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Von Lehmann einst zum Weinen gebracht: Martínez trägt Argentiniens Hoffnungen

"Dibu" Martínez ist in Argentinien ein Volksheld
"Dibu" Martínez ist in Argentinien ein VolksheldREUTERS/Dylan Martinez

Emiliano Martínez ist vor dem WM-Finale gegen Spanien einer der wichtigsten Spieler Argentiniens. Der Torhüter hat sich mit starken Leistungen zum Rückhalt der Albiceleste entwickelt – auch, weil ein schmerzhafter Moment aus seiner Kindheit seinen Weg geprägt hat.

Beim Sommermärchen 2006 verfolgte der damals noch junge Martínez das dramatische WM-Viertelfinale zwischen Deutschland und Argentinien. Jens Lehmann wurde mit seinem berühmten Spickzettel zum Helden des Elfmeterschießens und brachte den Nachwuchskeeper emotional an seine Grenzen.

Zum Match-Center: Spanien vs. Argentinien

"Ich erinnere mich ganz genau. Als Lehmann den zweiten Elfmeter gehalten hat, habe ich zu Hause geweint", sagte Martínez über die Partie. Dieser Moment habe seinen Wunsch verstärkt, eines Tages selbst auf der größten Fußballbühne im Tor der argentinischen Nationalmannschaft zu stehen.

Martínez kämpfte für seinen WM-Traum

Seinen Traum verfolgte Martínez konsequent. Als Teenager wechselte er nach England, musste dort zunächst lange auf seine Chance warten und sammelte Erfahrungen bei mehreren Leihstationen. 2021 debütierte er schließlich für Argentinien.

Martínez musste in England lange auf seinen Durchbruch warten
Martínez musste in England lange auf seinen Durchbruch wartenFlashscore

Nach dem WM-Triumph 2022 gegen Frankreich steht Martínez nun bereits zum zweiten Mal in einem WM-Finale. Vor dem Duell mit Europameister Spanien verwies der Torhüter auf die besonderen Stärken seiner Mannschaft: "Wir haben als Team einen starken Zusammenhalt, wir sind Jahr für Jahr gewachsen, und ich möchte, dass man sich an uns genauso erinnert wie an alle anderen Argentinier", sagte Martínez. "Wir sind harte Arbeiter, und selbst wenn es mal schwierig wird, geben wir nicht auf."

Rückhalt trotz Verletzung

Auch persönlich musste der Keeper zuletzt schwierige Phasen überwinden. Martínez spielt trotz einer Verletzung am rechten Ringfinger, die er sich im Mai beim Aufwärmen vor dem Europa-League-Finale zugezogen hatte. Eine Operation wurde empfohlen, doch der Torhüter entschied sich dagegen, um bei der Weltmeisterschaft dabei sein zu können.

"Meine Hand schmerzt noch immer", sagte Martínez. Die eingeschränkte Trainingsbelastung in der Gruppenphase habe ihn "sehr belastet". Rechtzeitig zur entscheidenden Turnierphase ist der Torhüter jedoch wieder in Topform.

Argentinien vertraut seinem Torwart-Helden

Nationaltrainer Lionel Scaloni setzt voll auf Martínez und bescheinigt der Mannschaft ein "blindes Vertrauen" in ihren Schlussmann. Besonders seine Leistungen im WM-Finale 2022 sind unvergessen. Damals rettete Martínez Argentinien kurz vor Ende der Verlängerung mit einer spektakulären Parade gegen Randal Kolo Muani und wurde anschließend im Elfmeterschießen zum entscheidenden Faktor.

In seiner Heimat ist der Keeper längst ein Volksheld. Martínez sieht sich auch als Vorbild für junge Torhüter. "Es ist unglaublich, so viele Kinder zu sehen, die Torhüter werden wollen. Ich sage den Eltern immer, dass ihre Kinder lieber Stürmer als Torhüter werden sollten", sagte er mit einem Lächeln.

Die Position sei schwierig, doch harte Arbeit und Durchhaltevermögen könnten den Unterschied machen. "Ich hoffe, sie sehen mich als Beispiel für Opferbereitschaft und die Überwindung von Widrigkeiten." Im WM-Finale könnte es erneut auf Martínez ankommen – möglicherweise sogar im Elfmeterschießen. "Man muss sich genau im Moment des Ballkontakts bewegen", erklärte der Torhüter. "Ich versuche einfach, das zu tun, was ich seit meiner Kindheit mache. Auf den Platz gehen und an nichts anderes denken."