378 Tage musste Sarah Zadrazil auf diesen Moment warten. Beim Trainingsauftakt am ÖFB-Campus stand die 33-jährige Bayern-Legionärin erstmals seit ihrer Kreuzbandverletzung wieder offiziell mit dem Frauen-Nationalteam auf dem Platz.
Bereits im April und Juni hatte Zadrazil als Trainingsgast mit der Mannschaft gearbeitet. Nun gehört die 128-fache Teamspielerin wieder regulär zum Aufgebot und könnte in den beiden WM-Playoff-Spielen gegen den Kosovo ihr Comeback feiern.
„Es ist wunderschön, wieder hier zu sein und aktiv mitwirken zu können“, sagte Zadrazil nach ihrer Rückkehr. Besonders die Atmosphäre innerhalb der neu formierten Mannschaft macht ihr Mut: „Man spürt, dass wir eine spezielle Energie auf dem Platz haben.“
Welche Rolle sie nach der langen Pause bereits übernehmen kann, lässt die Mittelfeldspielerin offen. An ihrem Führungsanspruch ändert das Comeback aber nichts. „Natürlich bin ich hergekommen, um mich als Führungsspielerin einzubringen, ganz egal ob auf oder neben dem Platz.“
Das Ziel, das alle eint
Unter Teamchef Lars Söndergaard und dessen neu formiertem Betreuerstab erkennt Zadrazil bereits eine positive Entwicklung. „Man merkt, dass hier mit dem neuen Trainer- und Betreuerstab etwas entsteht und wir eine bestimmte Energie entwickeln können“, erklärte sie.
Das große Ziel ist klar: die erstmalige Qualifikation für eine Weltmeisterschaft. Dafür muss Österreich zunächst die erste Play-off-Runde gegen den Kosovo überstehen. Das Hinspiel steigt am Freitag in Prishtina, vier Tage später folgt die Entscheidung am Wiener Sport-Club-Platz.
Persönliche Ziele stellt Zadrazil dabei hinten an. „Das Ziel ist eindeutig, dass wir die zwei Spiele gewinnen und in die zweite Play-off-Runde kommen.“ Natürlich hoffe sie darauf, nach der langen Pause auch wieder Einsatzminuten sammeln zu können. „Aber das liegt am Ende in der Entscheidung des Teamchefs.“
Zadrazil ist nicht die einzige prominente Rückkehrerin. Auch Marie Höbinger und Lilli Purtscheller stehen nach überstandenen Knieverletzungen wieder im ÖFB-Kader.
„Ich freue mich extrem für die beiden. Ich weiß, was dahintersteckt, sich zurückzukämpfen“, sagte Zadrazil. Die Rückkehr des Trios erhöhe auch die Möglichkeiten der Mannschaft: „Wir haben enorme Qualität, individuelle Qualität und die zwei werden uns da noch einmal stärker machen.“
