"Mir geht's super", beschrieb Varfolomeev am Sonntag nach der finalen Siegerehrung in der Frankfurter Festhalle ihre Gefühlslage. Der Beginn der WM sei "schwierig" gewesen, "an den ersten Tagen habe ich mir Sorgen gemacht", gestand die Olympiasiegerin von Paris: "Ich war sehr nervös." Doch nach und nach bekam sie ihre Nerven besser in den Griff. Dem Mehrkampftitel vom Freitag folgten am Abschlusstag Gold in den Gerätefinals mit dem Ball und mit dem Band sowie Bronze mit dem Reifen.
Sie habe sich im Vergleich zu anderen Großereignissen diesmal auch selbst mehr Druck gemacht, erklärte Varfolomeev, die Deutschland durch ihren Mehrkampf-Triumph einen ersten Quotenplatz für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles sicherte: "Du willst die deutsche Hymne singen mit dem ganzen Publikum", sagte sie über ihr im Vorfeld gestecktes Ziel.
"Diesmal schon!": Varfolomeev will abschalten
Letztlich durfte sie das dreimal unter dem Kuppeldach der Frankfurter Festhalle, in die während der WM insgesamt 24.000 Zuschauer geströmt waren. Für Varfolomeev waren es die WM-Titel zwölf, 13 und 14. Wie viele Medaillen sie insgesamt mittlerweile bei Weltmeisterschaften gesammelt hat, darüber habe sie nach eigener Aussage den Überblick verloren - verständlich, bei insgesamt 20 Mal WM-Edelmetall in nur vier Jahren.
Ihre Motivation werde sie trotz der vielen Titel nicht verlieren, betonte Varfolomeev. Und doch werde sie im Urlaub nun zehn Tage lang nicht an Rhythmische Sportgymnastik denken: "Ja, das schaffe ich", beteuerte sie, "dieses Mal schon!"
