Kolumbien feiert Gruppensieg, schweres Los für Portugal– auch Kongo weiter

Ronaldo (m.) gegen zwei kolumbianische Spieler
Ronaldo (m.) gegen zwei kolumbianische SpielerREUTERS/Amanda Perobelli

Gute Chancen, aber keine Tore: Superstar Cristiano Ronaldo hat mit Portugal den angestrebten Gruppensieg bei der WM verpasst. Die Mannschaft von Trainer Roberto Martinez kam zum Abschluss der Vorrunde gegen Kolumbien nicht über ein 0:0 hinaus.

Was langweilig klingt, war in Wahrheit über weiten Teilen spektakulär: Sowohl Portugal als auch Kolumbien vergaben zahlreiche gute Möglichkeiten. Kolumbiens Treffer von Davinson Sanchez (90.+1) wurde vom VAR wegen Abseits einkassiert.

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Portugal steht trotz des Unentschiedens zum dritten Mal in Serie in der K.o.-Runde und trifft als Zweiter der Gruppe K nun am Donnerstag im Sechzehntelfinale in Toronto auf den Zweiten der Gruppe L: Kroatien. Im Achtelfinale könnte dann Europameister Spanien warten.

Spiel um den Gruppensieg

Den bisher so stark auftrumpfenden Kolumbianern um Bayern-Star Luis Diaz reichte der Punkt zum Gruppensieg. Die Mannschaft von Nestor Lorenzo bekommt es im Sechzehntelfinale in der Nacht zu Freitag (3.30 Uhr MESZ/MagentaTV) in Kansas City mit Ghana zu tun. Im Achtelfinale könnte die Schweiz warten, im Viertelfinale ist ein Duell mit Lionel Messis Argentiniern möglich kommen.

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Sowohl Kolumbien als auch Portugal hatten schon vor der Partie ihr Ticket für das Sechzehntelfinale sicher, in Miami ging es vor allem darum, wer sich den vermeintlich leichteren Gegner in der ersten K.o.-Runde sichern würde. Doch Portugal schien diese Aussicht erst einmal nicht sonderlich anzustacheln.

Kolumbien das bessere Team

Während der ehemalige Bundesliga-Stürmer Jhon Córdoba (17.) und sowie Jhon Arias (22.) bei Kolumbien für Gefahr sorgten, waren Ronaldo und Co. lange im Leerlauf unterwegs. Doch plötzlich erhöhte der Ex-Europameister das Tempo: Innerhalb von nur drei Minuten vergaben Bruno Fernandes (39.), Rúben Neves (40.) und João Félix (42.) drei richtig gute Möglichkeiten.

Ronaldo versuchte es mit einem Fallrückzieher
Ronaldo versuchte es mit einem FallrückzieherREUTERS/Marco Bello

Auch nach der Pause versuchte Portugal, weiter Druck zu machen. Der eingewechselte João Neves sollte im Mittelfeld das Tempo erhöhen, doch die Bemühungen verpufftem immer wieder an der gut organisierten Abwehr der Kolumbianer. Vier Tage nach seinem Doppelpack gegen Usbekistan blieb auch Ronaldo über weite Strecken wirkungslos.

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Kolumbien musste offensiv nicht ins Risiko gehen, schließlich wussten die Südamerikaner: Ein Remis würde ihnen zum Gruppensieg reichen. Doch nach Ballgewinnen setzten "Los Cafeteros" auch immer wieder gefährliche Nadelstiche, so etwa Richard Rios (62.) oder wiederum Arias (66.). So sahen die 64.478 Fans in Miami nicht nur eine unterhaltsame, sondern auch spannende Partie.

Historischer Erfolg: DR Kongo im Sechzehntelfinale

Historischer Erfolg für die Demokratische Republik Kongo: Dank einer unwiderstehlichen Aufholjagd sind die Zentralafrikaner erstmals in die K.o.-Runde der Fußball-WM gestürmt. Das Team um Torjäger Yoane Wissa besiegte Turnierneuling Usbekistan am Samstag in Atlanta zum Abschluss der Gruppenphase mit 3:1 (0:1). Bei der zweiten Teilnahme nach dem Vorrundenaus 1974, damals hieß das Land noch Zaire, stehen die Kongolesen im Sechzehntelfinale.

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Wissa (68./Foulelfmeter, 90.+1) mit einem Doppelpack und Joker Fiston Mayele (78.) drehten die Partie und bescherten den Kongolesen den ersten WM-Sieg ihrer Geschichte. Kapitän Eldor Schomurodow (10.) war für Usbekistan erfolgreich. Mit vier Punkten beendeten Wissa und Co., die Portugal und Superstar Cristiano Ronaldo zum Auftakt ein 1:1 abgetrotzt hatten, die Gruppenphase als einer der acht besten Dritten und sicherten so das Weiterkommen. Usbekistan und Trainer Fabio Cannavaro, als Spieler 2006 mit Italien Weltmeister, sind als punktloser Letzter raus.

Usbekistan legt vor

Mit dem Mute der Verzweiflung legten die Usbeken in Atlanta einen Blitzstart hin. Einen ersten Schomurodow-Treffer (1.) pfiff der deutsche Schiedsrichter Felix Zwayer bei seinem zweiten WM-Einsatz jedoch wegen einer Abseitsstellung zurück. Ein paar Minuten später zauberte der usbekische Kapitän dann: Wunderschön hob Schomurodow den Ball über Kongos Torwart Lionel Mpasi ins Tor.

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Die Afrikaner bemühten sich um die schnelle Antwort, der frühere Augsburger Nathanaël Mbuku (17.) erzielte per Fernschuss das vermeintliche 1:1. Doch Zwayer nahm auch diesen Treffer wegen eines Foulspiels in der Entstehung zurück. Die Kongolesen rannten nun an, kamen jedoch nicht durch. Mpasi rettete derweil auf der anderen Seite nach einer gefährlich abgefälschten Flanke von Dostonbek Chomdamow (38.) in höchster Not.

Elfmeter bringt die Wende

Nach der Pause bot sich ein ähnliches Bild wie zuvor. Die Kongolesen suchten nach ihrer Chance, Usbekistan setzte Nadelstiche. Ein Abschluss von Schomurodow (51.) landete nur auf dem Tornetz. In der Folge drängte die DR Kongo immer stärker: Mbuku zwang Usbekistans Schlussmann Abduvahid Nematov (58.) zu einer Parade, drei Minuten später köpfte Wissa daneben.

Kurz darauf wurde der Stürmer von Newcastle United, dort Teamkollege von Nick Woltemade und Malick Thiaw, von Abdukodir Khusanov im Strafraum zu Fall gebracht. Den folgenden Elfmeter verwandelte der Gefoulte locker selbst. Und Mayele legte nach. Wissa traf zum Endstand.

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