"Selbstverständlich" hätte Sport1 die WM "gerne weiterhin im Portfolio gehabt. Über mehr als zwei Jahrzehnte haben wir maßgeblich dazu beigetragen, den Darts-Sport im deutschen Free-TV zu etablieren und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen", sagte Andreas Gerhardt, Chief Content and Distribution Officer bei Sport1: "Dass sich der Markt weiterentwickelt und entsprechende Begehrlichkeiten entstehen, gehört zur Dynamik eines erfolgreichen Sports."
Der Sender behält aber über eine Sublizenz von DAZN Rechte an anderen PDC-Turnieren wie etwa der Premier League oder den German Open. "Unser Anspruch bleibt klar: Sport1 ist und bleibt die Heimat des Darts im deutschen Free-TV", sagte Gerhardt.
ProSiebenSat.1 spricht von "Volltreffer"
Der Erwerb sei "ein Volltreffer", sagte CCO Henrik Pabst von ProSiebenSat.1 in einer Mitteilung: "Die Weltmeisterschaft hat sich in den letzten Jahren zu einem Sport-Highlight mit Kult-Faktor entwickelt." Zuletzt hatte das Medienunternehmen unter anderem auch die Rechte an den Handball-Weltmeisterschaften bis 2031 erworben und setze nun laut Pabst "einen weiteren wichtigen Meilenstein in unserer Sport-Strategie".
Sport1 verliert die Rechte für das große Jahreshighlight im Darts nach 23 Jahren. Das kommende Turnier (10. Dezember 2026 bis 3. Januar 2027) wird das vorerst letzte unter Sport1-Regie sein.
Quoten-Hit
Der Sender, der seit 2004 die WM-Rechte hält und durch die Übertragung großen Anteil am Aufschwung der Sportart in Deutschland besitzt, verliert seinen größten Quotenerfolg.
Anfang des Jahres hatten zwei Millionen Menschen zum Endspiel zwischen Weltmeister Luke Littler und Gian van Veen (7:1) im Londoner Alexandra Palace eingeschaltet (Marktanteil: neun Prozent). Neben der WM wechseln auch die wichtigen Major-Turniere ab 2027 den TV-Platz.

Auch DAZN überträgt
Die Pay-TV-Rechte werden weiterhin beim Streamingdienst DAZN liegen, der eine langfristige Kooperation mit ProSiebenSat.1 einging. Der Sender gab bereits bekannt, die WM bis 2032 zu zeigen und das Angebot für Darts-Übertragungen massiv auszuweiten.
Neben den bisher bereits enthaltenen Turnieren der World Series und der European Tour kommen unter anderem die niedriger dotierten Events der Players Championships, der Challenge Tour, der Development Tour und der Women's Series hinzu.
