Grunddurchgangssieger roomz JAGS Vöslau sicherte sich erstmals Platz eins nach der regulären Saison und durfte in der anschließenden Pick-Round als erstes Team seinen Viertelfinalgegner wählen. Nun stehen alle vier Serien fest, mit denen die Liga Anfang Mai in die entscheidende Phase startet.
Der Modus sieht vor, dass die drei bestplatzierten Teams des Grunddurchgangs der HLA MEISTERLIGA ihre Gegner aus den Mannschaften auf den Plätzen fünf bis acht auswählen. Daraus ergeben sich folgende Viertelfinal-Duelle: roomz JAGS Vöslau treffen auf die HSG XeNTiS Lipizzanerheimat, ALPLA HC Hard bekommt es mit den FIVERS zu tun, der HC LINZ AG trifft auf die BT Füchse und der SC kelag Ferlach spielt gegen FÖRTHOF UHK KREMS. Gespielt wird in allen Serien im Best-of-Three-Modus. Das jeweils besser platzierte Team aus dem Grunddurchgang hat im ersten Spiel und in einem möglichen dritten Duell Heimrecht.
Premieren und bekannte Rivalitäten
Zwei Serien feiern dabei sogar Premiere. Sowohl das Aufeinandertreffen zwischen roomz JAGS Vöslau und der HSG XeNTiS Lipizzanerheimat als auch das Duell zwischen ALPLA HC Hard und den FIVERS hat es in dieser Form im Viertelfinale bisher noch nie gegeben. Während Vöslau und Lipizzanerheimat erstmals in einer PlayOff-Serie dieser Phase aufeinandertreffen, bringt das traditionsreiche Duell zwischen Hard und den FIVERS eine lange gemeinsame Geschichte mit – allerdings meist erst in Halbfinale oder Finale.
Der HC LINZ AG trifft derweil auf einen Gegner, den man aus der jüngeren Vergangenheit gut kennt. Das Duell mit den BT Füchsen ist die Neuauflage des Viertelfinales aus der vergangenen Saison, damals setzten sich die Linzer klar durch. Die bisherigen Begegnungen in dieser Spielzeit verliefen allerdings ausgeglichen, was eine enge Serie erwarten lässt.
Im vierten Viertelfinale kommt es zum Duell zwischen dem SC kelag Ferlach und FÖRTHOF UHK KREMS. Beide Teams standen sich bereits in der Saison 2020/21 in einer Viertelfinalserie gegenüber. Die Gesamtbilanz spricht zwar deutlich für die Wachauer, doch Ferlach konnte in dieser Saison bereits zeigen, dass sie auch gegen Krems bestehen können - und die Kärntner haben zuerst das Heimrecht.
roomz JAGS Vöslau wählen Lipizzanerheimat
Als Sieger des Grunddurchgangs hatten die roomz JAGS Vöslau die erste Wahl und entschieden sich für die HSG XeNTiS Lipizzanerheimat. Die bisherigen direkten Duelle sprechen klar für die Niederösterreicher: Von 16 Begegnungen konnten die JAGS zwölf gewinnen, zwei endeten unentschieden und zwei gingen an die Lipizzanerheimat. Auch in dieser Saison hatten die JAGS leicht die Nase vorne.
Fabian Schartel, Spieler roomz JAGS Vöslau: „Es war keine leichte Entscheidung, da es viele und gute Argumente für alle Mannschaften gab und wir gegen alle Mannschaften gute Ergebnisse abgeliefert haben. Schlussendlich waren es Kleinigkeiten, die den Ausschlag gegeben haben, dass wir uns für die HSG XeNTiS Lipizzanerheimat entschieden haben. Für das Viertel-Finale gehen wir genauso wie in den letzten Wochen heran: Das Wichtigste im Playoff ist, dass man eine stabile Leistung Tag ein Tag ausbringt, sich akribisch im Training vorbereitet und motiviert an die Sache herangeht. Wir müssen die Leistung abrufen, die wir die letzten acht bis neun Wochen abgeliefert haben – dann sind wir schwer zu schlagen. Ein Sieg zum Auftakt ist ganz wichtig und der Heimvorteil ist mit solchen Fans und dieser Stimmung in der Halle ein enorm wichtiger Bonus."
Leonhard Langmann, Spieler HSG XeNTiS Lipizzanerheimat: „Die Paarung ist für uns sehr interessant, aber wir wollen trotzdem den Fokus auf uns legen. Wir wissen, dass wir gegen jeden gewinnen können, wenn alles passt und die Chancen wollen wir auch nutzen, wenn sie kommen. Wir wollen hinten stabil stehen. Wie in den letzten Wochen soll die Deckung für uns der erste Schritt sein. Ich glaube gerade gegen diesen Gegner wird das extrem wichtig sein."
Hard trifft auf die FIVERS
Mit ALPLA HC Hard und den FIVERS steht ein Klassiker des österreichischen Handballs im Viertelfinale auf dem Programm. Seit der Saison 2013/14 standen sich beide Vereine mehrfach im Finale gegenüber, zuletzt trafen sie im Halbfinale der vergangenen Saison aufeinander. Dass dieses traditionsreiche Duell nun bereits im Viertelfinale stattfindet, unterstreicht die Ausgeglichenheit der aktuellen Liga.
Hannes Jón Jónsson, Trainer ALPLA HC Hard: „Ich finde es nicht richtig, dass man wählen muss. Das kann immer sehr provokant rüberkommen, dass man sich für einen Gegner entscheidet. Aber wir nehmen das, was uns gehört. Wenn wir überhaupt wählen dürfen, dann nehmen wir entsprechend unserer Platzierung – wir sind Zweiter, also nehmen wir den Siebten. Die Liga ist ohnehin so ausgeglichen, dass das keine große Rolle spielt, gegen wen man spielt. Gegen die HC FIVERS WAT Margareten werden wir uns auf viel Tempo, viel Laufen vorwärts und rückwärts einstellen. Taktisch werden wir uns gut vorbereiten, aber so weit sind wir noch nicht. Jeder Sieg in den PlayOffs ist gleich wichtig, der Heimvorteil ist schön, aber wenn man die Statistik anschaut, ist das ungefähr 50-50 zwischen Heim- und Auswärtsspielen bei uns. Trotzdem ist es etwas Besonderes, vor voller Halle zu spielen und das werden wir auch genießen."
Peter Eckl, Trainer HC FIVERS WAT Margareten: „Es ist natürlich ein interessantes Duell. Ich denke seit dem letzten Jahrzehnt, vielleicht sogar seit den letzten zwei Jahrzehnten, besteht eine ewige Rivalität gegeneinander, viele Finalspiele haben wir für uns entscheiden dürfen. Dieses Jahr treffen wir im Viertelfinale wieder aufeinander. Ich denke es ist bekannt, dass wir mit der gesamten Bank spielen, das heißt, wir haben 16, vielleicht sogar 18 oder 20 Spieler, die bereit sind für dieses Viertelfinale. Das werden wir versuchen auszuspielen – dazu gehört viel Tempo und Leidenschaft."
Neuauflage: Linz gegen die BT Füchse
Der HC LINZ AG entschied sich in der Pick-Round für die BT Füchse Auto Pichler. Damit kommt es zur Neuauflage der Viertelfinalserie aus dem Vorjahr. Damals setzten sich die Oberösterreicher mit 2:0 durch, doch in dieser Saison konnten beide Teams jeweils ein Duell für sich entscheiden. Anders als in den letzten Jahren haben die Linzer dieses Mal zunächst Heimrecht und nutzen dieses besonders intensiv aus: Immerhin ziehen sie für das erste Viertelfinalspiel in die deutlich größere Tips Arena mit bis zu 4.000 Plätzen.
Lucijan Fizuleto, Spieler HC LINZ AG: „Eigentlich waren sie nicht unsere erste Auswahl. Wir sind nur glücklich, dass wir in das Viertelfinale gekommen sind mit diesem dritten Platz und, dass wir zu Hause den Heimvorteil geschafft haben – das ist uns das Wichtigste. Wir haben dieses Jahr schon oft gegen die Füchse gespielt. Milan wird das Spiel anschauen, analysieren, was sie spielen und wo sie am meisten gefährlich sind und wir müssen uns darauf vorbereiten. Wichtig ist, dass wir diese zwei Wochen verletzungsfrei bleiben und dann mit voller Energie in das Viertelfinale reingehen. Ein Sieg zum Auftakt bei uns in der TIPS Arena ist ein wichtiger Faktor, vor allem wenn man das erste Spiel gewinnt, dann das dritte Spiel wieder zu Hause spielt mit so vielen Fans und so viel Unterstützung. Dann bekommst du einen Push, kannst leichter um den Sieg kämpfen und dann hoffentlich ins Halbfinale kommen."
Julian Mitterdorfer, Spieler BT Füchse Auto Pichler: „Linz ist mit Sicherheit gegen uns der Favorit. Wir waren mitten in der Saison eigentlich auf Platz 11 und haben uns dann ins Viertelfinale gekämpft. Linz hat über die ganze Saison super Leistungen mit einer super Mannschaft gebracht. Wir werden schauen, dass wir einfach alles geben im Viertelfinale, um dann irgendwie ins Halbfinale zu kommen. Wir werden uns sicher, wie in jedem anderen Spiel, mit Videos beschäftigen, uns einfach taktisch im Training darauf einstellen und dann schauen, wie es in den Spielen ausschaut."
Ferlach trifft auf Krems
Im vierten Viertelfinale stehen sich der SC kelag Ferlach und FÖRTHOF UHK KREMS gegenüber. Die Wachauer gelten aufgrund der bisherigen direkten Duelle als leichter Favorit, dennoch haben die Kärntner in dieser Saison bereits gezeigt, dass sie auch gegen Krems bestehen können. Zudem setzen die Ferlacher auf ihren Heimvorteil, denn für Ferlach und Krems gilt gleichermaßen: Dort tritt niemand gerne an.
Miro Barisic, Trainer SC kelag Ferlach: „Wir haben eine sehr gute Mannschaft als Gegner bekommen. Wir haben dieses Jahr zu Hause gewonnen und in Krems verloren. Trotz allem sind die Chancen 50-50, aber ich gebe uns einen kleinen Vorteil, weil wir zu Hause spielen. Das erste Spiel wird sehr wichtig mit unserem Heimvorteil. Gegen Krems müssen wir die schnellen Tore und die schnelle Mitte verhindern, aber eine entscheidende Rolle wird unsere Deckung sein. Wir setzen alle Kräfte für dieses erste Spiel zu Hause ein, dass wir gewinnen."
Kenan Hasecic, Spieler FÖRTHOF UHK KREMS: „Taktiert ist es erst mal wie jedes andere Spiel, jedes andere Viertelfinale: mit Videos vorbereiten, uns einstellen auf deren Deckung und deren Angriff. Wir haben das erste Spiel auswärts und das wollen wir gewinnen. Da wollen wir uns ein gutes Gefühl holen und dann auch die Ausgangslage schaffen, dass wir daheim mit einem guten Heimpublikum ins Halbfinale ziehen. Die Ausgangslage ist spannender als die letzten Jahre, man kann schwer etwas sagen, dadurch, dass die Liga so knapp war und jeder Gegner unangenehm ist. Ich glaube, dass wir zuletzt daheim gegen Ferlach sehr hoch gewonnen haben und uns ein gutes Gefühl geholt haben, dass wir da bestehen können."
Start Anfang Mai
Die Viertelfinalserien beginnen am 1. oder 2. Mai. Spiel zwei folgt am 5. oder 6. Mai, ein mögliches Entscheidungsspiel ist für den 9. Mai angesetzt. Die Sieger der Serien ziehen ins Halbfinale ein, wo die Gewinner von Viertelfinale eins und vier sowie die Sieger der Serien zwei und drei aufeinandertreffen.
