Ben Shelton zeigte im Arthur Ashe Stadium seinen massiven Bizeps und ließ einen Urschrei los, auf der Tribüne jubelte ihm seine Freundin Trinity Rodman zu.
Nach Sheltons hart erkämpftem Drittrundeneinzug war die US-Topfußballerin in ihrem modisch mutigen "I love my boyfriend"-Shirt erleichtert – der Lokalmatador selbst aber dachte schon weiter. "Wir sind noch nicht am Ende", sagte Shelton im Anschluss an den Viersatzerfolg gegen Hubert Hurkacz: "Wir reiten die Welle, ich habe sehr viel Selbstvertrauen und bin bereit."

Nach seinem Halbfinaleinzug 2023 will der 23-Jährige in diesem Jahr endlich noch einen Schritt weiter gehen, das machte er unmissverständlich deutlich.
Shelton gewann zuletzt den Titel in Montréal. Er steht sinnbildlich für den Aufschwung im US-Männertennis. Und so scheint plötzlich tatsächlich sogar wieder der heiß ersehnte Heimsieg eines US-Profis möglich – da ist sich zumindest Andy Roddick sicher.
"Echte Chance"
"Bei den Männern bietet sich in diesem Jahr eine echte Chance", sagte der Mann, der 2003 als 21-Jähriger in Flushing Meadows triumphiert hatte, dem People Magazine vor Turnierbeginn.
Die Absage von Jannik Sinner und die kleinen Fragezeichen hinter der Form von Carlos Alcaraz sowie Alexander Zverev lassen den heutigen TV-Experten an den großen Wurf glauben. "Wir haben es alle satt", betonte Roddick, "immer wieder zu hören, dass es seit 2003 keinen männlichen Champion mehr gibt."
Am nächsten heran kam zuletzt Taylor Fritz. Im Jahr 2024 war das, als er zunächst Alexander Zverev im Viertelfinale rausnahm und dann im Endspiel gegen Sinner in drei Sätzen verlor. So richtig aber hatte man auch damals nicht das Gefühl, dass die Durststrecke des "Heimteams" enden könnte.
Match-Center: Shelton vs. Shapovalov
Auch Frauen haben Hoffnung
Das jedoch ändert sich so langsam. Was die Hoffnungen besonders nährt? Die beeindruckende Talentdichte im Gastgeberland.
"Es sind nicht nur ein oder zwei Spieler. Wir haben sechs oder sieben wirklich gute Leute bei den Herren", sagte Roddick. Tatsächlich stellen die USA aktuell fünf Spieler in den Top 20 der Weltrangliste.
Bei den Frauen sieht das schon länger so ähnlich aus. Die Folge: 2024 krönte sich mit Coco Gauff eine Lokalmatadorin zur New-York-Gewinnerin.

Die Männer wollen ihr nun nacheifern. Neben Fritz und Shelton rechnet sich unter anderem auch Frances Tiafoe, der Finalist von Cincinnati, Chancen aus. Shelton persönlich vermied auf der Pressekonferenz eine klare Kampfansage in Richtung Titelgewinn – doch auch er stellte fest: Die Amerikaner seien "auf diesem Belag ziemlich gefährlich".
