Das Duell der Gegensätze: Brisante Statistiken zum Champions-Legaue-Finale

Arsenals Jurrien Timber jagt PSGs Nuno Mendes
Arsenals Jurrien Timber jagt PSGs Nuno MendesMatthieu Mirville / Zuma Press / Profimedia

Am Samstag (18 Uhr/ZDF, DAZN & Flashscore-Audioreportage) findet das Finale der UEFA Champions League zwischen PSG und Arsenal statt. Flashscore versorgt dich vor dem wichtigsten Spiel im europäischen Vereinsfußball mit den wichtigsten Statistiken zum Spiel.

Finalteilnahmen

Für den FC Arsenal ist es das erste europäische Endspiel seit 20 Jahren. Im Finale der Spielzeit 2005/06 kassierten die Gunners eine 1:2-Niederlage gegen den FC Barcelona. Somit ist die Teilnahme haben es die Londoner in diesem Jahr erst zum zweiten Mal überhaupt ins Endspiel der UEFA Champions League geschafft.

Paris Saint-Germain steht hingegen zum dritten Mal im Finale. Während der Corona-Saison 2019/20 musste sich der französische Serienmeister dem FC Bayern knapp geschlagen geben. Das entscheidende Tor erzielte damals ausgerechnet der in Paris ausgebildete Kingsley Coman.

Deutlich besser lief es für PSG vor einem Jahr. Die Mannschaft von Trainer Luis Enrique ließ Inter Mailand nicht den Hauch einer Chance und setzte sich mit 5:0 durch, wobei Désiré Doué einen Dreierpack erzielte. Nun haben die Pariser die große Chance, den Titel zu verteidigen. Dieses Kunststück ist bislang nur Real Madrid gelungen.

Doué war im letzten Finale der Matchwinner
Doué war im letzten Finale der MatchwinnerREUTERS/Benoit Tessier

Arsenal im Aufwind

Arsenal hat sich unter Cheftrainer Mikel Arteta in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Nach drei Vizemeisterschaften holten sich die Gunners in dieser Saison endlich wieder die englische Meisterschaft. Damit endete eine 22-jährige Durststrecke. Zuletzt hatte Arsenal die Premier League in der Spielzeit 2003/04 für sich entschieden – damals sogar ohne eine einzige Niederlage.

Auch in der UEFA Champions League zeigte man bislang beeindruckende Leistungen. Die Ligaphase beendete Arsenal als Tabellenführer, alle zehn Spiele der Vorrunde wurden gewonnen. 

Arteta hat aus Arsenal eine Siegertruppe gemacht
Arteta hat aus Arsenal eine Siegertruppe gemachtAction Images via Reuters/Peter Cziborra

In der K.o.-Phase hat man Bayer Leverkusen (1:1 bzw. 2:0), Sporting Lissabon (1:0 bzw. 0:0) und Atlético Madrid (1:1 bzw. 1:0) dann eher auf minimalistische Weise aus dem Weg geräumt.

Ohnehin zeichnet Artetas Truppe vor allem eine unfassbare starke Defensive aus. In 62 Pflichtspielen in dieser Saison hat man gerade einmal 42 Gegentore kassiert – und nie mehr als zwei in einem Spiel. Zu verdanken ist das vor allem Torhüter David Raya und den beiden Innneverteidigern William Saliba und Gabriel

Saliba (r.) ist Arsenals Abwehrchef
Saliba (r.) ist Arsenals AbwehrchefAction Images via Reuters/Peter Cziborra

Unterschiede

PSG zeichnet sich durch einen gänzlich anderen Spielstil aus. Die Franzosen haben in dieser Saison in allen Top-5-Ligen Europas die meisten erfolgreichen Pässe gespielt.

In der Champions League hat man zudem die meisten Treffer aller Mannschaften erzielt – 44 Tore haben die Pariser in 18 Spielen bejubelt. Zudem hatte nur Barça in der laufenden Spielzeit mehr Ballbesitz pro Spiel, im Durschnitt kommt die Mannschaft von Trainer Luis Enrique auf 63 Prozent.  

Auf dem Platz genießen die Offensivstars Ousmane Dembélé und Khvicha Kvaratskhelia zudem deutlich mehr taktische Freiheiten als etwa Bukayo Saka und Leandro Trossard. Die PSG-Star haben die Erlaubnis, häufig ins Dribbling zu gehen, die Arsenal-Flügelstürmer werden von Coach Arteta eher dazu angehalten, mannschaftsdienlich zu denken und im Zweifelsfall den sicheren Pass zu spielen.

Kvaratskhelia ist in dieser Saison der wichtigste Spieler bei PSG
Kvaratskhelia ist in dieser Saison der wichtigste Spieler bei PSGREUTERS/Catherine Steenkeste

Kvaratshelia hat in der laufenden Champions-League-Saison bereits zehn Tore erzielt, Dembélé trug sich siebenmal in die Torschützenliste ein. Bester Königsklassen-Torjäger bei Arsenal ist Gabriel Martinelli, der Brasilianer durfte bislang sechsmal über einen Treffer jubeln.

PSG hatte mehr Gelegenheit zu Rotation

Während Arsenal in der Premier League voll gefordert war, hatte PSG in der Ligue 1 verhältnismäßig leichtes Spiel. Zwar blieb das Überraschungsteam aus Lens dem großen Favoriten lange Zeit dicht auf den Fersen, doch Luis Enrique hatte immer wieder dazu Gelegenheit, seine Starspieler für die wichtigen Spiele im europäischen Geschäft zu schonen.

Dembélé zum Beispiel stand – auch wegen wiederkehrender Verletzungssorgen – nur in 11 von 34 Ligaspielen in der Startelf, wobei er nur einmal die gesamten 90 Minuten auf dem Platz stand.

Dembélé hatte viel Zeit zum Ausruhen
Dembélé hatte viel Zeit zum AusruhenREUTERS/Catherine Steenkeste

Damit ist der Weltfußballer kein Einzelfall. Kvaratskhelia kam in Frankreichs Oberhaus auf 28 Einsätze, nur zweimal stand er über die gesamte Zeitdauer auf dem Rasen. Kapitän Marquinhos hat in der Champions League mehr Minuten gesammelt als in der Ligue 1, obwohl er in der Königsklasse 18 Spiele weniger absolviert hat.

Nach einer kräfteraubenden Saison könnte sich dieser Umstand durchaus als Vorteil für die Pariser erweisen.

Preview zum Champions-League-Finale

Der direkte Vergleich

In der UEFA Champions Lague gab es bislang fünf direkte Duelle zwischen PSG und Arsenal. Die beiden Begegnungen in der Gruppenphase der Spielzeit 2016/17 endeten jeweils mit einem Unentschieden. Das Hinspiel im Parc des Princes endete 1:1, im Rückspiel in London lautete der Endstand 2:2.

In der Vorsaison spielten die beiden Mannschaften zunächst in der Ligaphase gegeneinander, Arsenal setzte sich mit 2:0 durch.

Im Halbfinale hatten die Gunners aber zweimal das Nachsehen. Vor heimischen Publikum setze es eine 0:1-Niederlage, in Paris feierte PSG dann einen 2:1-Sieg.   

Enrique (l.) und Arteta (r.) im Halbfinale der Champions League 2024/25
Enrique (l.) und Arteta (r.) im Halbfinale der Champions League 2024/25NEIL HALL / EPA / Profimedia

Besonderes Spiel für Daniel Siebert

Schiedsrichter im Champions-League-Finale ist der Berliner Daniel Siebert. Für den 42-jährigen Familienvater ist es das bisher wichtigste Spiel seiner Karriere. Zum fünften Mal wird das wichtigste Spiel im europäischen Vereinsfußball somit von einem Deutschen gepfiffen.

Neun Spiele hat der Unparteiische in der aktuellen Königsklassen-Saison bereits geleitet, obwohl ihn eine Wadenverletzung zwischenzeitlich ausgebremst hat. Die Finalleitung sei dementsprechend auch für seine Ärzte "eine große Anerkennung", so Siebert in einem Interview mit der UEFA.

Große Ehre für Siebert
Große Ehre für SiebertČTK / imago sportfotodienst / Fernando Soares

Für den FIFA-Schiedsrichter ist es "am wichtigsten, dass ich gut mit den Spielern zusammenarbeite, dass sie mir vertrauen, meine Entscheidungen verstehen und diese akzeptieren." Diese Herangehensweise spiegelt sich auch auf dem Platz wider: In 34 Begegnungen in dieser Spielzeit musste er nur drei Platzverweise aussprechen. Auch zur Gelben Karte greift er nur in Ausnahmefällen.

In seiner bisherigen Karriere hat Siebert vier Begegnungen von PSG geleitet, drei davon haben die Franzosen gewonnen. Lediglich das Match gegen Athletic Bilbao in der zurückliegenden Ligaphase endete mit einem Remis (0:0). 

Noch besser sieht die Bilanz für Arsenal aus. Die Gunners haben die vier Partien in der Champions League und Europa League, für die Siebert verantwortlich war, allesamt gewonnen – so auch in dieser Saison die Siege in der K.o.-Phase gegen Sporting und Atlético.

Match-Center: PSG vs. Arsenal