NBA: "SGA" mit Buzzer-Beater zum Uralt-Rekord – Auch Harden schreibt Geschichte

Shai Gilgeous-Alexander jubelt beim Sieg gegen die Denver Nuggets.
Shai Gilgeous-Alexander jubelt beim Sieg gegen die Denver Nuggets.Gerald Leong /CTK / AP

Shai Gilgeous-Alexander hat am Montag Wilt Chamberlains 63 Jahre alten Rekord von 20-Punkte-Spielen eingestellt, als die Oklahoma City Thunder die Denver Nuggets in einem mitreißenden Duell der Western Conference mit 129:126 besiegten.

Oklahoma City Thunder 129:126 Denver Nuggets

Vor 63 Jahren kam NBA-Legende Wilt Chamberlain im 126. aufeinanderfolgenden Spiel auf 20 oder mehr Punkte, jetzt hat Basketballstar Shai Gilgeous-Alexander diesen Uralt-Rekord eingestellt. Mit seinen 35 Punkten für Champion Oklahoma City Thunder beim 129:126 über die Denver Nuggets zog der MVP der vergangenen Saison mit Chamberlain gleich - und sorgte auch noch für den Sieg.

"Das ist immer noch schwierig zu begreifen", sagte Gilgeous-Alexander zur Bestmarke: "Ehrlich gesagt versuche ich, gar nicht darüber nachzudenken. So viele Dinge müssen stimmen, damit man sein Ziel erreicht. Aber natürlich ist es etwas Besonderes, mit so einem Mann in einem Atemzug genannt zu werden. Es ist verrückt, wenn man darüber nachdenkt, wo ich vor zehn Jahren war und heute bin."

"SGA", dem im Topspiel der Western Conference beim knapp verpassten Triple-Double zusätzlich 15 Assists und neun Rebounds gelangen, traf drei Sekunden vor Schluss per Dreier zum Sieg. "Ich habe versucht, mir Platz für den Wurf zu verschaffen – und er ging rein", sagte der Matchwinner aus Kanada.

Nikola Jokic, Starspieler der Nuggets, verneigte sich. "Ich glaube nicht, dass die Leute wissen, wie schwierig das ist", meinte der Serbe: "Er ist ein außergewöhnlicher Spieler." Der 1999 verstorbene Chamberlain hatte den Rekord zwischen 1961 und 1963 aufgestellt. Gilgeous-Alexander könnte ihn schon in der Nacht zu Freitag gegen Rekordmeister Boston Celtics übertreffen. Isaiah Hartenstein kam auch gegen Denver nicht für OKC zum Einsatz, der deutsche Center ist verletzt.

Cleveland Cavaliers 115:101 Philadelphia 76ers

Nationalmannschaftskapitän Dennis Schröder gewann mit den Cleveland Cavaliers 115:101 gegen die Philadelphia 76ers. Der Welt- und Europameister zeigte mit vier Punkten eine unauffällige Vorstellung. Bester Werfer der Cavs war James Harden (21), der als neunter NBA-Profi die 29.000-Punkte-Marke übertraf.

Die Cavaliers hingegen bewiesen einmal mehr ihre Heimstärke und festigten mit dem 18. Sieg aus den letzten 24 Spielen ihren vierten Platz im Osten. Donovan Mitchell (17 Punkte) und Evan Mobley (15 Punkte) führten ein ausgeglichenes Team an, in dem Keon Ellis mit 19 Punkten von der Bank als heimlicher Held glänzte. Cleveland überrollte die Sixers förmlich im dritten Viertel und machte damit den "Season Sweep" (alle Spiele gegen die 76ers gewonnen) perfekt.

Brooklyn Nets 126:115 Memphis Grizzlies

In einem Duell, das eher an ein Lazarett-Treffen erinnerte, behielten die Nets die Oberhand. Obwohl Brooklyn auf Top-Scorer Michael Porter Jr. verzichtete, sprangen andere in die Bresche: Day'Ron Sharpe egalisierte mit 19 Punkten seine Saisonbestleistung, während Rookie Nolan Traore mit wichtigen Würfen im vierten Viertel den Sack zumachte. Für die Nets war es der zweite Sieg in Folge, was nach der vorangegangenen Zehn-Spiele-Niederlagenserie fast wie eine Meisterschaft gefeiert wurde.

Bei den Grizzlies sieht es hingegen düster aus. Mit nur acht verfügbaren Spielern – Stars wie Ja Morant fehlten an allen Ecken und Enden – war der Widerstand begrenzt. Rayan Rupert kämpfte zwar mit einem Karrierebestwert von 20 Punkten gegen die vierte Pleite in Folge an, doch die Tiefe der Nets-Bank (67:40 Punkte-Vorteil) gab letztlich den Ausschlag. Memphis rutscht damit immer tiefer in die Krise.

Utah Jazz 119:116 Golden State Warriors

Wer hätte gedacht, dass ein "No-Name" den Warriors die Show stiehlt? Blake Hinson, ein Two-Way-Player der Jazz, versenkte 29,9 Sekunden vor Schluss den entscheidenden Dreier und schockte damit die Dubs. Utah, das zuvor acht von neun Spielen verloren hatte, nutzte die Abwesenheit von Stephen Curry eiskalt aus. Kyle Filipowski dominierte unter den Brettern mit 19 Punkten und 15 Rebounds.

Die Warriors kämpfen derweil um ihr Überleben im Play-In-Rennen, wirken aber ohne ihren Anführer Curry oft ideenlos. De’Anthony Melton war mit 22 Punkten zwar bemüht, doch am Ende waren es die vergebenen Freiwürfe von Brandin Podziemski und die mangelnde Disziplin an der Linie (nur 14 von 21), die Golden State den Sieg kosteten. Ein herber Rückschlag für das Team von Steve Kerr.

Los Angeles Clippers 126:118 New York Knicks

Die Clippers sind zurück im Geschäft! Mit dem Sieg gegen die Knicks kletterte das Team aus L.A. zum ersten Mal seit November wieder auf eine ausgeglichene Bilanz von 32-32. Kawhi Leonard war einmal mehr die Effizienz in Person (29 Punkte), während Bennedict Mathurin mit 22 seiner insgesamt 28 Punkte in der zweiten Halbzeit zum absoluten X-Faktor wurde. Die Clippers scheinen pünktlich zum Saisonendspurt ihren Rhythmus gefunden zu haben.

Die Knicks hielten vor toller Kulisse im Intuit Dome lange mit, angeführt von einem überragenden Karl-Anthony Towns (35 Punkte, 12 Rebounds), der jedoch kurz vor Schluss mit seinem sechsten Foul vom Feld musste. Jalen Brunson versuchte am Ende alles, um den Rückstand noch zu drehen, doch die Clippers blieben an der Freiwurflinie und durch einen wichtigen Dreier von Derrick Jones Jr. cool. New York bleibt zwar Dritter im Osten, muss aber aufpassen, den Anschluss nach oben nicht zu verlieren.