Von seiner Popularität hat Deniz Undav offensichtlich nichts eingebüßt. Das war vergangenen Woche im Trainingslager des VfB Stuttgart am Chiemsee zu beobachten.
Bei der Saisoneröffnung am Wochenende hallte es "Deniz Undav, Deniz Undav", durch die Stuttgarter Arena. Der Mittelstürmer kam beim 3:1 gegen den FC Everton nur eine gute halbe Stunde zum Einsatz, Akzente konnte er nicht setzen – aber er hat ja auch noch Trainingsrückstand.

Die ernüchternde Weltmeisterschaft – bei der Undav zumindest anfänglich für Furore sorgte – hat seinem Status als Publikumsliebling nicht geschadet.
Der Fußball ist "schnellebig"
Die WM selbst, sagt der 30-Jährige, hat er längst abgehakt. "Eine Woche" grübelte er vor sich hin.
Nicht vergessen hat er den Hype um ihn, "das hat mich übertrieben gefreut. Es zeigt, dass ich viele Supporter habe, die einfach der Meinung waren, dass ich spielen muss. Das hat gezeigt, dass ich irgendwas richtig gemacht habe."

Das heißt selbstverständlich nicht, dass es so bleibt. "Ich habe", gesteht Undav, "den Hype genossen. Oder ich genieße ihn. Aber im Endeffekt muss ich wieder auf dem Platz liefern. Wenn es nicht so ist, dann wird es schnell wieder andersrum sein".
Der Fußball sei "schnelllebig". Er glaube aber, behauptet Undav, dass er damit gut umgehen könne, dass er nicht abhebe. "Das ist schwer, aber Gott sei Dank bin ich 30, ich bin ein alter Hase. Da werde ich nicht arrogant, sondern bleibe gleich."
Mehr Gehalt und Fokus auf Champions League
Dass er künftig noch penibler beobachtet wird, dürfte Undav bewusst sein. Noch vor der WM unterschrieb er einen Vertrag beim VfB bis 2029.

Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet hat, soll das Torjäger-Unikat dafür neben einer "signing fee" von drei Millionen Euro nun bis zu sechs Millionen jährlich erhalten.
In der kommenden Saison will sich Undav verstärkt auf die Champions League fokussieren. "Wir können nicht immer auf die Bundesliga gucken", sagt er. Auch das Abschneiden in Europa müsse als Maßstab dienen: "Wir müssen auch versuchen, dass wir mal eine Runde weiterkommen im internationalen Bereich, und das muss das Ziel sein."
Will sich für DFB-Team empfehlen
Was seine Zukunft unter Jürgen Klopp angeht, ist sich der Torjäger nicht so sicher. "Es kann sein, dass es eine komplett andere Aufstellung sein wird wie beim Bundestrainer davor", sagt Undav. Er möchte deswegen "einfach Leistung bringen und dann wird es hoffentlich geschätzt, dass ich dann eingeladen werde".

