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Auftakt in der 2. Bundesliga: "Besondere" Liga will wieder für Furore sorgen

Die 2. Bundesliga will weiter für besondere Momente sorgen
Die 2. Bundesliga will weiter für besondere Momente sorgenČTK / imago sportfotodienst / Oliver Zimmermann

Die ganz großen Namen gibt es in der 2. Bundesliga nicht mehr. Die Ausgeglichenheit soll für Spannung sorgen.

Die Zuschauermagneten Schalke 04, 1. FC Köln und Hamburger SV bewegen die Fanmassen wieder in der Bundesliga, Fortuna Düsseldorf sorgt in der 3. Liga für einen Dauerkartenrekord: Doch auch ohne "die großen Namen", wie Rekordtorschütze Simon Terodde feststellte, will die 2. Fußball-Bundesliga in ihrer 53. Saison wieder für Furore sorgen. "Jede Woche kann der 18. den Ersten schlagen. Das macht die Liga so besonders", sagt Terodde.

Zudem gibt es weiterhin viel Tradition. Im 1. FC Kaiserslautern, dem 1. FC Nürnberg, Hertha BSC, Eintracht Braunschweig und dem Karlsruher SC sind fünf Bundesliga-Gründungsmitglieder zweitklassig. Und auch wenn der Schnitt schon in der vergangenen Saison leicht sank, ist das deutsche Unterhaus mit großem Abstand die zuschauerstärkste 2. Liga der Welt - und das soll so bleiben.

Die 2. Liga stehe vor dem Auftaktspiel zwischen dem VfL Bochum und Hertha BSC am Freitag (20.30 Uhr/Sat.1 und Sky) für eine "außergewöhnliche Ausgeglichenheit und emotionale Fankultur", hieß es in einem Statement der Bundesliga auf SID-Anfrage.

Zum Match-Center: VfL Bochum vs. Hertha BSC

VfL stellt ein Fünftel des gesamten Liga-Marktwertes

Das Fanbündnis "Unsere Kurve" sieht die Lage kritischer. "Dass jeder jeden schlagen kann in der 2. Liga, halte ich für ein Gerücht", sagte Sprecher Thomas Kessen dem SID. Wenn Absteiger VfL Wolfsburg im Transfersommer so viel ausgebe wie die komplette restliche Liga, sei das eben nicht ausgeglichen. Zudem hätten in den vergangenen Jahren oft dieselben Klubs wie etwa Eintracht Braunschweig gegen den Abstieg gespielt, betonte Kessen, der aber einräumte, dass es "weiß Gott nicht langweilig" werde.

Dennoch gilt Wolfsburg als klarer Favorit. Dem neuen Trainer Tobias Strobl wurde ein überaus schlagkräftiger Kader zusammengestellt – inklusive Star-Neuzugang Fabian Reese aus Berlin. Mit einem Gesamtmarktwert von 169,15 Millionen Euro stellt der VfL rund ein Fünftel des gesamten Marktwertes der Liga. Die Kader der weiteren Aufstiegskandidaten Hannover 96, 1. FC Heidenheim und FC St. Pauli sind zusammengerechnet rund 60 Millionen Euro weniger wert.

Angesichts dieser Übermacht herrscht Einigkeit: "Also, da musst du schon sehr, sehr viel falsch machen, dass du da nicht aufsteigst", sagte Terodde. "Geld schießt Tore", ergänzte Kessen, der angesichts des Gelds von VW von "Doping" sprach.

Wölfe weisen Topfavoritenrolle von sich

Die Wolfsburger Verantwortlichen halten dagegen. "Der Etat ist im Vergleich zur Bundesliga stark gesunken. Aber es stimmt: Wir nehmen viel Geld in die Hand. Aber wir haben auch etliche Transfererlöse", sagte Aufsichtsratschef Sebastian Rudolph der Sport Bild mit Blick auf die Einnahmen.

Den Stempel "FC Bayern der 2. Liga" wolle man sich nicht aufdrücken lassen. "Der FC Bayern steht für Erfolg, harte Arbeit und höchste Ansprüche. Von den Vergleichen halte ich aber nichts, weil sie für jeden bequem sind, die uns in die Favoritenrolle schieben", sagte Rudolph.

Für "Unsere Kurve" ist es schlicht "unfair", dass den beiden Aufsteigern Energie Cottbus und VfL Osnabrück mit rund acht Millionen Euro die geringsten TV-Einnahmen zustehen, während Wolfsburg rund 25 Millionen Euro einstreicht. Auf- und Abstiege namhafter Klubs seien "Ausdruck eines starken sportlichen Wettbewerbs", hob die Bundesliga hervor. Diese Dynamik sorge dafür, "dass die 2. Bundesliga immer wieder neue Geschichten schreibt". Auch ohne einige Zuschauermagneten.