"Happy Feet" im Ally Pally: Darts-Überflieger Hood und der Traum vom Restaurant

Justin Hood nach seinem Sieg über Josh Rock
Justin Hood nach seinem Sieg über Josh RockPDC

100.000 Pfund werden nicht reichen, um seinen Traum zu realisieren. Aber wer sagt, dass es bei diesem Preisgeld bleibt? Justin Hood trumpft in diesen Tagen bei der Darts-WM groß auf, das Viertelfinale muss für den Engländer, der im Alexandra Palace längst zum Publikumsliebling geworden ist, noch nicht Endstation sein.

"Glaubt mir, er ist ein fantastischer Dartsspieler. Wirklich ein Kracher", sagte der zweimalige Weltmeister Gary Anderson voller Respekt über Hood. Die beiden treffen am Neujahrstag in der Runde der besten acht aufeinander, und der Ausgang dieses ungleichen Duells lässt sich kaum vorhersagen.

Noch vor einiger Zeit hätte man wohl klar auf Anderson getippt, der im Achtelfinale den Ex-Weltmeister Michael van Gerwen geschlagen hat, doch Hood spielt eine herausragende WM. Das Scoring des 32-Jährigen, genannt "Happy Feet", ist herausragend, noch besser aber ist seine Quote auf die Doppelfelder. "In den letzten sechs Wochen habe ich vier bis fünf Stunden täglich investiert, und es zahlt sich aus", sagte Hood.

Dem Engländer mit dem Faible für chinesisches Essen ist viel zuzutrauen - auch ein Erfolg gegen Anderson. Mit dem Einzug ins Halbfinale hätte er 200.000 Pfund sicher, und so langsam würde dann auch sein Traumziel konkretere Formen annehmen.

Hood möchte ein Restaurant eröffnen, das - natürlich - auf chinesische Küche spezialisiert ist. Je weiter der 86. der PDC-Weltrangliste bei der WM kommt, desto größer ist das Preisgeld. Die Million, die der Weltmeister bekommt, ist noch weit entfernt, im Duell mit Anderson spricht vor allem die Erfahrung für den Schotten.

Littler legt sich mit Ally-Pally-Publikum an

"Ich mache mir um niemanden Sorgen. Es ist ein Dartsspiel", sagte Hood: "Wenn ich so spiele, wie ich kann, kann ich jeden schlagen. Wenn nicht, werde ich geschlagen. Aber ich bin zuversichtlich, dass ich gewinne."

Die Fans im Ally Pally haben Hood längst in ihr Herz geschlossen, ihm würden sie den Titel weitaus mehr gönnen als Weltmeister Luke Littler. Der 18-Jährige hatte sich jüngst mit den Zuschauern angelegt, nachdem die ihn ausgebuht hatten. "Ihr zahlt für Tickets - ihr zahlt also mein Preisgeld. Danke für mein Geld", sagte Littler.

Hood hingegen genießt den Moment. "Wenn die Leute deinen Namen singen und so hinter dir stehen — das ist ein großartiges Gefühl", sagte er und schob hinterher: "Hoffentlich bleibt das so." Mit der Unterstützung der Fans scheint der Traum vom eigenen Restaurant ganz nah.