Zwischenzeitlich war Iga Swiatek allerdings komplett aus dem Konzept geraten. Nach dem Match präsentierte sich die Titelverteidigerin außergewöhnlich emotional.
Aufatmen
"Ich kann es gar nicht in Worte fassen. Es waren schwierige Wochen für mich zuletzt – in einer Saison, in der noch nicht viel geklappt hat", sagte Swiatek, nach dem sie noch auf dem Court ein paar Tränen verdrückt hatte. "Ich bin froh, durch so ein Match durchgekommen zu sein. Das sind wichtige Momente."
Die Polin hatte im Vorfeld des Turniers die mentale Seite der Titelverteidigung als herausfordernd beschrieben. "Wenn ich mir meine Spiele vom letzten Jahr anschaue, erinnere ich mich, dass ich einfach auf das Ziel fokussiert war", sagte Swiatek: "Ich war sehr ruhig und hatte großes Vertrauen in meine Schläge. Ich hatte kaum Zweifel. Das ist es, was einem am Ende den Sieg beschert."
Match-Center: Townsend vs. Swiatek
Wieder viele unnötige Fehler
Gegen Taylor Townsend und deren starke Vorhandschläge startete Swiatek souverän, im zweiten Satz aber verlor sie komplett den Faden. Townsend bestrafte die Fehler der Favoritin vor den Augen ihrer guten Freundin Naomi Osaka konsequent und erkämpfte sich den Entscheidungssatz.
Dort zitterte sich Swiatek, die insgesamt neun Doppelfehler produzierte, zu Beginn durch ein 21 Minuten langes Mammut-Aufschlagspiel, fing sich aber noch rechtzeitig.

"Mentale Seite macht den Unterschied
Das Grand-Slam-Jahr verlief für die ehemalige Weltranglistenerste mit einer Viertelfinalteilnahme in Melbourne und einem Achtelfinalaus in Paris bislang nicht zufriedenstellend. In Wimbledon hofft sie darauf, die nötige Power für einen Erfolg aufzubringen – im Körper und im Kopf.
"Viele Spielerinnen haben das nötige Spiel, um einen Grand Slam zu gewinnen", sagte Swiatek: "Es ist die mentale Seite, die den Unterschied ausmacht."
Im Finale des Vorjahres sprach diese für Swiatek, die Townsends Landsfrau Amanda Anisimova mit 6:0, 6:0 in einem einseitigen Finale bezwang.
