Orlando und das Toronto-Trauma: NBA-Team von Wagner und Da Silva schlecht wie nie

Tristan da Silva auf dem Weg zum Korb für Orlando Magic
Tristan da Silva auf dem Weg zum Korb für Orlando MagicMike Watters-Imagn Images via REUTERS

Moritz Wagner stand bedient in der Ecke des Courts, als Orlando Magic die letzten Sekunden einfach ablaufen ließ. Nach diesem niederschmetternden Spiel, der höchsten Pleite der Klubgeschichte, war die Schlusssirene für den Basketball-Weltmeister und seine Mitspieler fast schon eine Erlösung. Die denkwürdige Klatsche in Kanada markierte den nächsten Tiefpunkt einer NBA-Saison, die bislang zum Vergessen ist.

"Es ist schwer zu erklären, schwer zu verdauen", sagte Magic-Profi Desmond Bane nach dem deprimierenden 87:139 bei den Toronto Raptors: "Ich glaube, jeder, der das Spiel gesehen hat, weiß genau, warum wir verloren haben. Wir haben niemanden verteidigt, zu viele Ballverluste produziert." Sein Team sei dann überrollt worden, so Bane weiter. Acht Spieltage vor Ende der regulären Saison sind sämtliche Ziele in Gefahr. Orlando liegt drei Siege hinter den direkten Playoff-Plätzen – die ungeliebten Playins drohen.

Zum Match-Center: Toronto Raptors vs. Orlando Magic

In Toronto war die Mannschaft von Trainer Jamahl Mosley derart hoffnungslos unterlegen, dass es Grund zur Sorge gibt. Nach einem 0:31-Negativlauf, dem längsten unbeantworteten Run seit Beginn der Erfassung der Play-by-Play-Statistik in der Saison 1997/98, war die Partie bereits im zweiten Viertel entschieden. Die siebte Niederlage in den vergangenen acht Spielen, nur gegen das Kellerkind Sacramento Kings gab es zuletzt einen Sieg, reihte sich in eine Abfolge unglücklicher Entwicklungen ein, die das Magic-Team seit dem Start der Spielzeit beschäftigen.

Franz Wagners Verletzung wiegt schwer

Dabei war Orlando als Geheimfavorit auf die Meisterschaft gestartet, unter anderem gab der Klub vier (!) Erstrundenpicks an die Memphis Grizzlies ab, um Bane zu holen und mit ihm als drittem Star neben Paolo Banchero und Franz Wagner ernsthaft anzugreifen. Denn in den vergangenen beiden Jahren war jeweils in der ersten Playoff-Runde Schluss gewesen.

Ein Grund für die Talfahrt ist die Verletztenmisere, vor allem der Ausfall von Franz Wagner wiegt weiterhin schwer. Am 11. Februar absolvierte der Welt- und Europameister im ersten Jahr seines 224-Millionen-Dollar-Vertrags sein bislang letztes NBA-Spiel. Seitdem setzt er aus, um seine Knöchelverstauchung vernünftig auszukurieren. Erst kürzlich hatte er im Orlando Sentinel zugegeben, dass seine Rückkehr Mitte Januar beim Berlin-Spiel nur fünf Wochen, nachdem er die Blessur erlitten hatte, zu früh gewesen war. Und auch bei seinem älteren Bruder läuft es aktuell durchwachsen.

Nach seinem Kreuzbandriss tut sich Moritz Wagner schwer, zuletzt sah er nur wenige Minuten und wurde teilweise auch gar nicht eingesetzt. Von der Form vor seiner Ende 2024 erlittenen Verletzung ist er noch weit entfernt. "Natürlich nervt es einen irgendwo auch selbst. Aber man lernt über die Jahre, das nicht persönlich zu nehmen", sagte der 28-Jährige zuletzt in seinem Podcast "Kannst du so nicht sagen" zu seinen geringeren Spielanteilen. In Toronto zeigte er mit sieben Punkten und vier Rebounds in zwölf Minuten von der Bank aber eine durchaus ordentliche Leistung.

So richtig Hoffnung macht aus deutscher Sicht aktuell neben der diffusen Aussicht auf ein Comeback Franz Wagners vor allem Tristan da Silva, der in Abwesenheit von Wagner meist startet und eine starke zweite NBA-Saison spielt. Die Krise wird aber auch der Münchner nicht alleine beenden können.