Bei diesem PS-Spektakel in der Eifel dabei sein zu können, stehe schon lange "auf meiner Wunschliste", sagt Verstappen, "ich bin sehr begeistert, dass wir es jetzt verwirklichen können." Während der Niederländer mit der neuen Formel 1 hadert und nichts von dem Elektro-Boom in der Königsklasse hält, liebt es Verstappen einfach, Vollgas zu fahren. "Ich bin eher der Typ, der richtiges Old-School-Rennfahren vorzieht, anstatt sich beispielsweise mit dem Haushalten der Batterie zu beschäftigen", sagte der viermalige Weltmeister zuletzt dem kicker.
Und das kann Verstappen nun vom 14. bis 15. Mai auf der wohl berühmtesten Rennstrecke der Welt mit ihren 20,832 Kilometern, 73 Kurven und 300 Metern Höhenunterschied. Der 28-Jährige, der seine für die Nordschleife benötigte DMSB-Lizenz im Vorjahr erhalten hat, wird dann wie in der Formel 1 in einem Auto mit Red-Bull-Lackierung sitzen. Der Bolide selbst ist aber ein Mercedes-AMG Motorsport.
Danner: Mercedes will Verstappen "Brücke bauen"
Und weil die Silberpfeile ja in der Vergangenheit immer wieder an Verstappen gebaggert haben, wird schon wieder getuschelt, dass Verstappen in Zukunft womöglich in der Formel 1 zu Mercedes wechseln könnte. Zumal der Niederländer in seinem bis 2028 laufenden Vertrag wohl eine Ausstiegsklausel hat.
"Einhundertprozentig ist dies der Versuch von Mercedes, dem Max schon mal eine möglichst schöne Brücke zu bauen zu Mercedes, ganz klar", sagte etwa RTL-Experte Christian Danner bei RTL/ntv und sport.de: "Die Tatsache, dass er am Ende des Jahres vertragsfrei ist in der Formel 1, heißt, er ist auch für Mercedes ein Mann, der ins Team passen würde. Da, glaube ich, ist so ein Rennen in einem Mercedes auf dem Nürburgring das richtige Leckerchen, um ihn da ein bisschen andocken zu lassen oder ihm zumindest zu zeigen, wie schön es ist in der Mercedes-Familie."
Verstappen wagte sich trotz der hohen Crash-Gefahr bereits im Vorjahr auf die Nordschleife, bei seinem Debüt legte er in einem Ferrari 296 auf Anhieb eine Bestzeit für GT3-Fahrzeuge hin - unter dem Decknamen "Franz Hermann". Vor seinem ersten Training auf dem Nürburgring sei er "sogar nachts wach geworden", weil er es kaum erwarten konnte: "Ich würde es lieben, dort mit der Formel 1 zu fahren, aber das ist ziemlich gefährlich."
Seit dem schrecklichen Feuer-Unfall von Niki Lauda 1976 fährt die Formel 1 nicht mehr auf der Nordschleife, für Vollblut-Racer wie Verstappen versprüht der Kurs aber weiter eine ganz besondere Faszination. "Es ist die ganze Atmosphäre", sagte er: "Menschen mit Leidenschaft, großartige Fans, die den richtigen Rennsport lieben."
