Das deutsche Damen-Tennisjahr 2025 im Review: Lys, Seidel – und dann lange nichts

Lys (l.) und Seidel sind die beiden größten Hoffnungen im deutschen Damen-Tennis
Lys (l.) und Seidel sind die beiden größten Hoffnungen im deutschen Damen-TennisČTK / imago sportfotodienst / Juergen Hasenkopf

Drei DTB-Spielerinnen zum Jahresabschluss in den Top 50: Das gab es zuletzt 2017, als die Generation um Angelique Kerber riesige Erfolge einfuhr. Was nach einem guten Jahr klingt, spricht bei näherer Betrachtung dennoch nicht für eine gute Entwicklung. Denn zwei dieser drei Spielerinnen stehen eher vor dem Ende als in der Blütezeit ihrer Karriere. Allerdings klopft ein deutsches Talent inzwischen sehr laut an die Tür zur Weltklasse an. Flashscore wirft einen Blick auf das Damen-Tennis im Jahr 2025.

Eva Lys kämpft sich frei

Endlich konnte Eva Lys mal eine Saison durchspielen, ohne dass eine größere Verletzung oder eine Krankheit sie aufhielte. Und prompt spielte sich die Hamburgerin in die erweiterte Weltspitze. Allerdings wurde es auch Zeit, dass sie ihr großes Talent ausspielt, denn im Januar wird sie bereits 24 Jahre alt und kann nicht mehr wirklich zu den Youngstern gezählt werden.

Aber nun ist die Achtelfinalistin der Australian Open mit Platz 40 die beste Spielerin des DTB. Und nach ihrem starken Jahresabschluss mit je zwei Viertelfinals und Achtelfinals bei ihren letzten sechs Turnieren geht sie mit viel Selbstvertrauen in die neue Saison.

Tatjana Maria: Erst Riesensensation, dann Enttäuschung

Für den größten Erfolg und wohl auch eine der größten Sensationen in der WTA-Geschichte sorgte allerdings die 15 Jahre ältere Tatjana Maria mit ihrem Triumph beim WTA 500-Turnier im traditionsreichen Queen's Club. Dort besiegte sie auf Rasen vier aktuelle oder ehemalige Grand Slam-Siegerinnen und -finalistinnen hintereinander, bevor sie im Endspiel die spätere Finalistin von Wimbledon sowie den US Open, Amanda Anisimova, bezwang.

Dennoch fiel die 38-Jährige in 2025 hauptsächlich durch frühe Niederlagen oder vereinzelt kleinere Erfolg bei ITF-Turnieren auf. Dies reichte allerdings, um 2025 auf einem respektablen Platz 45 in der Weltrangliste zu beenden.

Starke Veteranin und eine verlorene Generation

Einen Rang dahinter auf 46 hat sich Laura Siegemund eingereiht. Die 37-Jährige sparte sich ihre stärksten Leistungen für die große Bühne auf: Sie erreichte jeweils die dritte Runde der Australian Open sowie US Open und das Viertelfinale in Wimbledon sowie in Wuhan zum Abschluss der Saison.

Die unverhofften Erfolge Marias und Siegemund kaschierten dagegen ein wenig die schwachen Ergebnisse der Generation, von denen eigentlich Ergebnisse erwartet wurden. Spielerinnen wie Tamara Korpatsch, Anna-Lena Friedsam oder Jule Niemeier befinden sich im besten Alter, spielten in der Saison 2025 aus verschiedenen Gründen wie Verletzungen oder Formtief jedoch kaum eine Rolle.

Junges Talent setzt Meilensteine

Neben Lys erlebte auch Ella Seidel in 2025 einen kleinen Durchbruch und spielte sich zum ersten Mal in die Top 100. In den letzten Monaten zeigte sie vor allem auf Hartplatz teilweise enorme Nervenstärke und besiegte mit ihrem knallharten Aufschlag Gegnerinnen wie Emma Navarro, Beatriz Haddad Maia, Magdalena Frech oder Yulia Putintseva.

Auf Platz 84 stehend könnte die 20-Jährige in der nächsten Saison einen noch größeren Sprung nach vorne machen. Allerdings drängen sich hinter der Hamburgerin kaum andere junge Spielerinnen auf – Zukunftsversprechen wie Noma Noha Akugue oder Nastasja Schunk sind nur noch auf Platz 274 bzw. Platz 301 zu finden -  so dass die 20-Jährige neben Lys die aktuell größte Hoffnung des DTB ist.