Bei der Deutschland Tour, die für Bauhaus am Mittwoch mit dem 2,6 km langen Prolog im hessischen Bad Orb begann, bietet sich ihm zumindest eine neue Chance auf das Ende seiner Durststrecke. "Ich bin natürlich motiviert, hier eine gute Tour zu fahren", sagte Bauhaus dem SID vor dem Start in das Heim-Event. Es ist sein erstes Etappenrennen seit der enttäuschenden Tour de France im Juli.
Beim Team Bahrain Victorious, das in der Gesamtwertung eine Top-5-Platzierung mit dem Italiener Edoardo Zambanini anpeilt, wird er dieses Mal vor allem Helferdienste verrichten. Auf der 2. Etappe am Freitag nach Offenbach an der Queich kann Bauhaus aber selbst um einen Erfolg kämpfen. Dann schlägt die Stunde der Sprinter - und endlich die von Bauhaus?
Bauhaus muss sich der Sprint-Elite beugen
Bauhaus hofft auf ein "gutes, einstelliges Ergebnis." Ein Sieg, wie er ihn letztmals bei der Slowenien-Rundfahrt im Juni 2024 feiern durfte, würde in diese Kategorie fallen. Der Franzose Paul Magnier (Soudal Quick-Step), am vergangenen Sonntag Gewinner der Cyclassics in Hamburg und im Mai der beste Sprinter beim Giro d'Italia, dürfte zum größten Hindernis für einen Tageserfolg werden.
Der 22-jährige Magnier ist der prominenteste Sprinter bei der diesjährigen Deutschland Tour, und er steht stellvertretend für die in den vergangenen Jahren enorm gestiegene Leistungsdichte im Sprint. Bauhaus bekam sie bei der jüngsten Frankreich-Rundfahrt, bei der Fahrer wie Tim Merlier, Jasper Philipsen oder Mads Pedersen dominierten, schonungslos aufgezeigt. Nur einmal sprintete er als Sechster in die Top 10.
"Es muss für mich wirklich sehr viel zusammenkommen, damit ich in den Sprints noch vorne reinfahren kann", sagte Bauhaus zum Vergleich mit der Weltspitze. Seine eigenen Sprintwerte seien seit Jahren relativ konstant, die Ausdauerwerte sogar eher besser geworden. Gleichzeitig hätten sich viele Fahrer aber technisch weiterentwickelt, das Tempo sei höher geworden und das Niveau steige von Jahr zu Jahr – auch in der Breite.
"Das macht es einfach immer schwieriger, konstant gut zu sein", sagte Bauhaus. Am Ende sei es aber vielleicht ein ganz normaler Prozess für einen Sportler, "dass man mal mehr und mal weniger erfolgreich ist. Ich war vielleicht auch sehr verwöhnt, weil ich fünf, sechs, sieben Jahre hatte, in denen es für mich sehr gut lief."
Tour de France 2027 als Ziel
Die Rückendeckung im Team, sagte Bauhaus, sei weiter vorhanden. Ob sie ausreicht, um im kommenden Sommer erneut für die Tour de France nominiert zu werden, bleibt abzuwarten. "Ich kann nicht garantieren, dass ich noch einmal fahren werde. Von meiner Seite habe ich nichts dagegen", sagte der 32-Jährige.
Ein Ende der Durststrecke bei der Deutschland Tour würde seine Chancen nicht schmälern.
