Nur der Name fehlt noch. Am Donnerstag, fast drei Monate nach der Trennung von Harold Kreis, wird das am besten gehütete Geheimnis des deutschen Eishockeys endlich gelüftet.
Fest steht: Die Suche nach Mister X – so verkündete es der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) am Dienstagabend – ist nach einer wochenlangen Hängepartie beendet. Der neue Bundestrainer steht in den Startlöchern – und hat direkt einiges zu tun.
Bei einer Pressekonferenz im SAP Garden in München muss er seinen Plan darlegen für die Zukunft des DEB-Teams. Es wird sich vor allem um eines drehen: Die Heim-WM im Mai.

Viele offene Fragen
Wie will er bis dahin die durch zwei verkorkste Weltmeisterschaften und ein Olympia-Debakel samt NHL-Stars verloren gegangene Euphorie neu entfachen? Wie an die Erfolge, allen voran WM-Silber 2023, anknüpfen? Wie die Spieler auf seine Seite ziehen? Wie die Profis aus Nordamerika einbinden?
Viele Fragen, für deren Antwort nur wenig Zeit bleibt. Die Partien beim Deutschland Cup im November in Düsseldorf gegen Lettland, Österreich und die Slowakei sind zugleich die ersten für den neuen Coach als auch die einzigen vor der WM-Vorbereitung.
Im Schnelldurchlauf muss er also im Verband ankommen, mit Spielern sprechen, Führungspersonen identifizieren, einen Kader zusammenstellen.
Kreis war am Ende schließlich auch an der Unzufriedenheit seines Teams gescheitert. Die Kritik, sowohl von innerhalb als auch außerhalb des Teams, war unüberhörbar.
Suche nach einer Identität
Dabei wird es auch um eine gelungene Einbindung der zahlreichen Profis aus der NHL gehen. Die Qualität von Leon Draisaitl, Tim Stützle, Moritz Seider und Co. ist unbestritten. Dass es aber nicht reicht, nur darauf zu vertrauen, war bei den Olympischen Spielen mit dem wohl besten DEB-Kader der Geschichte deutlich geworden.
"Ich finde", hatte Kapitän Seider nach dem erneuten Vorrundenaus bei der WM in der Schweiz betont, "wir haben im Moment keine wirkliche Identität, die uns auszeichnet". Es ist am neuen Trainer, diese zu finden.

