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„Der Ehrgeiz ist definitiv da" – Dusan Pavlovic zieht Bilanz nach historischer Debütsaison der Red Bull Salzburg Frauen

„Der Ehrgeiz ist definitiv da" – Dusan Pavlovic zieht Bilanz nach historischer Debütsaison der Red Bull Salzburg Frauen
„Der Ehrgeiz ist definitiv da" – Dusan Pavlovic zieht Bilanz nach historischer Debütsaison der Red Bull Salzburg FrauenČTK / imago sportfotodienst / Yigit Oerme

Meistergruppe und Cup-Finale: Für die Red Bull Salzburg Frauen war es eine Saison mit großen Premieren. Trainer Dusan Pavlovic zieht im Interview Bilanz und spricht über die Vorbereitung auf die kommende Saison.

Es war eine Saison der Premieren: Nach der Umbenennung vom FC Bergheim zu FC Red Bull Salzburg gelang dem jungen Team in der ADMIRAL Frauen Bundesliga auf Anhieb der Sprung in die Meistergruppe – und mit dem Einzug ins ÖFB-Cup-Finale sogar ein weiterer Meilenstein. Dort setzte es gegen die späteren Doublesiegerinnen von Austria Wien zwar eine 0:1-Niederlage, dennoch überwiegt bei Cheftrainer Dusan Pavlovic der Stolz auf eine besondere Debütsaison.

Im Gespräch mit Flashscore blickt Pavlovic auf die vergangenen Monate zurück, erklärt den Stand der laufenden Vorbereitung auf die kommende Saison und äußert sich zum Abgang von Kapitänin Lucia Orkić, die ausgerechnet zum Cup-Finalgegner und Meister Austria Wien wechselt.

 

Die erste Saison als FC Red Bull Salzburg Frauen – nach der Umbenennung von Bergheim – ist mit dem Einzug in die Meistergruppe und dem Cup-Finale eigentlich schon jetzt eine besondere Erfolgsgeschichte. Wie fällt Ihr Rückblick aus?

Wenn ich auf diese Saison zurückblicke, überwiegt natürlich der Stolz. Und das nicht nur, weil wir so gute Ergebnisse erreicht haben, sondern auch wegen der Entwicklung, die wir als Team und auch als Staff genommen haben. Wir haben gezeigt, dass wir mutig auftreten und gegen die Besten der Liga mithalten können - und das mit unserem sehr jungen Team. Mit dem Einzug in die Meistergruppe und ins Cup-Finale haben wir schon absolute Meilensteine erreicht. Für mich war aber vor allem auch die Art und Weise entscheidend, wie wir uns präsentiert haben.

 

 

Wo waren Sie am Ende zufrieden, und wo sehen Sie noch Luft nach oben?

Für mich geht es primär um die Haltung – und die war hervorragend, weil die Mädels bereit waren, Verantwortung zu übernehmen und sich ständig weiterzuentwickeln. Gleichzeitig gibt es natürlich Bereiche, in denen wir die nächsten Schritte machen wollen und machen müssen. Es geht vor allem darum, unsere Leistungen noch konstanter abzurufen und in entscheidenden Momenten gegen die besten Teams noch reifer zu agieren. Genau darin liegt jetzt unsere Aufgabe.

 

Seit Anfang Juli sind Sie wieder im Training – wie läuft die Vorbereitung bislang und was steht noch am Programm?

Die ersten Wochen waren wieder absolut positiv. Die Mädels bringen sehr viel Energie mit und arbeiten fokussiert. Jetzt geht es darum, die Grundlagen zu schärfen, neue Spielerinnen zu integrieren und einfach Schritt für Schritt die Intensität zu erhöhen. Wir haben nächste Woche zwei hochinteressante Testspiele gegen RB Leipzig und Greuther Fürth. Da geht es wieder darum, die Inhalte aus dem Training unter Wettkampfbedingungen weiter zu festigen.

 

Gibt es taktische oder strukturelle Dinge, an denen Sie in dieser Vorbereitung gezielt arbeiten?

Es gibt immer Details, die man weiterentwickeln möchte, vor allem in der Taktik. Aber alles unter dem gleichen Grundgedanken: Mutigen und aktiven Fußball zu spielen und einfach ein Team zu bleiben, das eine klare Identität hat. Natürlich wollen wir vor allem jetzt in der Vorbereitung unsere Abläufe verfeinern – vor allem im Spiel mit dem Ball. Da können wir uns definitiv weiterentwickeln, gerade wenn es darum geht, gegen die Topteams der Liga auf Augenhöhe zu bestehen.

 

Mit Lucia Orkić verlieren Sie Ihre Kapitänin ausgerechnet an Cup-Finalgegner und Meister Austria Wien. Wie schwer wiegt dieser Abgang, und wer übernimmt jetzt Verantwortung im Team?

Lucy war sportlich und auch menschlich eine sehr wichtige Spielerin für uns, ihr Verlust hinterlässt also definitiv eine Lücke. Selbstverständlich wünschen wir ihr alles Gute für ihren weiteren Weg. Gleichzeitig ist das die Chance für die anderen, in diese Rolle zu schlüpfen und noch mehr Verantwortung zu übernehmen. Für mich ist auch klar, dass Führung nicht einfach nur durch die Kapitänsschleife entsteht, sondern durch das tägliche Verhalten. Das beobachten wir jetzt in den ersten Wochen sehr genau, wer nun noch mehr Verantwortung übernimmt. Danach werden wir die Schritte in Richtung Kapitänin setzen und entscheiden, wer die Schleife trägt.

 

Was sind Ihre Ziele für die kommende Saison – reicht der Ehrgeiz über den vierten Platz in der Meistergruppe hinaus?

(lacht) Ja, der Ehrgeiz ist definitiv da. Wir wollen uns weiterhin mit den Besten messen. Aber gleichzeitig können wir das realistisch einordnen. Der Anspruch bleibt sowieso, jeden Tag besser zu werden und unsere Entwicklung fortzusetzen. Wenn uns das gelingt, dann werden wir am Ende sehen, wo wir stehen. Ich glaube daran, die Prozesse und die Entwicklung in den Mittelpunkt zu stellen. Und dass wir da am Ball bleiben.

 

Was wünschen Sie sich persönlich für diese zweite Saison mit dem Team?

In erster Linie, unsere Identität zu behalten und zu stärken, mit Mut Fußball zu spielen und unseren Weg konsequent weiterzugehen. Also weiterhin zusammenzuwachsen, jede Einzelne auf das nächste Level zu bringen – und dann bin ich davon überzeugt, dass wir eine richtig coole Saison spielen werden.