Drei Rote Karten zum WM-Auftakt, trotzdem kein Rekord – Sitholes rabenschwarzer Tag

Sitholes erlebte beim WM-Auftakt einen rabenschwarzen Tag
Sitholes erlebte beim WM-Auftakt einen rabenschwarzen TagREUTERS/Hannah Mckay

Drei Rote Karten wie beim WM-Auftaktmatch zwischen Mexiko und Südafrika (2:0)? Schon mal dagewesen. Den unrühmlichen Rekord in einem WM-Spiel hält das Achtelfinale der WM 2006 in Deutschland zwischen Portugal und den Niederlanden (1:0) am 25. Juni 2006. In dem Spiel, später als "Schlacht von Nürnberg" bezeichnet, flogen gleich vier Spieler vom Platz, zwei von jeder Mannschaft, alle mit Gelb-Rot.

Nach dem Rote-Karten-Festival zum WM-Start schüttelte Hugo Broos nur noch den Kopf. Über den ersten Platzverweis, gut, da müsse man nicht groß reden, sagte der Nationaltrainer Südafrikas, "die Karte kann ich noch verstehen". Die zweite aber, für ein vergleichsweise harmloses Vergehen? Nein!

"Da blockt ein Mexikaner meinen Spieler", klagte Broos in der Pressekonferenz, "das war zu wenig, um eine Rote Karte zu geben." Er habe zwar noch genügend "Spieler für das nächste Spiel, aber das ist wirklich nicht schön".

Drei Rote Karten in einem WM-Spiel waren zuletzt ebenfalls beim Endturnier in Deutschland gezeigt worden - und das gleich zweimal. Drei Platzverweise gab es bei den Spielen Italien gegen die USA (1:1) und Kroatien gegen Australien (2:2). Insgesamt sah bei der WM 2006 die Rekordzahl von 28 Spielern Gelb-Rot oder Rot. Drei oder mehr Platzverweise gab es seit der WM 1938 in insgesamt acht Spielen.

Im Auftaktspiel der WM 2026 sahen beim 2:0 von Mexiko gegen Südafrika der Mexikaner César Montes sowie die Südafrikaner Yaya Sithole und Thema Zwane Rot von Schiedsrichter Wilton Sampaio aus Brasilien.

Zum Flashscore WM-Tracker des Auftaktspiels

Erst Bock, dann Rot: Sitholes rabenschwarzer Tag

Yaya Sithole blickte verzweifelt in Richtung Himmel über dem Aztekenstadion, dann trottete der Südafrikaner mit hängenden Schultern vom Rasen: Gegentor im Eröffnungsspiel gegen Mexiko verschuldet, Rote Karte kassiert - so sieht mal ein richtig rabenschwarzer Tag aus. Nach nicht einmal einer Stunde Spielzeit hatte die Fußball-WM ihre erste tragische Figur.

Sphephelo S'Miso Sithole, so "Yayas" voller und klangvoller Name, ist eigentlich ein grundsolider Mittelfeldspieler, 27 Jahre alt, berufstätig bei CD Tondela, mit dem er gerade aus Portugals erster Liga abgestiegen ist. Doch Sitholes 29. Länderspiel sorgte dafür, dass der Abstieg bei weitem nicht sein unerfreulichstes Fußball-Erlebnis im Jahr 2026 war.

In der 9. Minute hatte Sithole den Ball am eigenen Strafraum gegen Érik Lira verloren, Julian Quinones dankte mit dem ersten Treffer dieser Mega-WM. Und nach der Pause endete Südafrikas zaghafte Aufholjagd, als Sithole dem enteilten Brian Gutierrez von hinten in die Beine stolperte (49.). Schiedsrichter Wilton Sampaio aus Brasilien zeigte unverzüglich Rot. Und machte Yayas schwärzesten Tag perfekt.

Ach ja: Der Unglücksrabe trägt bei dieser WM die Nummer 13. Oder, womöglich: Er trug sie.

Zum Match-Center: Mexiko vs. Südafrika