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Offene Fragen zur NBA Europe: Quantensprung im Ökosystem oder Zersplitterung?

EuroLeague-Boss Chus Bueno hat die Zukunft der NBA Europe offen gelassen.
EuroLeague-Boss Chus Bueno hat die Zukunft der NBA Europe offen gelassen.AA / Abaca Press / Profimedia

Klar ist, dass wenig klar ist. Zumindest vor verschlossenen Türen. "Wir werden mit der Zeit lernen, was kommen wird", sagt etwa Adrian Sarmiento. Selbst der Geschäftsführer des FC Bayern Basketball weiß nicht, wie genau eine NBA Europe aussehen könnte oder wann es losgehen soll. Auch ein Jahr vor dem geplanten Start des Projekts haben die Verantwortlichen aus Nordamerika kaum Licht ins Dunkel gebracht.

Am Donnerstag beginnt die neue Saison der EuroLeague mit den Münchnern als einzigem deutschen Teilnehmer, so viel ist sicher. Es könnte die letzte Auflage unter den gegebenen Strukturen sein, sollte die NBA wirklich einsteigen - als Konkurrent oder als Partner, beides ist möglich. "Bis heute haben wir von der NBA keine Informationen darüber erhalten, wie eine mögliche Partnerschaft oder Zusammenarbeit aussehen könnte", sagte zuletzt EuroLeague-Geschäftsführer Chus Bueno The Athletic. Grundsätzlich sei die Liga "stets offen dafür", einen möglichen Deal "zu prüfen".

Die NBA macht gemeinsame Sache mit dem Weltverband FIBA, der ein - vorsichtig gesagt - schwieriges Verhältnis zur EuroLeague hat. Und doch werden die Stimmen immer lauter, die für eine gemeinsame Lösung plädieren. Zwei konkurrierende Wettbewerbe machten "keinen Sinn", sagt Sarmiento, "es muss einen gemeinsamen Weg geben." Auch laut Bueno könne der Basketball mit Zusammenarbeit "mehr Wert schaffen" als durch Zersplitterung.

Das Interesse ist riesig. Unter den mehr als 20 eingegangenen Bewerbungen waren nach Angaben von Mark Tatum, stellvertretender Commissioner der NBA, auch Unterlagen von einigen EuroLeague-Teams sowie Basketball-Ablegern von großen Fußballklubs. Es fallen Namen wie Paris Saint-Germain und Manchester United, überhaupt stehen Metropolen im Fokus. Neben den Bayern will auch der deutsche Meister Alba Berlin dabei sein.

"Wenn die NBA Europe an den Start geht, ist das nicht weniger als ein Quantensprung im Basketball. Davon wollen wir ein Teil sein, da wollen wir mitgestalten", betont Geschäftsführer Marco Baldi. Allerdings sei der Aufbau "ein komplizierter Prozess".

Welche EuroLeague-Teams schaffen den Sprung?

Die Bayern sprechen mit der NBA, sehen sich in einer guten Position. "Wir sind eine der wichtigsten Brands und einer der stärksten Player in dem Markt, keine Frage", betont Sarmiento. Es gebe "ganz viele Möglichkeiten", es bestehe "vielleicht eine Chance, dass wir eine strategische Neuordnung des Basketball-Ökosystems erleben. Ob das die NBA ist, ob das die EuroLeague selbst ist. Das werden wir alles sehen."

Es soll in der NBA Europe 16 Teams geben, vier weniger als in der EuroLeague. Dass dann zwei Mannschaften aus einer Stadt mitspielen, wie derzeit mit Istanbul, Belgrad und Tel Aviv, wird kaum der Fall sein. Es blieben also definitiv gestandene EuroLeague-Teams auf der Strecke - schwierig für die Fans.

Hinzu kommt, dass die neue Liga eine "NBA light" wäre, die Stars bleiben ja in Nordamerika. Und dass die Zuschauer Duelle unter neuen Franchises lieber sehen wollen als ein Derby zwischen Partizan und Roter Stern Belgrad, ist fraglich. Hinzu kommt die Preispolitik der NBA, es wird sicher nicht billiger. Fragen über Fragen.

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