16) setzt in Schwerin schon zum Sprung an. Die Familie Grozer und der deutsche Volleyball, sie gehören zusammen.