Allen nach Krimi erster Halbfinalist, Robertson verteidigt Führung gegen Higgins

Mark Allen jubelt nach seinem Sieg.
Mark Allen jubelt nach seinem Sieg.Martin Rickett, PA Images / Alamy / Profimedia

Der erste Halbfinalist der Snooker-WM steht fest! Mark Allen setzt sich in einem spannenden Match mit 13:11 gegen Barry Hawkins durch und steht damit zum dritten Mal in seiner Karriere im Halbfinale der Weltmeisterschaft. Auf dem Nebentisch liefern sich Neil Robertson und John Higgins nach wie vor ein taktisches Spektakel der Extra-Klasse. Robertson führt nach 16 Frames mit 9:7.

Der erste von vier Halbfinalisten steht fest: Mark Allen bezwingt Barry Hawkins in einem Krimi mit 13:11 und bestreitet damit nach 2009 und 2023 sein drittes Halbfinale bei einer Snooker-WM.

Nachdem er das Match endgültig entschieden hatte, konnte er sich ein lautes "Come on" nicht verkneifen - auch nach dem Spiel stellte er klar, wie befreiend dieser Sieg für ihn war.

Zum Match-Center: Allen vs. Hawkins

"Am Ende war es einfach nur Erleichterung, weil Barry wirklich sehr gut gespielt hat", sagte Allen nach dem Spiel. "Teile des Matches waren auf einem unglaublichen Niveau, daher zeigt dieser Sieg, wo mein Spiel aktuell steht. Die zweite Session gestern Abend war eine der besten, an denen ich je beteiligt war. Heute war ich etwas nervös, aber ich habe einige wichtige Bälle gelocht."

Mark Allen startet besser

Nachdem die Session ausgeglichen begann war es Allen, der den besseren Start erwischte. Der Nordire profitierte von einem wackligen Beginn von Hawkins, der in den ersten beiden Frames einige Chancen vergab und es Allen so leicht machte. Der 40-Jährige hatte selbst aber ebenfalls mit seinem Spiel zu kämpfen und holte die Frames so nur knapp auf die Farben.

Hawkins kam allerdings in Windeseile zurück: Erst machte er aus einer Halb-Chance ein 70er Break, dann gelang ihm eine 83. Bei der war er aber nach 34 Punkten extrem im Glück, als er eine Rote eigentlich verschoss, eine andere dafür aber gerade so in die gegenüberliegende Ecktasche rollte.

Mark Allen zaubert Century unter höchstem Druck

Die folgenden beiden Frames teilten Allen und Hawkins. Der Nordire ging mit einer 59 in Führung, Hawkins glich allerdings mit zwei kleineren Breaks locker aus. Dann zeigte Allen seine ganze Klasse: Hawkins gab der ehemaligen Nummer eins eigentlich gar keine Chance, doch Allen stieg mit einem Double ins Break ein und zauberte daraus ein 104er Century.

Der finale Frame bot dann eine Menge Drama. Hawkins ging mit 42:0 in Führung, verstellte sich dann aber auf Schwarz. Er probierte die Kugel dennoch, erwischte den Objektball aber zu dünn. Aus der Chance machte Allen ein 59er Break, stieg dann vor der letzten Roten aber sicher aus und snookerte Hawkins dabei sogar.

Barry Hawkins verschenkt Decider

Dann wurde es kurios: Der 47-Jährige befreite sich nicht nur aus dem Snooker, er lochte Rot sogar glücklich. Der Spielball lief in der Folge eng hinter Pink. Da keine Farbe lochbar war, sah Hawkins in der Pinken eine leichte Snooker-Chance, doch der Engländer erwischte den Spielball zu locker, so unterlief ihm ein Foul, das zusätzlich ein Freeball zur Folge hatte. Allen nutzte diese aber nicht und ließ Hawkins aus der Position spielen. Der traf zwar Gelb, ließ diese aber lochbar liegen. Allen räumte daraufhin den Tisch ab und erreichte so zum dritten Mal im Crucible Theatre das Halbfinale.

"Es bedeutet mir sehr viel, im Halbfinale zu stehen", erklärte der Nordire die Bedeutung dieses Turniers. "Die erste Hürde hier ist immer die erste Runde, und die nächste ist es, an den Einzeltisch zu kommen. Diese Hürde habe ich allerdings noch nie überwunden, auch wenn beide bisherigen Halbfinals sehr knapp waren. Ich habe sonst alles gewonnen, also gibt es keinen Grund, warum ich dieses Turnier nicht gewinnen sollte. Ich bin noch nicht in Bestform, deshalb muss ich mich steigern. Jedes Jahr habe ich das Gefühl, dass ich es gewinnen kann und wenn ich mein bestes Snooker spiele, habe ich eine Chance – aber ich bin erst auf halbem Weg."

Neil Robertson verteidigt Führung

Auf dem anderen Tisch gab es keine Entscheidung, John Higgins und Neil Robertson trugen ihre zweite Session aus. Nachdem der Australier eine 5:3-Führung mit in den Tag nahm, teilten Higgins und Robertson die Frames heute fair auf, sodass Robertson mit einem 9:7 in die finale Session am Abend geht.

Der erste Frame lief wie weite Teile der ersten Session. Nach über 40 Minuten hatte letztlich Robertson die Nase vorne, der nach Chancen auf beiden Seiten eine Frame-entscheidende 48 spielte.

Zum Match-Center: Higgins vs. Robertson

Neil Robertson kontert Higgins-Serie

Dann aber schlug die Stunde von Higgins: Erst reichte ihm eine 51, um locker zu verkürzen. Dann spielte er sich fast in einen Rausch und glich mit einer 86 und einer 126er Total Clearence zum 6:6 aus.

Auch nach der Pause hatte Higgins eine gute Chance, als er beim Stand von 0:29 ins Break kam. Doch nach nur sieben Punkten verschoss er Schwarz vom Spot. Das nutzte Robertson mit einem 60er Break und brach so Higgins' Lauf.

 Der Schotte hatte danach wieder eine Chance, musste den Tisch nach 33 Punkten aber verlassen. Robertson spielte daraufhin ein 95er Break, das ihm das 8:6 einbrachte. Nach einem Kampfframe ohne hohe Breaks zog der Australier sogar auf 9:6 davon, doch einen Lochfehler im finalen Frame der Session bestrafte Higgins mit einer 80. So bleibt er vor der Entscheidung heute Abend alles offen.