NBA: Nächster Sieg für Orlando und Wagner – Celtics bleiben weiter heiß

Die Boston Celtics feiern einen weiteren Sieg in der NBA.
Die Boston Celtics feiern einen weiteren Sieg in der NBA.JAIDEN TRIPI / GETTY IMAGES VIA AFP

Der deutsche Basketballstar Franz Wagner hat mit Orlando Magic einen wichtigen Sieg im Rennen um den direkten Einzug in die Playoffs der NBA gefeiert. Das Team aus dem US-Bundesstaat Florida setzte sich mit 112:108 bei den New Orleans Pelicans durch, es war der zweite Erfolg nacheinander für Orlando. Welt- und Europameister Wagner sammelte im dritten Spiel nach seiner überstandenen Knöchelverletzung elf Punkte, fünf Rebounds und zwei Assists.

New Orleans Pelicans 108:112 Orlando Magic

Landsmann Tristan da Silva erzielte zwei Punkte, drei Rebounds und zwei Assists, Moritz Wagner kam wieder nicht zum Einsatz. Orlando liegt in der Eastern Conference auf Platz neun und ist sicher für die Playins qualifiziert. Der Rückstand zu den Philadelphia 76ers, die derzeit auf Rang sechs liegend direkt in die Playoffs einziehen würden, beträgt vier Spiele vor dem Ende der regulären Saison aber nur einen Sieg.

Dank einer Energieleistung von Desmond Bane (27 Punkte) drehte Orlando einen 15-Punkte-Rückstand im zweiten Durchgang. Es war der neunte Sieg in Folge für die Magic gegen New Orleans. Besonders beeindruckend: Orlando gewann trotz einer miserablen Dreierquote von nur 21 % durch pure Willenskraft in der Defensive.

Die Pelicans hingegen brachen am Ende komplett ein. In den letzten knapp fünf Minuten gelang dem Team um Zion Williamson nur noch ein einziger Korb aus dem Feld. Während Williamson im vierten Viertel fast völlig abgemeldet war (nur 1 Punkt), nutzte Orlando einen 14:2-Lauf, um die Führung zu übernehmen und den Sieg an der Freiwurflinie nach Hause zu bringen.

Cleveland Cavaliers 117:108 Indiana Pacers

Dennis Schröder gewann mit den Cleveland Cavaliers 117:108 gegen die Indiana Pacers. Der Nationalmannschaftskapitän steuerte sechs Punkte, zwei Rebounds und drei Assists zum Erfolg seines Teams bei.

Teamkamerad Donovan Mitchell hat unterdessen wieder einmal bewiesen, warum er zu den Elite-Scorern der Liga gehört. Nachdem Cleveland in der ersten Halbzeit noch zurücklag, drehte Mitchell im zweiten Durchgang auf und erzielte 23 seiner insgesamt 38 Punkte nach der Pause. Unterstützt wurde er von Routinier James Harden, der 28 Zähler auflegte. Mit diesem Sieg fehlt den Cavaliers nur noch ein einziger Erfolg, um sich das Heimrecht für die erste Playoff-Runde zu sichern.

Die Pacers hingegen kämpften mit dem sprichwörtlichen letzten Aufgebot. Da die Top-5-Scorer verletzt fehlten, standen nur neun Spieler zur Verfügung. Zwar zeigten Obi Toppin und Micah Potter mit jeweils 21 Punkten eine couragierte Leistung, doch gegen die individuelle Klasse von Mitchell und Harden war im vierten Viertel kein Kraut gewachsen. Indiana rutscht damit weiter in den Tabellenkeller.

Oklahoma City Thunder 146:111 Utah Jazz

Das gilt auch für Isaiah Hartenstein und Oklahoma City Thunder. Der NBA-Champion schlug Utah Jazz ohne Probleme mit 146:111, der deutsche Center erzielte zehn Punkte, acht Rebounds und drei Assists. Oklahoma City liegt in der Western Conference souverän auf Rang eins und träumt vom zweiten Titel in Folge.

Die 146 Punkten stellen zudem einen neuen Saisonbestwert dar. Chet Holmgren (21 Punkte) und Shai Gilgeous-Alexander (20 Punkte) konnten das vierte Viertel bereits entspannt von der Bank aus verfolgen. SGA baute dabei seinen Rekord auf unglaubliche 138 Spiele in Folge mit mindestens 20 Punkten aus.

Für Utah gab es in diesem ungleichen Duell nichts zu holen, obwohl Brice Sensabaugh mit 34 Punkten ein Karrierehoch aufstellte. Die Thunder trafen 24 ihrer 45 Dreier und dominierten die Zone nach Belieben. Mit diesem Sieg untermauert OKC seine Ambitionen auf den Spitzenplatz im Westen und hat nun 17 der letzten 18 Spiele gewonnen.

Dallas Mavericks 134:128 Los Angeles Lakers

Die Los Angeles Lakers verloren ohne den verletzten Luka Doncic, der wegen einer Zerrung des linken Oberschenkelmuskels den Rest der regulären Saison verpasst, 128:134 bei den Dallas Mavericks. LeBron James versuchte mit 30 Punkten und 15 Assists alles, um die Rumpftruppe zum Sieg zu führen, und brachte LA im dritten Viertel sogar bis auf zwei Punkte heran. Maximilian Kleber gelangen für die Lakers zwei Punkte, drei Rebounds und ein Assist.

Spieler des Spiels war allerdings Dallas-Rookie Cooper Flagg, der mit 45 Punkten und jeweils acht Rebounds und Assists überragte. Es war sein zweites 40-Punkte-Spiel in Folge (nach 51 Punkten am Freitag), womit er in die Fußstapfen von Legenden wie Allen Iverson tritt. Dank ihm beendeten die Mavericks ihre historische Heim-Misere von 14 Niederlagen in Folge. Während Los Angeles sicher in den Playoffs steht, ist Dallas bereits aus dem Rennen.

Boston Celtics 115:101 Toronto Raptors

Die Boston Celtics marschieren weiter unaufhaltsam in Richtung des zweiten Platzes in der Eastern Conference. Jaylen Brown (26 Punkte) und Jayson Tatum (23 Punkte, 13 Rebounds) lieferten die nötige Starpower, um die Raptors in Schach zu halten. Ein besonderes Highlight war die Rückkehr von Center Nikola Vucevic nach seiner Finger-OP: Auch wenn er mit nur vier Punkten noch etwas eingerostet wirkte, gibt seine Präsenz Boston pünktlich zur Postseason zusätzliche Tiefe.

Dabei sah es anfangs gar nicht nach einem klaren Sieg aus: Die Celtics starteten ungewohnt schläfrig und trafen von ihren ersten 16 Dreierversuchen lediglich drei. Doch im Schlussviertel drehten die Gastgeber auf und überrannten Toronto mit einem 35:24-Lauf. Während Toronto-Rookie Ja’Kobe Walter an der Freiwurflinie Nerven zeigte, sorgte Bostons Payton Pritchard mit einem tiefen Dreier für den entscheidenden Funken, der den dritten Sieg in Folge besiegelte.

Brooklyn Nets 121:115 Washington Wizards

In einem Duell, bei dem es eigentlich mehr um die besten Chancen in der Draft-Lotterie als um sportlichen Ruhm ging, behielten die Brooklyn Nets die Oberhand. Nolan Traore war der Mann des Abends: Mit 23 Punkten und sieben Assists führte er Brooklyn zum erst zweiten Sieg aus den letzten 14 Spielen. Auf der Gegenseite stemmte sich Will Riley mit 30 Punkten gegen die Niederlage, konnte die sechste Pleite der Wizards in Folge aber nicht verhindern.

Das Spiel blieb bis in die Schlussminuten spannend, als Washington knapp vier Minuten vor Ende noch führte. Doch dann übernahmen Traore und Jalen Wilson das Kommando. Ein 8:0-Lauf der Nets brachte die Wende, gekrönt von zwei aufeinanderfolgenden Dreiern des Duos in der Crunchtime. Für die Wizards setzt sich die Talfahrt fort: sie haben nun 22 ihrer letzten 23 Partien verloren.

Chicago Bulls 110:120 Phoenix Suns

Die Phoenix Suns haben ihre kleine Durststrecke beendet und die Chicago Bulls tiefer in die Krise gestürzt. Devin Booker war mit 30 Punkten einmal mehr der Dreh- und Angelpunkt der Suns-Offensive. Den entscheidenden Unterschied machte jedoch Dillon Brooks in der Schlussphase: Mit einem Fadeaway-Jumper, einem Dreier und einem wichtigen Block leitete er den finalen 11:2-Run ein, der den Bulls den Zahn zog.

Chicago musste ohne die verletzten Leistungsträger Josh Giddey und Matas Buzelis auskommen und kassierte prompt die siebte Niederlage in Serie. Zwar kämpften sich die Bulls durch Tre Jones (29 Punkte) und eine starke Phase von Rob Dillingham im dritten Viertel noch einmal auf einen Punkt heran, doch in den entscheidenden Momenten fehlte die nötige Abgeklärtheit gegen die abgezockten Suns.

Milwaukee Bucks 131:115 Memphis Grizzlies

Trotz des Fehlens von Superstar Giannis Antetokounmpo (Knieverletzung) feierten die Bucks einen deutlichen Sieg gegen stark dezimierte Grizzlies. Ryan Rollins führte Milwaukee mit 24 Punkten an, während das Team mit einer beeindruckenden Quote von über 60 % aus dem Feld glänzte. Ein emotionaler Höhepunkt war das Spielende, als die Antetokounmpo-Brüder Thanasis und Alexandros gemeinsam auf dem Feld standen und Thanasis einen Alley-oop-Lob seines Bruders per Dunk veredelte.

Bei Memphis war Rayan Rupert der Lichtblick in einer ansonsten frustrierenden Nacht. Der 21-Jährige erzielte mit 33 Punkten, 10 Rebounds und 10 Assists sein erstes Karriere-Triple-Double. Dennoch reichte die Kraft der Grizzlies, die aufgrund zahlreicher Ausfälle sogar vier Spieler mit 10-Tages-Verträgen einsetzen mussten, nicht aus, um Milwaukee ernsthaft zu gefährden.

Minnesota Timberwolves 108:122 Charlotte Hornets

Die Charlotte Hornets sind derzeit eines der heißesten Teams der Liga. Angeführt von einem überragenden LaMelo Ball, der 35 Punkte erzielte und dabei sieben Dreier versenkte, überrollten sie die Timberwolves. Charlotte hat nun neun der letzten elf Spiele gewonnen und schnuppert am sechsten Platz im Osten, was die direkte Playoff-Qualifikation bedeuten würde – ein Riesenerfolg für ein Team, das seit zehn Jahren auf die Postseason wartet.

Minnesota hingegen spürt das Fehlen von Anthony Edwards und Jaden McDaniels schmerzlich. Zwar führte Julius Randle sein Team mit 26 Punkten an und Bones Hyland brachte Energie von der Bank, doch defensiv bekamen die Wolves keinen Zugriff. Ein starkes drittes Viertel der Hornets sorgte für klare Verhältnisse und ließ die Timberwolves mit der vierten Niederlage aus den letzten fünf Spielen zurück.

Sacramento Kings 109:138 Los Angeles Clippers

Die Clippers haben im Kampf um die beste Play-in-Ausgangslage ein kräftiges Ausrufezeichen gesetzt. Kawhi Leonard fackelte nicht lange und erzielte allein im ersten Viertel 13 seiner 26 Punkte, was den Grundstein für einen entspannten Abend legte. Die Clippers dominierten von Beginn an und ließen den Kings, für die die Saison ohnehin gelaufen ist, keine Chance.

Ein historisches Detail am Rande: DeMar DeRozan erzielte in seinen nur zehn Einsatzminuten neun Punkte und überholte damit Oscar Robertson auf Platz 16 der ewigen NBA-Scorerliste. Viel mehr Grund zur Freude gab es für Sacramento jedoch nicht, da das Team weiterhin Kurs auf einen der schlechtesten Bilanzen der Franchise-Geschichte hält.

Golden State Warriors 116:117 Houston Rockets

Es war der Moment, auf den die Bay Area 27 Spiele lang sehnsüchtig gewartet hatte: Unter dem tosenden Applaus des Chase Centers kehrte Stephen Curry am Ostersonntag gegen die Houston Rockets zurück. Obwohl er nach seiner Knieverletzung zunächst von der Bank kam und auf 26 Minuten limitiert war, zeigte der Chef sofort, warum er unersetzlich ist. Mit 29 Punkten, seinem gewohnt exzentrischen Jubel nach einem "And-One" gegen den Ex-Teamkollegen Kevin Durant und der gewaltigen Anziehungskraft, die Räume für Mitspieler wie Gary Payton II schuf, elektrisierte er die Halle vom ersten Moment an.

Doch so glanzvoll die Rückkehr individuell verlief, so bitter war der Ausgang für die Warriors. In einem dramatischen Finish, in dem sich die Führung in der letzten Minute mehrmals abwechselte, behielten die Houston Rockets mit 117-116 hauchdünn die Oberhand.

Alperen Sengun konterte die späte Führung der Warriors eiskalt mit einem Layup, und ausgerechnet Curry, der zuvor fünf Punkte in Serie erzielt hatte, verfehlte mit der Schlusssirene den entscheidenden Dreier. Trotz 31 Punkten von Kevin Durant auf der Gegenseite und einer starken Teamleistung von Golden State – inklusive 18 Zählern von Brandin Podziemski – verdarben die Rockets die große Comeback-Party in letzter Sekunde.