Längst hat sich der Rauch verzogen, Anton Gavel ist nach dem Knatsch um seine Rückkehr mittendrin beim FC Bayern. "Es ist ein kleiner Kreis, der sich jetzt wieder schließt", sagte der Basketballtrainer zuletzt zur neuen Aufgabe.
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Gigantische Erwartungen
Die hat es ziemlich in sich. Denn die Erwartungen in München sind groß, wie immer, vielleicht aber sogar noch größer als sonst – nach einer enttäuschenden Saison.
"Dass der Druck automatisch höher ist, wenn man zum FC Bayern kommt, ist klar", sagt Gavel. Als früherer Profi des Klubs weiß er das, weiß, was die Bosse wollen.
"Es ist überhaupt keine Frage, dass wir den Anspruch haben, die beiden deutschen Titel zu gewinnen", betonte etwa Präsident Herbert Hainer beim Empfang anlässlich des 80. Jubiläums der Basketball-Abteilung.
Man habe "die Mannschaft auch nochmal entsprechend aufgerüstet" und er werde den Spielern noch einmal "klar machen, was der FC Bayern ist und welche Erwartungshaltung wir haben".
"Das liegt jetzt hinter uns"
Wiedergutmachung ist nötig. Aus im Pokal-Halbfinale gegen den späteren Titelgewinner Bamberg (und Gavel), Knockout im fünften und letzten Finalspiel der Bundesliga gegen Dauerrivale Alba Berlin (zu Hause nach großem Vorsprung), früh gescheitert im Rennen um die Playoffs der EuroLeague. Unter dem Strich erlebten die Bayern ein Jahr zum Vergessen.
Da war es kein Wunder, dass der Klub alle Hebel in Bewegung setzte, um Wunschlösung Gavel als Nachfolger für Trainerlegende Svetislav Pesic zu bekommen.
Die Bayern bekamen ihn, allerdings erst nach einem öffentlichen Zwist mit Bamberg. Es ging um Klauseln, um eine Ablösesumme, dabei seien "viele Fehler gemacht" worden. Was teilweise transportiert wurde, habe "nicht gestimmt", sagte Gavel, aber er sagte auch: "Das liegt jetzt hinter uns."
Letzte Saison sorgt für "bitteren Nachgeschmack"
Unter dem Motto "A New Chapter" (ein neues Kapitel) machen die Bayern auf ihrer Homepage Werbung für das Saisonauftaktspiel am Sonntagabend (18 Uhr/Dyn). Es geht – ausgerechnet – gegen Bamberg. Allerdings ist es nicht das erste Treffen der Streitparteien, zuletzt hatte es ein Vorbereitungsspiel gegeben. Die Bayern siegten klar (98:67).
Die Wahl fiel nicht nur auf Gavel, weil der 41-Jährige ratiopharm Ulm 2023 zum Meister machte und Bamberg in diesem Jahr zum Pokalsieg führte, also gute Arbeit leistet. "Tono" kennt die Bayern gut, spielte von 2014 bis 2018 für den Klub, beendete in München nach einem Double seine Karriere.
Die Wende soll gemeinsam gelingen, denn das vergangene Jahr hat "einen bitteren Nachgeschmack da gelassen", sagt Andreas Obst. Der Welt- und Europameister ist sich aber sicher, dass die Tiefschläge das Team "nicht runterziehen. Es wird uns motivieren."
