Es bleibt ein ewiges Auf und Ab in dieser Salzburger Bundesliga-Saison. Mit einem Auswärtssieg in Wien-Favoriten meldeten sich die roten Bullen einmal mehr im Titelkampf zurück. Das Spitzenspiel im Titelrennen fand allerdings auf der Linzer Gugl statt. Dort oben am Berg fädelte Fosso geschickt ein, bekam trotz VAR seinen Elfmeter und zeigte sich danach nicht einmal ansatzweise einsichtig.
Die WSG Tirol hält sich mit einer Aufholjagd den unmittelbaren Abstiegskampf vorerst noch vom Leib. Der SK Rapid tat sich in Hartberg erwartungsgemäß schwer und musste zwei Punkte liegen lassen. Und zum Abschluss spitzt sich das Abstiegsduell zwischen Blau-Weiß Linz und dem WAC immer weiter zu – der Showdown folgt bereits am Dienstag.
Was wir mit diesen Tops und Flops aus der ADMIRAL Bundesliga machen? Wir sehen sie uns natürlich genauer an.
TOP – Salzburg meldet sich im Meisterrennen zurück
Red Bull Salzburg hat im Titelrennen ein wichtiges Lebenszeichen gesendet. Die „Bullen“ setzten sich auswärts bei der Wiener Austria mit 3:1 durch und bleiben damit weiter in Schlagdistanz zur Tabellenspitze.
Die Partie begann aus Sicht der Gäste ideal. Bereits in der dritten Minute nutzte Kerim Alajbegovic einen folgenschweren Fehler von Johannes Handl im Aufbauspiel. Nach Vorlage von Sota Kitano blieb der Offensivspieler eiskalt und brachte Salzburg früh in Führung.
Salzburg kontrollierte die erste Hälfte danach klar. Nach rund einer halben Stunde fiel auch das zweite Tor: Alajbegovic setzte sich am Flügel durch und legte perfekt für Karim Konaté auf, der zum 2:0 einschob (28.). Die Austria blieb offensiv harmlos und ging ohne eigenen Torschuss in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Wiener deutlich verbessert. Zunächst scheiterte Kelvin Boateng noch an Alexander Schlager (58.), wenige Minuten später traf er zum 1:2-Anschluss (61.). In dieser Phase drängte die Austria auf den Ausgleich, doch Schlager hielt seine Mannschaft mit mehreren starken Paraden im Spiel.
Die Entscheidung fiel schließlich in der Schlussphase – und durch einen Joker. Nach einem Ballverlust von Tin Plavotic schaltete Salzburg schnell um, Karim Onisiwo zog nach innen und schlenzte den Ball nur drei Minuten nach seiner Einwechslung sehenswert zum 3:1 ins Kreuzeck (77.).
FLOP – Fosso fädelt in Slalom-Manier ein und zeigt keinerlei Einsicht
Das Spitzenspiel zwischen dem LASK und Sturm Graz hätte sportlich ein echtes Highlight sein können. Am Ende sprach jedoch vor allem eine Szene für sich: Ein höchst umstrittener Elfmeter, der die Partie maßgeblich beeinflusste.
In der Anfangsphase kam es im Linzer Strafraum zum Zusammenstoß zwischen Sturm-Spieler Ryan Fosso und LASK-Mittelfeldmann Ismaila Coulibaly. Schiedsrichter Walter Altmann zeigte sofort auf den Punkt. Auch nach minutenlanger VAR-Überprüfung blieb der Referee bei seiner Entscheidung und das sehr zum Unverständnis der Linzer.
LASK-Trainer Dietmar Kühbauer zeigte sich nach der Partie entsprechend fassungslos: „Es ist lustig, einen Elfmeter zu geben, wo der Fosso meinem Spieler ins ‘Wadl’ reinhaut.“ Auch nach mehrmaligem Betrachten der Szene blieb für ihn nur Kopfschütteln: „Ich weiß nicht, welche Bilder er bekommen hat, aber das können fix nicht die sein, die wir gehabt haben.“
Aufseiten von Sturm wurde die Szene naturgemäß anders bewertet. Trainer Fabio Ingolitsch sah seinen Spieler im Recht: Fosso sei zuerst am Ball gewesen und habe eine klare Torchance gehabt, bevor er gestoppt worden sei.
Der betroffene Spieler selbst zeigte ebenfalls keinerlei Zweifel. „Ich wollte aufs Tor gehen, das war mein Ziel. Am Ende war es ein Foul“, erklärte Fosso – und legte sogar noch nach: „Für mich ist es ein klarer Penalty.“ Böse Zungen könnten behaupten, dass er selbst zu kämpfen hatte, bei dieser Aussage nicht zu lachen.
Gerade diese völlige Überzeugung sorgt jedoch für zusätzlichen Diskussionsstoff. Denn für viele Beobachter wirkte die Szene eher wie ein geschicktes Einfädeln als wie ein klares Foul und damit als eine jener Entscheidungen, die ein Spitzenspiel unnötig überschatten.
TOP – WSG mit wichtiger Aufholjagd
Die WSG Tirol hat nach schwierigen Wochen ein wichtiges Lebenszeichen gesetzt. Beim 2:2 gegen den SCR Altach kämpften sich die Tiroler nach einem frühen 0:2-Rückstand noch zurück und sicherten sich einen wichtigen Punkt.
Gerade nach den klaren Niederlagen zuletzt war die Ausgangslage alles andere als einfach. Umso wichtiger war die Reaktion der Mannschaft. „Wenn du dann gleich wieder zwei Traumtore kassierst, zeugt es schon von Mentalität, wenn man so zurückkommt und so kämpft“, erklärte Lukas Hinterseer, der mit seinem Treffer spät für den Ausgleich sorgte.
Auch Trainer Philipp Semlic lobte vor allem den Charakter seiner Mannschaft: „Nach dem 0:5 letzte Woche und dann nach dem 0:2 hier zurückzukommen, das spricht für die Mannschaft.“
Der Punktgewinn sorgt zumindest wieder für etwas Selbstvertrauen – und könnte sich im engen Abstiegskampf noch als wichtig erweisen.
FLOP – Rapid scheitert (fast) an der Hartberger Mauer
Rapid hat in Hartberg wichtige Punkte liegen gelassen. Beim 2:2 in Hartberg kamen die Hütteldorfer zwar zweimal zurück, der Sieg wollte gegen die kompakt verteidigenden Gastgeber aber nicht mehr gelingen.
Nach einer ereignisarmen ersten Hälfte brachte Routinier Lukas Spendlhofer Hartberg kurz vor der Pause mit einem sehenswerten Treffer in Führung (45.). Rapid antwortete direkt nach Wiederbeginn: Bendegúz Bolla traf nach Vorarbeit von Matthias Seidl zum 1:1 (47.). Doch Hartberg schlug erneut nach einer Standardsituation zurück – Pazourek stellte mit einem abgefälschten Abschluss auf 2:1 (52.).
Rapid gab sich jedoch nicht geschlagen. Ercan Kara setzte Dahl ein, der zum 2:2 ausglich (67.). Trotz weiterer Offensivbemühungen gelang den Wienern kein dritter Treffer mehr.
Entsprechend groß war der Frust nach dem Spiel. „Wir sind sehr enttäuscht“, erklärte Kapitän Matthias Seidl. Auch Ercan Kara fand klare Worte: „Sie haben zwei Tore geschossen und wir wissen nicht wie.“
Gerade die Gegentore nach Standards ärgerten die Rapid-Spieler besonders. „Wir können in solchen Spielen keine Punkte liegen lassen“, stellte Bolla fest. Ein Satz, der die Situation der Grün-Weißen im engen Meisterrennen gut zusammenfasst.
TOP – Abstiegsduell zwischen Blau-Weiß und WAC spitzt sich weiter zu
Im Tabellenkeller der Bundesliga spitzt sich das Duell zwischen dem Wolfsberger AC und Blau-Weiß Linz immer weiter zu und liefert aktuell genau jene Spannung, die ein Abstiegskampf braucht.
Am Samstag trennten sich beide Teams in Wolfsberg mit 0:0. Dabei waren die Linzer über weite Strecken sogar die gefährlichere Mannschaft. Chancen durch Simon Seidl, Ronivaldo und Fabio Varesi-Strauss – der einmal nur die Stange traf – blieben jedoch ungenutzt. Auf der anderen Seite hielt WAC-Goalie Nikolas Polster mit mehreren starken Paraden den Punkt fest.
„Wir haben heute ein gutes Auswärtsspiel gezeigt, haben uns dann aber nicht belohnt“, analysierte Blau-Weiß-Trainer Michael Köllner nach der Partie.
In der Tabelle bleibt der WAC damit zwei Punkte vor den Linzern. Viel entscheidender ist aber: Schon am Dienstag folgt in Linz das direkte Retourmatch und damit ein echtes Schlüsselspiel im Abstiegskampf.
Für beide Vereine geht es dabei um enorm viel. Für neutrale Beobachter bedeutet dieses direkte „Back-to-Back“-Duell vor allem eines: maximale Spannung im Kampf um den Klassenerhalt.
