Philipp Raimund brüllte seine Freude in den Nachthimmel von Lahti, das knapp verpasste Podest störte den Skisprung-Olympiasieger nicht eine Sekunde lang. "Balla-Balla-Bu" rief der Oberstdorfer nach seinem vierten Platz, einen Tag nach dem ersten Weltcupsieg seiner Karriere war es das nächste Topergebnis für den Oberstdorfer. Platz eins musste er diesmal aber dem Österreicher Daniel Tschofenig überlassen.
Raimund flog auf der großen Salpausselkä-Schanze in Finnland auf 128,0 und 129,0 m, auch nach dem ersten Durchgang hatte er auf dem vierten Rang gelegen. "Philipp springt weiter auf sehr hohem Niveau, der zweite Flug heute war erstklassig. Da kann man zufrieden sein", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher im ZDF.
Keine drei Meter fehlten Raimund zum siebten Podestplatz der Saison, im Gesamtweltcup kletterte er auf den vierten Platz. "Ich möchte da unbedingt noch in die Top drei. Es wird zum Saisonende noch einmal spannend", sagte Raimund.
Nicht zu schlagen war Tschofenig, der mit Sprüngen auf 130,5 und 129,5 m vor Weltmeister Domen Prevc (Slowenien) und dem Japaner Ryoyu Kobayashi seinen dritten Saisonsieg holte. Prevc war am Freitag nach seinem vermeintlichen Sieg noch disqualifiziert worden, diesmal brachte er im Verhältnis zu seiner Skilänge aber genug Gewicht auf die Waage.
Wellinger und Geiger verpassen zweiten Durchgang
Hinter Raimund klaffte aus deutscher Sicht erneut eine große Lücke. Felix Hoffmann empfahl sich als 21. zumindest für einen Start im Super-Team-Wettkampf am Sonntag (15.00 Uhr/ZDF und Eurosport), dann darf jede Nation zwei Springer pro Mannschaft nominieren. "Da wollen wir wieder angreifen", sagte Raimund, der bei Olympia im Super Team als Folge eines Abbruchs wegen heftigen Schneefalls ohne Medaille geblieben war.
Routinier Pius Paschke (29.) schaffte es am Samstag nur mit Mühe in den zweiten Durchgang, den die Sorgenkinder Andreas Wellinger (33.) und Karl Geiger (42.) sogar verpassten. Luca Roth scheiterte als 51. schon in der Qualifikation.
Wieder am Start war der zuletzt in Dubai gestrandete Japaner Ren Nikaido. Der dreimalige Medaillen-Gewinner der Olympischen Spiele schaffte es nach einer Odyssee über Istanbul, Warschau und Helsinki am Freitagabend nach Lahti, wo er nur einen Tag später ohne große Vorbereitung immerhin den 14. Platz erreichte.
Andere große Namen erlebten dagegen eine Enttäuschung: Wladimir Sografski, der am Freitag als erster Bulgare ein Weltcuppodest erreicht hatte, verpasste als 34. den zweiten Durchgang. Der dreimalige Weltmeister Stefan Kraft aus Österreich blieb als 55. sogar in der Qualifikation hängen.
