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"JJ" Peterka: Der Profi mit der eigenen Eishalle über Trade-Schock und Zukunftspläne

"JJ" Peterka spielt ab kommender Saison bei den Boston Bruins.
"JJ" Peterka spielt ab kommender Saison bei den Boston Bruins.ČTK / AP / Melissa Majchrzak

Eishockey-Nationalspieler John-Jason Peterka spielt in der NHL künftig für die Boston Bruins unter Coach Marco Sturm.

In seiner neuen Heimat wird John-Jason Peterka kein Problem haben, wenn er mal aufs Eis will. Im Großraum Boston gibt es an die 50 "ice rinks", überdachte oder unter freiem Himmel. Auf die neue Saison in der NHL, auf sein erstes Pre-Season-Game mit den legendären Bruins unter Chefcoach Marco Sturm am 20. September, hat sich Peterka allerdings auch im 60 Kilometer von München entfernten Örtchen Buchbach vorbereitet: Dort steht seine eigene Eishalle.

Seit Mai geht "JJ" Peterka, Ende Juni nach einem Jahr bei Utah Mammoth nach Boston getradet, vier Mal pro Woche aufs Eis. Er war bei Trainingscamps in Schweden und in der Schweiz, und eben regelmäßig auch im Gewerbegebiet von Buchbach, 3386 Einwohner. Seit diesem Sommer gibt es dort die kleine "Peterka Arena", untergebracht in einer ehemaligen Schreinerei. Den Laden am Laufen halten die Eltern, Nathalie und Dennis.

Trade nach Boston als "Schock"

Die Eisfläche misst nur gut ein Drittel der normalen europäischen Maße von 60 mal 30 Metern, aber sie ist groß genug, um an den "Skills" zu arbeiten. Wenn der Eigentümer nicht da ist, darf jeder in die Arena, der will. Und viele wollen, vor allem auch Nachwuchsspieler, denn bei den Peterkas gibt es das ganze Jahr über Eis. Für kommenden Sommer, berichtete Nathalie Peterka dem Münchner Merkur stolz, "sind die Wochenenden schon ausgebucht".

Für Peterka stehen erst mal vier Vorbereitungsspiele und 84 reguläre Saisonspiele mit den Bruins auf der Agenda. Dass er in Boston landete, das konnte der 24-Jährige zunächst kaum glauben. Am 26. Juni wollte er den Draft der NHL anschauen, es war kurz vor ein Uhr nachts in Europa, da klingelte das Telefon: Peterkas Agent war dran "und er meinte so, ja, du bist jetzt getradet. Ich so: okay, krass".

Die Nachricht war für Peterka nach einem nicht sonderlich gelungenen Jahr "natürlich ein Schock", weil sie "so von jetzt auf gleich" kam. Als er dann aber hörte: Boston, wo Marco Sturm erfolgreich sein erstes Jahr als NHL-Chefcoach absolviert hatte, wo sein ehemaliger Trainer Matt McIlvaine künftig Assistent des einstigen Bundestrainers sein wird, stieg die Vorfreude. "Ich komme jetzt da drüben hin und weiß, das ist schon ein geiler Spot."

Für die Buffalo Sabres und Utah hat Peterka nach dem Weggang aus seiner Geburtsstadt München in 320 Spielen 92 Tore erzielt und 105 vorbereitet - das kann sich sehen lassen, und wird noch die kommenden vier Jahre mit 7,7 Millionen Dollar pro Saison entlohnt werden. Ein Highlight wird dann voraussichtlich im Herbst 2027 der Auftritt der Boston Bruins in München werden. Zwei Punktspiele im SAP Garden sind angekündigt, der Gegner steht noch nicht fest.

Zwei Programmpunkte will Peterka dann auf alle Fälle einschieben: Ein Schnitzelessen - und eine Busfahrt nach Buchbach, um "den Jungs" seine Arena zu zeigen: "Es wird", ahnt Peterka, "nicht viele NHL-Spieler geben, die eine eigene Eishalle haben."